Island wählt heute die Krisenverursacher zurück in die Regierung

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Aus gehabtem Schaden nichts gelernt: Wenn nicht ein Wunder geschieht und alle Umfragen komplett falsch liegen, werden die Isländer heute diejenigen Parteien in die Regierung wählen, die 2008 für den Finanzkollaps verantwortlich waren. Voraussichtlich bekommen die beiden konservativen Parteien 30 bzw. 27 Prozent und werden die Chefsessel im Parlament erneut übernehmen. „Ampel, Schwampel und Hampel“ isländischer Prägung.

2008 hatte die Bevölkerung wütend „Genug!“ gerufen und den Missbrauch der Banken angeklagt. Daraufhin gewannen die Sozialdemokraten und die Bewegung Links-Grün die Wahlen im Folgejahr. Erstmals wurde eine Frau als Regierungschefin gewählt: Johanna Sigurdardottir (69) trat an, um den Finanzsektor zu ordnen, Arbeitslosigkeit abzubauen und zum Wachstum zurückzukehren. Das funktionierte auch. Allerdings nicht genügend, wenn man von den Umfragen vor der heutigen Wahl ausgeht.

Obwohl Sigurdardottir das vom Internationalen Währungsfond (IWF) 2011 entworfene Programm erfüllte; trotzdem das Land wieder in die Wachstumszone kam (1,6% in 2012); obwohl die Arbeitslosenrate von 8% auf 5% reduziert werden konnte (vor der Krise traditionell bei zwei Prozent); obwohl die Premierministerin den Banken die Zähne zeigte und extra einen Staatsanwalt einsetzte, um die Verantwortlichen der Krise zu verfolgen; trotz Haushaltskürzungen, die trotzdem nicht den Sozialstaat erwürgten – trotz alledem werden die Isländer heute wieder diejenigen beiden Parteien in die Verantwortung hieven, die das Land in die Krise geführt hatten.

Die Bevölkerung wird heute um die nächste „Rettung“ betteln, um mehr „strukturelle“ Sparauflagen von aussen (IWF). Die privaten Schulden der Familien und der Unternehmen strangulieren das Land, obwohl sich die Makroökonomie blendender Gesundheit erfreut. Genau darauf hatten sich die beiden konservativen Parteien gestürzt und ihren Populismus darüber ausgegossen: Partieller Schuldenerlass und sinkende Zinsen. Sie werden ziemlich sicher am Montag erneut mit der Regierungsverantwortung dafür belohnt, nachdem sie 2008 das Land komplett vor die Wand gefahren hatten. Weil jetzt wieder die anderen Katzen dran sind … ein unendlicher, anscheinend nicht zu durchbrechender Kreislauf menschlichen Irrsinns.

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* Wir brauchen dringend Wachstum, deswegen müssen wir sparen!

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Das Wahlergebnis:
Absolute Mehrheit für Konservative und Liberale, die Krisenverursacher sind zurück „Vergesslichkeit“

35 Kommentare zu “Island wählt heute die Krisenverursacher zurück in die Regierung

  1. matrixsun sagt:

    welche firma hat denn die umfrage ergebnisse gemacht ?

      • matrixsun sagt:

        danke Uhupardo das reicht mir schon,

        siehe wikipedia –
        „Die Gallup Organization ist eines der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute mit Sitz in Washington, D.C.“

        In washington wird wohl eher meinung gemacht, als sie zu erforschen.
        Ich glaube nicht das island diesen weg gehen wird.

        • Uhupardo sagt:

          Das kann man in Ruhe abwarten, wird sich sehr bald zeigen. Wette gilt aber. Derzeit wird nicht gewählt sondern abgewählt. Kompromisslos „Mir geht´s nicht gut, also wähle ich die anderen (Katzen).“. Das wird, auch mit noch so wenig Hirn, konsequent durchgezogen: siehe Rajoy in Spanien, der jetzt angesagt hat, dass er seine Legislatur mit mehr Arbeitslosigkeit beenden wird als er bei seinem Amtsantritt vorfand.

          • matrixsun sagt:

            habe die ehre,
            jedoch ist island nicht mit europa vergleichbar oder deren mitgliedstaaten, dort ist vieles etwas anders aufgebaut und von 2008 bis 2013 hat sich in der struktur der politik einiges verändert.
            Ich halte es eher für ablenkung (mind control) und nach den wahlen wird es wieder still um island.

            hier ein sehr gut gemachtes info video über die propaganda:

            http://www.politaia.org/wichtiges/hypnotisierte-massen-propaganda-2/

            schön …….. wir werden sehen.🙂

            • Uhupardo sagt:

              Wahlergebnis: Absolute Mehrheit für die beiden konservativen Krisenverursacher-Parteien, wie angekündigt.

              • matrixsun sagt:

                o.k. , aus der perspektive ist das dein punkt.

                ich habe mal recherchiert was denn so die aktuellen ziele der parteien sind und da ging es in erster linie um den beitritt in die eu. Die jetzige regierung hat einen antrag zum beitritt in die eu gestellt, die andere partei , also jetzigen gewinnern machen diesen wieder rückgängig.
                Also ich kann das nur beglückwünschen, das volk hat einen nicht eu beitritt gewählt, wenn wir uns die eu mal anschauen, grenzt es doch an totalem wahnsinn so einem verein beizutreten.

                na ja , trotz alle dem , wir werden sehen.

              • fakeraol sagt:

                > “ … Krisenverursacher-Parteien … “
                Das ist in sofern falsch, als daß die Krise nicht durch bestimmte „falsche“ Entscheidungen irgendwelcher Politiker verursacht wurde, sondern die Ursache in der Konstruktion des Kapitalismus an sich liegt.

                Der Kapitalismus ist wie eine Raubkatze. Zu Anfang ist das Löwenbaby sooo niedlich und hilflos und kuschelig und süß. Zu Anfang gehts (gefühlt) allen im Kapitalismus gut.
                Wenn das Löwenbaby/der Kapitalismus dann älter wird, bekommen beide langsam einige für die Menschen zunehmend unangenehme Eigenschaften. Der Löwe frisst Menschen, der Kapitalismus im übertragenen Sinne auch.
                Es gibt dann für beide nur 2 Alternativen:
                a) Man akzeptiert, daß Löwen Raubtiere sind und arangiert sich damit, daß es Opfer gibt, bzw. daß der Kapitalismus zu Umverteilung von den Fleißigen zu den Reichen führt, oder
                b) man füttert beide nicht mehr und hindert sie am Fressen,
                dann gilt für beide, daß sie daran sterben.

                „Kapitalismus“ ist nur ein anderes Wort für „Umverteilung von den Fleißigen zu den Reichen“. So wenig, wie man ein Löwenbaby ewig klein und kuschelig und ungefährlich halten kann, kann man den Kapitalismus an der Umverteilung hindern. Man kann. Bei beiden. Allerdings nur um den Preis ihres Todes.

                Aus diesem Grund hat man nur die Wahl zwischen „konservativen Krisenverursacher-Parteien“, die sich systemkonform verhalten, und links-sozial-idealistischen Parteien, die aus dem Löwen wieder ein Streichelkätzchen machen wollen, und dabei logischer Weise versagen müssen.

                Man kann den Kapitalismus nicht reformieren, man kann ihn nur als das akzeptieren, was er ist: ein mörderisches System, oder ihn abschaffen.

  2. Caligula sagt:

    Das ist doch fein. Jedes Land bekommt die Regierung die es verdient. Island die Beschriebenen. Spanien den Herrn Rajoy, Italien den Herrn Berlusconi und Deutschland Frau Merkel. Die Folgen wälzt man dann gerne auf den Nachbarn über.

  3. Buntu sagt:

    Exakt deshalb bin ich davon überzeugt, daß ein System, mit Parteien und Wahlen, wenig bis nichts mit Demokratie zu tun hat. Das Schlimme ist, daß es als „alternativlos“ dargestellt wird und die Menschen nicht darüber nachdenken, warum sie Katzen wählen.

    • Bonsta sagt:

      Eine perfekte Demokratie wird es niemals geben, aber alternativlos wird m.M.n. auch diese Demokratie nicht unbedingt dargestellt. Es gibt heute unterschiedlichste Formen von Demokratien, die z.Z. mehr oder weniger alle gemeinsam relativ versagen. In meinen Augen liegt das vor allem daran, dass es zwar auf der politischen Ebene nirgendwo in den westlichen Demokratien mehr eine absolute Macht, gar vererbliche Herrschaft gibt, jedoch in der Wirtschaft gibt es die sehr wohl. Die vererbliche wirtschaftliche Macht, führt auch zu absoluter Macht auf politischer Ebene. Die Politik läuft den mächtigen Konzernen hinterher und versucht alles so zu machen, wie es den Konzernen genehm ist. Das ist auf eine gewisse Art auch verständlich, denn ein großes Unternehmen kann die Politik geradezu erpressen, wenn es z.B. droht 300 000 Arbeitsplätze ins Ausland zu verlegen. Das Beispiel Nokia in Bochum hat sehr deutlich gezeigt, wie hilflos die Politik und die Gewerkschaft dem gegenüber stand. Da muss man schon sehr von sich und seinen Vorstellungen der Welt überzeugt sein, dem zu widerstehen. Vor allem dann, wenn einem ganze Heerscharen von sogen. Wissenschaftlern nahe legen, die Anweisungen solcher Konzernmächtigen zu befolgen.

      Ich glaube jedenfalls nicht, dass allein am veränderten Prinizp von Wahlen und der Parteiendemokratie eine bessere Demokratie zustande kommt (vor allem auch keine dauerhafte), solange nicht an den wahren Machtverhältnissen gerüttelt wird, die sich dahinter verbergen.

      • Buntu sagt:

        Zu Deinem Text sollte man sich vielleicht ein paar Fragen stellen:
        1. Wie sollte denn eine perfekte Demokratie aussehen?
        2. Warum haben die politischen Ebenen in westlichen Demokratien keine „absolute“ Macht?
        3. Warum läuft die Politik den Konzernen hinterher?
        4. Wer ist die Politik?
        5. Von welchen Vorstellungen muß man überzeugt sein, um Erpressung zu widerstehen?
        6. Warum ist Politik erpressbar?
        7. Kennst Du überhaupt Ideen von alternativen Demokratiemodellen?

        „Ich glaube jedenfalls nicht, dass allein am veränderten Prinizp von Wahlen und der Parteiendemokratie eine bessere Demokratie zustande kommt (vor allem auch keine dauerhafte), solange nicht an den wahren Machtverhältnissen gerüttelt wird, die sich dahinter verbergen.“

        Also doch „alternativlos“? – Ein wenig erinnert mich das an: Wo ist sind Anfang und Ende von der Wurst?

        PS.: Es gibt übrigens mindestens eine „Demokratie“ in Europa, in der bei Wahlen keine Parteien zugelassen sind. Das ist die „City of London“😉

        • Bonsta sagt:

          Zu 1. Wie sie aussehen soll, kann ich nicht sagen, da es nie eine gab. Man kann nur Vermutungen anstellen, aber ob diese der Realität standhalten, kann letztlich niemand sagen. In Deutschland wurden nach 1945 auch Modifikationen vorgenommen, um eben dieses grandiose Scheitern der Weimarer Republik zu verhindern. So wie es derzeit ausschaut, hat das nicht allzu viel gebracht. Eine Demokratie, die in meinen Augen der Perfektion schon näher kommt, habe ich ja schon angedeutet, nämlich eine, in der es auch eine Wirtschaftsdemokratie gibt. Nicht diese jämmerliche Mitbestimmung durch z.B. Betriebsräte, sondern indem der Besitz großer Konzerne in der Hand der Angestellten liegt. Ob das die Demokratiedefizite verringert, ob das dauerhafte Stabilität bedeutet oder wieder ganz andere Probleme nach sich zieht, wer kann das schon so genau sagen.

          Zu 2. Ich dachte eigentlich, dass das aus meinem Text hervorgeht. Politiker sind Marionetten. Von wem, hängt davon ab, wie die Machtverteilung der verschiedenen Interessengruppen innerhalb der Gesellschaft ist. Man könnte auch freundlicher formulieren und sagen, Politiker sind Opportunisten. Es kommt letztlich auf’s selbe raus.

          Zu 3. Auch das beschrieb ich bereits, sogar an einem Beispiel.

          Zu 4. Politik betreibt letztlich jeder irgendwie, auch wenn er sich vermeindlich gar nicht daran beteiligt. Ob es nötig ist Berufspolitiker auszuhalten, darüber kann man verschiedener Ansicht sein. In einer Demokratie sollte es jedoch möglich sein, dass der normale Bürger, wenn er will auch Zugang dazu findet. Das war durchaus hier und da einmal möglich, ist heute – vor allem in den USA – aber nur noch eine Farce.

          Zu 5. Dass es nicht nötig ist Großkonzernen hinterherzulaufen, dass Großkonzerne oft nur bluffen und dass es Mittel und Wege gibt, sie an die Kette zu legen. Und vor allem ist es wichtig zu erkennen, dass Großkonzerne zwar in der dritten Welt produzieren lassen können (auch nur sehr eingeschränkt, denn ohne Infrastruktur, Rechtssicherheit und instabiler politischer Lage sind Investitionen oft ein Abenteuer), aber dort nichts verkaufen.

          Zu 6. Erpressbar ist sie dann, wenn die Politik glaubt, sie sei erpressbar. Ich weiß, diese Betrachtung passt nicht in das Konzept vom ewig korrupten und bösartigen Politiker. Ich halte von einer so einseitigen Sichtweise nichts. Opportunisten und Selbsdarsteller sind sie jedoch nicht selten. Vor allem diejenigen, die in der ersten Reihe stehen. Daran wird sich wohl auch nie etwas ändern. Wer sich in den Vordergrund drängt, will auch gesehen werden. Wichtig ist es, dass es Möglichkeiten gibt, ihn daran zu erinnern, warum er da steht.

          Zu 7. Durchaus.

          Ich denke, dass meine Betrachtung von Demokratie nicht wirklich mit „alternativlos“ abzutun ist. Ich kann mir vorstellen, dass z.b. die Quants das ganz anders sehen, denn diese Alternative würde ihnen gewiss nicht schmecken😉

          • Buntu sagt:

            Mein Beitrag war mehr dazu gedacht, ein wenig nachdenklicher zu sein. Ich staune immer wieder, wie leicht das Beantworten von Fragen geht. Letztlich finde ich keine meiner Fragen beantwortet. Ich hätte eher mit einer Gegenfrage gerechnet und zwar dahingehend, sich auf einen Demokratiebegriff zu einigen.

        • matrixsun sagt:

          „Wo ist sind Anfang und Ende von der Wurst?“,

          der anfang ist immer da, wo es das erste mal knackt, also die gebisshälften sich aufeinander zubewegen und das ende ist, wenn sich dieser vorgang wieder einstellt.

      • fakeraol sagt:

        Die „unterschiedlichste(n) Formen von Demokratien“ versagen „mehr oder weniger alle gemeinsam relativ„, weil es „auf der politischen Ebene nirgendwo in den westlichen Demokratien mehr eine absolute Macht, gar vererbliche Herrschaft gibt“ ?
        Soll das bedeuten, daß die „westlichen Demokratieformen“ nicht versagen würden, wenn die Macht vererbt würde, statt durch die Wahlen gegeben zu werden, und wenn diese Macht absolut wäre? Also eine absolutistische Erbmacht würde alles besser machen?

        Es gibt also „unterschiedlichste Formen von Demokratien“ ? Übersetzen wir doch die Fremdworte mal und gucken, was dabei herauskommt:
        „parlamentarische Volks-herrschaft“
        Die im Parlament sind also das Volk? Und wer sind dann die Wähler?

        Es gibt nur eine einzige Form der Demokratie/Volksherrschaft, und das ist die, wo das Volk über sich selbst bestimmt, die hierarchiefreie Form, auch genannt „Anarchie“.
        Alles andere ist der Anfang von Machtkonzentration und Machterweiterung durch die Mächtigen. Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut und Hierarchie endet zuletzt immer in absoluter Macht, auch genannt „Diktatur“.

        • Bonsta sagt:

          Man sollte den Satz schon zuende lesen. Die Worte „zwar“ und „jedoch“ stehen da nicht ohne Grund.. Gut, „mehr oder weniger“ und „realtiv“ ist blöde formuliert. Ich denke es geht aber auch so sehr deutlich hervor, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

          Und dass es sehr unterschiedliche Formen von Demokratie gibt, ist doch wohl auch nicht zu übersehen. Demos=Volk ist auch mir ein Begriff, jedoch wird es niemals eine lubenreine „Volksherrschaft“ geben können ohne Institutionen und Stellvertreter. Aber selbst hier gibt es mit der Schweiz eine weitere Variante. Wenn sie allerdings von hierarchiefreien Formen träumen, zeigen sie mir zunächst auch nur irgendeine Gruppe von sozial lebenden Wesen, die keinerlei Hierarchie kennen.

  4. almabu sagt:

    Was überall im Westen zur “freien und demokratischen” Wahl steht, ist neoliberale Alternativlosigkeit. Für das scheindemokratische Mäntelchen gibt es Sozialisten und Spezialdemokraten. Ein paar Protestparteien kanalisieren den gröbsten Ärger, ohne jedoch wirksame Änderungen herbeiführen zu können. Wenn die EU die letzte Chance zur Akzeptanz durch die Menschen Europas nicht mutwillig verpassen will, dann müssen die Arbeitnehmer und mehr noch die Arbeitslosen den Merkels und Rajoys und Mas schnellstens die Rote Karte zeigen!

  5. Rheinländer sagt:

    Die Gesammtbevölkerung ergiebt eine Kleinstadt.
    Daraus könnte man einen Film machen.
    Island ist nicht bei Dänemark, sondern eine abgelegene Insel.
    Hier geht es um Verführung , die Paar Leute „Oberschicht“ kennt doch jeder mit Namen.
    Alle sind informiert und stellen sich dumm, genug Stoff für eine Tragödie.

  6. rpc sagt:

    Demokratie funktioniert nicht, weder im Großen noch im Kleinen (wie hier in Island). Zu viele glauben Politikerversprechen, und schalten dabei ihr eigenes Gehirn ab, oder wählen das was die Mainstreammedien suggerieren.
    Klar, wirtschaftlich besser als im Mittelalter mag es im Durchschnitt noch sein, aber wie lange noch, siehe Griechenland und Spanien?
    Wie wäre ein System wo Parlamentsposten unter Bürgern nach bestandenem IQ-Test verlost werden? So wäre man zumindest die Parteioligarchien los.

  7. hibiskusblüte sagt:

    Egal wie in Island gewählt wird (und das gilt auch für alle andere Staaten, besonders für Deutschland), ob den rechten oder den linken Flügel, der Vogel / geier bliebt immer der gleiche.

  8. Alex Geißler sagt:

    Anscheinend waren die Retter nicht ganz erfolgreich und die Isländer wollen sich nun von ihnen trennen. Das ist eben Demokratie. Sollen die Sozialdemokraten für die nächsten 50 Jahre die Regierung stellen? Auch in den USA wählen die Amerikaner seit Jahren sozusagen „falsch“, entweder die Demokraten oder die Republikaner. Wenigstens dürfen sie noch wählen, für die Ergebnisse des Regierens sind die Politiker und nicht die Wähler verantwortlich. Es gibt nur eine schlechte Wahl, die Wahl aus der Verzweiflung. Und die wird bald den Spaniern bevor stehen. Die Deutschen werden sowieso falsch wählen, aus Nichtwissens, oder Nichtwissenswollens, darüber werden sich die Geschichtsschreiber streiten. Aber auch die „falsch“ gewählten Politiker könnten sich vor die Menschen stellen und sagen: Wir haben Fehler gemacht, wir ändern die Regeln ab sofort. Viele Politiker haben einfach keinen Arsch in der Hose.
    Was passiert, wenn wieder richtig falsche Leute gewählt werden? Nun, in paar Jahren jagen wir sie wieder von ihren klebrigen Stühlen.
    Interessant dabei: Herr Schäuble, der Fan von schwäbischen Hausfrauen, hat offenbar keinen Einfluß auf die Finanzpolitik in seinem Ministerium. Die obersten Beamten fahren Deutschland vor die Wand und Herr Schäuble wird von den Beamten im Unwissen gehalten. Die Beamten können wir aber nicht abwählen, oder geht das doch?

    • matrixsun sagt:

      die lösung ist:
      gebe niemals mehr deine stimme ab, so kann damit auch keiner dummheiten machen und dann überlege wie du dem system schön langsam den stecker ziehst.

  9. […] Dazu auch bei Uhupardo: Island wählt heute die Krisenverursacher zurück in die Regierung […]

  10. Ich habe die Isländer mal beneidet für ihre Konsequenz und den Willen, einen anderen Weg zu gehen.

    Dass sie jetzt genauso bescheuert sind wie alle anderen und die Zocker wieder in Amt und Würden wählen, ist unendlich tragisch.

    • matrixsun sagt:

      Ich halte es nicht für bescheuert den eu beitritt zu stoppen, im gegeteil, es ist sehr klug dem verein fern zu bleiben, wenn man zum beispiel noch selbst mitestimmen will als bürger, das können die isländer nämlich, es wurde 2009 eingeführt.
      Das sagt dieser bericht nur leider nicht.

      Ich persönlich beglückwünsche die isländer dazu.
      Jemanden eine 2. chance zu geben zeugt von herzlichkeit, kombiniert mit einer roten karte für den eu beitritt.
      Ich sehe da nur positives in der entscheidung.

      • Uhupardo sagt:

        „Ich sehe da nur positives in der entscheidung.“

        Wenn ihr Hausmeister Ihnen die Hütte abfackelt, Sie ihn deswegen rauswerfen und vier Jahre später wieder als Hausmeister einstellen – dann wird Ihr Satz verständlich. Eine zweite Chance aus „Herzlichkeit“.

        • muezli sagt:

          Ja, das hätte was. Die Bude in Schutt und obendrein noch n Handschlag wegen guter Führung….

          Wer mich einmal betrogen hat, dem glaube ich nicht e i n Wort. Siehe S?PD, Grüne, FDP, CDU/CSU…ach, hier passt so macher schlimme Finger rein. Arbeitgeber und Kollegen dürfen gerne im Club Mitglied werden, ebenfalls Nachbarn und andere dunkle Gestalten.

          Nein, standhaft bleiben und dem Filz ein Ende setzen. Aber Spanien hatte wie Italien ebenfalls viele Befürworter der aktuellen Regierung bzw. Abzocker zugestimmt. Ein menschliches Übel.

    • Alex Geißler sagt:

      Schauen Sie doch auf eine andere Insel – Zypern. Die EU unter deutscher Führung hat an einem Wochenende das Land und seine Wirtschaft zerstört. Das soll ein Modell für kleine Länder in der EU werden? Über Nacht die Wirtschaft zerstören und die Menschen in Elend und Verzweiflung stürzen? Da würde ich selbst lieber den Teufel wählen als irgendwelche Partei der EU-Beitrittbefürworter. Es ist keine zweite Chance für Konservative, es ist eine EU-Abwahl.
      Sie dürfen die Isländer weiter beneiden „für ihre Konsequenz und den Willen, einen anderen Weg zu gehen.“

  11. Quertreiber S.L. sagt:

    Ich habe mal einen Aufsatz darüber gelesen, wie sich Paradigmenwechsel vollziehen und da wurde beschrieben, dass sich am Anfang an vielen Stellen gleichzeitig neue Ideen und Anregungen herausbilden, die aber jede für sich allein nicht wirklich umsetzbar und erfolgbringend sein können. Erst nach längerer Zeit kommt es dann zu einer Synthese aus der dann ein wirklich neues Paradigma entstehen kann.
    Ich fürchte in diesem Prozess stehen wir erst ganz am Anfang. Wir sind gerade erst auf dem Weg zum Aufwachraum, nachdem wir jahrzehntelang unter Narkose gehalten wurden. Der Fall Island ist im Grunde genommen nicht überraschend und zeigt eigentlich nur, dass die verschiedenen zur Wahl stehenden Parteien eben keine wirkliche Alternative anbieten, weil sich auch die sogenannten Linksparteien nicht wirklich von den zugrundeliegenden Ursachen entfernen und dies wahrscheinlich auch gar nicht können, weil die politische und wirtschaftliche Lage heute viel zu sehr global verknüpft ist. Wer immer einen einseitigen Versuch unternimmt auszubrechen, der wird niedergeknüppelt, mit Wirtschaftssanktionen und/oder Waffengewalt. Das zeigt sich wieder und wieder und es wird sich so lange wiederholen bis wir endlich alle für den notwendigen globalen Paradigmenwechsel reif sind.
    Ich hoffe nur, dass es uns gelingt dahin zu kommen und wir uns nicht schon vorher als Spezies selbst auslöschen.

  12. Czerulf sagt:

    Wir Menschen sind schon erstaunliche Kreaturen. Wir sind ausgestattet mit einem Gehirn, daß offensichtlich sehr selektiv arbeitet. Wir vergessen z.B. ein Leben lang nicht, wer uns wann und wo in der Kindheit einmal ein Spielzeug weggenommen hat; Vergebung ausgeschlossen, ein Leben lang! Kriminelles Regieren ist hingegen nach wenigen Jahren vergessen und verziehen. Da muß man sich schon mal fragen was mit uns nicht stimmt.

  13. hanns sagt:

    wie sagte Karl Kraus einst über sein Land? „Aus Schaden dumm geworden“ …

    • Uhupardo sagt:

      Das war auch der, der einem Studenten die passende Antwort gab. Karl Kraus fragte ihn, was er denn studieren möchte.

      Student: „Wirtschaftsethik“
      Karl Kraus: „Na, da werden´s sich schon entscheiden müssen …“

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