Die dünnhäutigen Diktatoren in Ungarn

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Mitten in Europa ensteht mehr und mehr eine nazi-onalistische Diktatur. Wir können nicht anders, als immer wieder darauf hinzuweisen: auch das ist EU. Dieser Bericht des TV-Magazins „Kulturzeit“ berichtete vor kurzem unter anderem darüber. Antisemitismus, öffentliche Judenhetze sind inzwischen normal. Jede Art von Liberalität hat sich komplett erledigt und ist inzwischen ein Schimpfwort.

Wie dünnhäutig die Diktatur Ungarn auf solche Berichte reagiert hat, sehen Sie im Folgenden. Getroffene Hunde bellen, das ist nichts Neues. Jetzt werden juristische Massnahmen gegen „Kulturzeit“ geprüft, die Macher der Sendung an den Pranger gestellt. Ein echter Erfolg des TV-Magazins, wenn man es so sehen will.

Im Moment findet der Jüdische Weltkongress (WJC) in Budapest statt. Wegen der zunehmenden Judenfeindlichkeit in dem Land wurde dieser Veranstaltungsort ganz bewusst ausgewählt, um ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus in Ungarn zu setzen. Heute sprach Bundesaussenminister Westerwelle vor dem Kongress und sprach das Thema ebenfalls deutlich an. „Antisemitismus hat weder in Berlin noch in Budapest noch sonstwo in Europa oder in der Welt einen Platz“, sagte er. Das Phänomen müsse auch in seinen subtilen Facetten entschieden bekämpft werden. „Dieser Kampf wird auch um die Bewahrung unserer gemeinsamen Werte geführt, um die Bewahrung von Demokratie, Menschenrechten und Menschenwürde.“

Lesen Sie dazu auch:
* Immer mehr Diktatur in Ungarn … und die EU schaut zu
* Diktatur Ungarn: Hatz auf Intellektuelle

17 Kommentare zu “Die dünnhäutigen Diktatoren in Ungarn

  1. Roland sagt:

    Eins habe ich gelernt, 1956 haben sich die Ungarn gegen das sowjetische Joch als erstes kommunistisches Land gewehrt. 1990 haben sie den eisernen Vorhang geöffnet. Irgend wie sind sie immer der Zeit voraus? Bezüglich des Kinderfilmes in Deutschland ist es eine Schande, so was den Kindern vorzuführen. Irgendwie ist in jedem Land eine Art Diktatur oder?

  2. kingkenny7 sagt:

    Besonders traurig macht mich auch, dass 1/3 der Studenten in Ungarn mittlerweile schon mit Jobbik sympathisieren. Darüber hinaus ist ein guter Freund von mir Ungar und lebt in Budapest. Wenn er nicht einen guten Job und eine kranke Mutter hätte, würde er seiner Aussage ernsthaft überlegen, das Land zu verlassen.

    • Uhupardo sagt:

      Haben wir heute hier wörtlich gesagt: Wir wären längst dort weg, kingkenny, weil der Fortgang der Entwicklung bereits vorgezeichnet ist.

      • kingkenny7 sagt:

        Ich vielleicht auch, aber für die meisten ist das natürlich kaum möglich. Auch ein Problem: Ich glaube, viele im Rest der EU unterschätzen die Entwicklungen in Ungarn seit 2010 leider noch immer.

        Im obigen Beitrag muss es natürlich heißen „würde er seiner Aussage nach ernsthaft überlegen“…

  3. fischi sagt:

    Ob das was bei den Ungarn stattfindet nicht ein Testlauf der EU ist auf dem Weg zum Staat Europa.
    Ich kann mir vorstellen das die Europagläubigen von solchen Verhältnissen träumen.
    Die Opportion ist komplett wirkungslos jetzt werden die Intellektuellen ausgeschaltet.
    Dem Volk führt man die Roma vor.
    Leute macht euch nichts vor, anders können die Vereinigten Staaten von Europa nicht funktionieren.

    • Roland sagt:

      Endlich einer der das begreift. Nun lest noch mal oben meinen, den ersten Beitrag.

      • Der wird auch bei nochmaligem Lesen nicht besser. Man kann ja gerne EU-kritisch sein und die Erosion demokratischer Prozesse in diesem System kritisieren. Aber muss man dabei den Schulterschluss mit einer nationalen, fremdenfeindlichen Regierung/Partei mit faschistoiden Zügen suchen? Nur weil man sich in einer Sache einig ist? Wollen Sie ernsthaft eine Diktatur mit einer Diktatur bekämpfen?

  4. neuheide sagt:

    intellektuell bedeutet scheinbar dem zionismus tür und tor zu öffenen…

    faszinierend wie weit 33-45 und die millionen jüdischen opfer und deren andenken von deren glaubensbrüdern der gegenwart auf`s perfideste ausgenützt werden.
    ausgenützt für massaker und landraub an palästinensern.
    ungeahndete terroschläge gegen andere länder und die unterstützung des zionistischen kapitals in den westlichen ländern…

    • Uhupardo sagt:

      Wenn Sie genauer hinschauen, werden sie feststellen, dass dieser Artikel Ungarn behandelt.

      Dann könnten sie überlegen, was in Ungarn lebende Juden mit Palästina zu tun haben.

      Und wenn sie ganz mutig hinschauen, fällt Ihnen auf, dass sie Menschenrechtsverletzungen in Palästina geisseln und gleichzeitig in Ungarn gutheissen. Dazu gehört eine Menge Gehirnakrobatik.

  5. tattergreis sagt:

    Also ich lebe in Ungarn, habe auch in DE gelebt, spreche beide Sprachen etc…

    Im öffentlich rechtlichen Fernsehen wird nicht gegen Juden gehezt und auch sonst nicht, es wird vieles garnicht erst angesprochen, aber wie es in den west medien und im Linken Millieu dargstellt wird, trifft so nicht zu.

    Auch wird vieles von den Roma nicht erwähnt, besonders nicht die macht von Familien Clans die wie eine Mafia Organisiert sind und ganze Städte kontrollieren.

    Die wenigsten Jobbik anhänger sind waschechte „antisemiten“ bitte googelt mal selbst was Semiten eigentlich sind, bei wikipedia z.B. sprechen wir lieber von Judenfeinden oder Roma hassern. Aber es ist nicht einfach Schwarz – Weiss.

    Aber fakt ist auch seit 2010 sind Neonazi Aufmärsche per gesetz verboten sowie öffentliche veranstaltungen solcher, daß war es weder im Realsozialismus noch in der Regierungszeit der Sozialisten in der nach-wende zeit.

    Es ist wirklich beängstigend das selbst Politiker im EU-Parlament vieles einfach ungeprüft nachplappern ohne jemals wirklich die fakten geprüft zu haben.

    Wie unabhängig kann die geschichtsschreibung sein die von den „Siegern“ geschrieben wurde ? *)dies ist eine anlehnung an ein zitat von Karl Marx

    Selbstverständlich ist mit den Fidesz (Bund Junger Demokraten) auch nicht alles auf Zucker, aber es wird einfach ins blaue gebasht, daß ist schon beängstigend.

    Damit ja kein anderes Land es wagt seine Souveränitet inmitten der EU zu bewahren.
    Es wird auch immer angeführt Ungarn wäre ein blutsaugender Schmarotzer ohne eigene Wirtschaftsleistung, wieviel Geld z.B. Deutschland von der EU erhält, danach frägt keiner.

    Halten wir fest, was auch überprüfbar ist, wer in Ungarn öffentlich gegen Juden und sonstige Minderheiten und ethnien hetzt, macht sich Strafbar. Punkt.

    • Uhupardo sagt:

      Es ist schlicht falsch, was Sie da vorbringen und es gäbe reihenweise belegte Beispiele dafür. Jobbik – mit freundlicher Duldung von Victor Orban – verbreitet als drittstärkste Kraft sogar im ungarischen Parlament antisemitische Thesen.

      Blut- und Boden-Schriftsteller wie Alber Wass oder Jozsef Nyirö werden nicht zufällig öffentlich geehrt und in die Schullehrpläne gehoben. Der Fidesz-Leitartikler und Orban-Freund Zsolt Bayer kann sich unwidersprochen darüber beklagen, dass nach den Massakern der rechten Freikorps im Jahr 1919 nicht genügend Linke und Juden „im Sand verscharrt wurden“. – Die Liste wäre endlos. Es kann also gut sein, dass sie beide Sprachen sprechen, aber verstehen Sie sie auch, informieren Sie sich? Denn dann müssten sie diese und viele andere Beispiele kennen …

  6. tattergreis sagt:

    Der Skandal um Albert Vass und Josef Nyiró ist mir selbstverständlich bekannt aber auch schon kalter Kaffee. Habe weder was von Vass noch Nyiró gelesen, daher punkten Sie mit dem argument des Informierens. Darauf wollte ich auch garnicht hinaus als ich gestern Abend meinen Komment postete, es ging in dem obigen Artikel das man öffentlich über minderheiten hetzen kann oder darf.
    Deswegen wollte ich keinen ellen langen Roman schreiben, wer wann welchen mist gelabert hat.
    Fast täglich shaue ich Abends die Nachrichten, um 19.00 Heute auf ZDF (via Sat) und um 19:30 die Ungarischen hauptnachrichten auf dem öffentlich rechtlichen Sender M1 (Magyar TV).
    Ich stamme aus einer Ungarisch sprachigen Familie und bin zweisprachig aufgewachsen.
    Daher verstehe ich größtenteils was im Fernsehn berichtet wird.
    Das zitat von Zsolt Bayer ist mir aber neu, zugegeben ich lese auch nicht jede Zeitung.

    Solche zitate sind aber nicht an der Tagesordnung, ich will auch niemanden verteidigen oder eine Lanze für irgendwelche Politischen Parteien brechen aber wie Ungarn im Ausland dagestellt wird ist verzerrt.

    Es war auch nicht leicht eine andere Ungarische Zeitung in Deutscher Sparche zu finden als den Pesterlloyd, den ich früher gerne gelesen habe, aber seit die Fidesz regiert, wird derart einseitig und fast schon naiv berichtet, daß es mich schon richtig anekelt da noch was zu lesen.

    http://www.budapester.hu/2012/12/regierungschef-verurteilt-antisemitische-auserungen/

    • Sie müssen sich als in Ungarn lebender Bürger nicht in Sippenhaft genommen fühlen, weil hier die Jobbik bzw. die Orban Regierung und der zunehmende Anti-Semitismus etc kritisiert wird. Ich würde allerdings schon in eigenem Interesse ganz genau hinsehen, was in Ungarn gerade passiert. Alles pauschal als „alles nicht so wild“ abzutun, solange es nicht spürbar an die eigenen Rechte geht, ist auch herzlich naiv.

    • Deutscher in Ungarn sagt:

      Meine Frau ist Ungarin, wir verbringen ca. 30% unserer Zeit in Ungarn und auch ich spreche ungarisch. Wir in unserer liberalen Familie sehen das genauso wie „Tattergreis“.

  7. gut zu wissen, ich kenne die Situation in Ungarn nicht besonders gut, aber das klingt furchtbar, ist die Demokratie in diesem Land wirklich bedroht?

    • Uhupardo sagt:

      Nun, die „Demokratie“ ist woanders sicher auch bedroht , bzw. es gibt gar keine, die diese Bezeichnung verdient … aber Ungarn ist schon ein bedenklicher Sonderfall, weil dort die Konzepte „national“ und „Xenophobie“ noch stärker im Aufwind sind als woanders. Vor allem die Gleichschaltung öffentlicher Ämter durch die Regierung (hier dokumentiert im Sektor Kultur) spricht eine deutliche Sprache.

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