Live-Bilder: Demonstrationen im ganzen Land zum 2. Geburtstag von 15-M

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Aus verschiedenen Stadtteilen Madrids treffen gerade Demonstranten im Sternmarsch an der Puerta del Sol in Madrid ein. Es ist längst nicht nur der 2. Geburtstag der Bürgerrechtsbewegung 15-M – viel mehr soll auch heute der geharnischte Protest gegen die Massnahmen der Regierung von Mariano Rajoy Vorrang haben, die Spanien ins Elend stürzen. Während die Zinsen für Staatsanleihen wieder auf einem finanzierbaren Niveau angekommen sind und die Börsen steigen, sind inzwischen fast zwei Millionen Familien ohne jedes Einkommen, sechs Millionen Menschen sind arbeitslos.

Angesichts dessen gibt es heute Demonstrationen im ganzen Land. Dabei kommt praktisch jedes Thema zur Sprache. Entsprechend sind auch die Parolen. Während eine Frau in Sevilla ein Schild hoch hält „Otro mundo es posible“ (Eine andere Welt ist möglich), protestiert ihre Nachbarin gegen den Minister, der aktuell darauf erpicht ist, das Abtreibungsrecht zu verschärfen: „Gallardón, que pena que tu madre no abortó“ (Gallardón, schade, dass deine Mutter nicht abgetrieben hat).

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„Das ist keine Krise, das ist Betrug am Volk“, rufen die Menschen und „Das ist keine Krise, das ist Kapitalismus“.  Spanien pur: Ob in San Sebastián, Bilbao, Sevilla oder Madrid – bei dem schönen Wetter versuchen die Menschen bei aller inneren Wut trotzdem einen angenehmen Sonntag zu verbringen auf der Strasse. Es nützt ja auch nichts, das Lächeln zu verlieren.

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Hier finden Sie Live-Bilder von der Puerta del Sol in Madrid: Klick

Lesen Sie dazu auch:
* Die Antwort: Hola Spanier, hört mal einen Moment zu, bitte!
* Auch auf den Kanarischen Inseln werden Banken enteignet

14 Kommentare zu “Live-Bilder: Demonstrationen im ganzen Land zum 2. Geburtstag von 15-M

  1. Anton Moppermann sagt:

    . . . so muß das, wenn die Verwaltung glaubt sie könne agieren wie sie möchte!

  2. Anton Moppermann sagt:

    Wenn behördlicherseits die Demokratie ausgehebelt wird

  3. Gallardón, schade, dass deine Mutter nicht abgetrieben hat
    mangels Worten…losbrüll vor lachen🙂

  4. […] Uhupardo gibt es auch deutschsprachige Berichterstattung über den heutigen Tag. ORF waren die Proteste heute immerhin einen kurzen Bericht […]

  5. Johannes Eber sagt:

    Während die Zinsen für Staatsanleihen wieder auf einem finanzierbaren Niveau angekommen sind und die Börsen steigen, sind inzwischen fast zwei Millionen Familien ohne jedes Einkommen, sechs Millionen Menschen sind arbeitslos.

    Nun, da die nächste und wahrscheinlich letzte Echo-Blase aufgepumpt wurde, lohnt es sich durchaus, einige Aspekte nochmals zu betrachten. Am Ende der Geschichte wird man uns ein weiteres Mal erzählen, daß niemand dazu in der Lage gewesen sei, es kommen zu sehen.
    Ob die Notenbanken den nächsten „Bust“ überleben werden, sei dahingestellt. Selbst wenn man in der Politik darum weiß, so wird nichts dagegen unternommen, denn schließlich basiert die Öffnung der Geldschleusen auf dem einzig verbliebenen Faktor, auf den sich die Politik noch stützen kann, ohne daß ihr eigenes Versagen und ihre sich verstetigende Paralyse allzu offensichtlich würde.

  6. fakeraol sagt:

    “Das ist keine Krise, das ist Kapitalismus”
    Bravo! Die haben es kapiert, daß das kein Ausrutscher oder schlechtes Management ist, sondern die ganz normale gesetzmäßige Entwicklung in diesem System.

    • anders wählen sagt:

      Nur dass wir keinen Kapitalismus haben, sondern einen Sozialismus der Superreichen = Bankenrettungen, Subventionen für das obere 1% uvm. Die Wissensmanufakur nennt es dann auch Danistakratie = „Herrschaft des Wuchers“. Ich würde es Oligarchie von 131 Banken nennen (Laut einer jüngeren Studie sind die wichtigsten Weltkonzerne ineinander so verschachtelt daß diese am Ende jenen wenigen Banken gehören … ). Ein echter „sozialer“ Kapitalismus mit Wettbewerb auf allen Ebenen und ohne Monopolgeld kennt keine Milliardäre.

      • Uhupardo sagt:

        Es gibt aus unserer Sicht kaum etwas Langweiligeres als die ewige „-ismus“-Diskussion. Jeder versteht etwas anderes, wenn die „-ismusse“ auf den Tisch kommen und so kann man sich stundenlang streiten; ohne Ergebnis und vor allem ohne jeden Sinn. Zeitverschwendung auf hohem Niveau oder so?

        Nicht die Schublade ist wichtig sondern ihr Inhalt. Deswegen: Genau und detailliert benennen, was im Einzelnen falsch läuft und „Programm, Programm,Programm“, wie es zu regeln wäre. Dann sind sämtliche „ismusse“ obsolet.

        • Quertreiber S.L. sagt:

          @Uhupardo
          @anders wählen
          Dass eine Diskussion über ismen langweilig ist, da kann ich nur sehr bedingt zustimmen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die in alle Köpfe eingemeißelte Botschaft von der Alternativlosigkeit sich nur deshalb so gut festsetzen konnte, weil das Durchführen von Analysen schon lange abgeschafft wurde. Das führt dazu, dass die Botschaftsempfänger ständig dazu gebracht werden, Ursache und Wirkung zu verwechseln, beziehungsweise gar nicht mehr nach den Ursachen zu fragen. Selbstverständlich ist auch der Zugang zu neuen Ideen und Modellen von vornherein verbaut, wenn man sich nicht vorher ganz genau ansieht, was wo wann und warum an den bereits ausprobierten Modellen schief gelaufen ist.
          Wenn jemand von einem „echten sozialen Kapitalismus“ spricht, dann zeigt sich, dass er Kapitalismus nicht verstanden hat, denn Kapitalismus ist von Natur aus eben nicht sozial, auch wenn er sich für jeweils beschränkte und eher kurze Zeitperioden ein sozialdemokratisches Mäntelchen umhängt, wenn dies gerade seinen augenblicklichen Interessen entspricht. Kapitalismus gründet sich auf die soziale Ungleichheit, ohne die er gar nicht existieren könnte und die er nach Ausschöpfung anderer Geschäftsmöglichkeiten regelmäßig auf die Spitze treibt, so wie das eben jetzt gerade weltweit der Fall ist. Der „echte“ Kapitalismus, das ist der, den wir gerade haben. Wer was Soziales haben will, der muss anderswo suchen.
          Er wird aber nicht darum herum kommen, Überlegungen grundsätzlicher Art anzustellen, auch über ismen, was natürlich nicht heißt, dass er sich deshalb irgendeinem ismus verschreiben muss. Im Gegenteil, man sollte die Dinge leidenschaftslos untersuchen.

  7. Allant sagt:

    Alles Gute der Bürgerrechtsbewegung 15M zu ihrem 2. Geburtstag! Mögen eure Träume und Visionen von einem freien Spanien wahr werden! Gerechtigkeit und Frieden mögen wieder herrschen und der Reichtum eures schönen Landes möge Euch allen, dem spanischen Volk gehören!
    Liebe Grüsse an Euch Spanier aus Italien!

  8. fischi sagt:

    In der deutschen Medienwelt gabs wieder mal Wichtigeres.
    Was geht es die Deutschen an wenn in anderen Ländern demonstriert wird.
    Aber auf WDR kam neulich eine Reportage über die Jugend in Spanien.
    Ich finde die halbe Stunde sollte man sich ruhig ansehen.

    http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2013/0507/index.jsp

    • tsing sagt:

      danke! ich hoffe der bericht bleibt im netz erhalten (bei youtube oder so…)

      er ist deshalb sehr gut, weil er exemplarisch vormacht, wie ernste und komplexe themen für eine weitgehend uninformierte bevölkerung aufbereitet werden können.
      durch die beteiligung und aussagen der betroffenen werden die elenden zustände nachvollziehbar und klar benannt – und dass, ohne moralisierend oder überfordernd zu wirken.
      auch wenn es hier leider fast nur um die mittelschicht und die jungen leute geht…

      trotzdem: etwa in diese richtung sollten öffentlich rechtliche medien ihren job machen! eigentlich…😦
      bürgermedien müssen das fehlende kompensieren!
      deshalb, leute: macht.medien!

  9. […] Foto1: “Heute Griechenland..” by politropolis.de Foto2: “Fired”, Occupy Wallstreet, New York Video: “Krawalle in Stockholm”, Uploader Euronewsde, auf youtube.com (1) uhupardo: vom 12.Mai 2013:” Demonstrationen im ganzen Land..” […]

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