Interview: Ada Colau, das Schreckgespenst der spanischen Regierung

AdCol

Ada Colau ist in Spanien inzwischen so etwas wie die weibliche Ausgabe von Robin Hood. Die 39-jährige Frau, als das offizielle Gesicht der überaus aktiven und erfolgreichen Plattform für Hypothekengeschädigte (PAH), die für richtig Wirbel sorgt, wird insbesondere von der Regierungspartei Partido Popular (PP) immer wieder als Punching-Ball benutzt. Rajoy und sein Team schrecken auch nicht davor zurück, Ada Colau in den Dunstkreis des Terrorismus zu rücken, um sie zu dikreditieren. Doch je mehr und je härter man auf ihr herum trampelt, desto bekannter und beliebter wird die Aktivistin im ganzen Land, von neoliberalen Kreisen abgesehen. Hunderttausende von Familien sind inzwischen zwangsgeräumt worden. Ada Colau und die PAH wehren sich nach Kräften und mit viel Fantasie dagegen.

Wir halten dies für ein eminent wichtiges Interview, auch in dieser Länge – längst nicht nur im Bezug auf Spanien! – und stehen ausserdem vollinhaltlich hinter den Aussagen von Ada Colau, ganz eindringlich besonders hinter der letzten Antwort.

Frage: Sind Sie ETA?
Ada Colau: Selbstverständlich nicht. Das auch nur sagen zu müssen, zeigt das politische Niveau dieses Landes und seiner Regierung. Wie lächerlich!

Frage: Gut, werden wir sachlicher. Die Plattform, deren Sprecherin Sie sind, beschäftigt sich mit einem ernsten chronischen Problem, dem Wohnraum, und mit einem Drama, den Zwangsräumungen. Gibt es ein Land, das diesen Themenkreis gut im Griff hat?
Ada Colau: Niemand macht das perfekt, aber auch niemand so schlecht wie Spanien. Wir sind ein Negativbeispiel für die Welt. Zu uns kommen ultra-neoliberale Medien aus anderen Ländern und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: was hier passiert, ist nicht einmal aus ideologischen Gründen nachvollziehbar. Wenn man Millionen Menschen aus der Gesellschaft ausschliesst, schafft man nur Schwarzarbeit und keinerlei Anschub für die Wirtschaft.

Frage: Gibt es einen Fall, der Sie besonders betroffen gemacht hat?
Ada Colau: Alle! Weil es, im Gegensatz zu dem, was uns die PP Glauben machen will, nicht schlimmere und weniger schlimme Fälle gibt. Alles sind Fälle extremer Verletzlichkeit. Der Verlust der Wohnung zerstört Familien und die Emotionen der Menschen. Selbst wenn wir es schaffen sollten, die Gesetze für kommende Fälle zu ändern, wird eine traumatisierte Generation übrig bleiben.

Frage: Wie reagieren die Menschen, wenn Sie es schaffen, eine Zwangsräumung zu stoppen?
Ada Colau: Viel eher mit sofortigem Engagement als mit Dank. Die PAH ist der Gewinner in allen Fällen. Die Menschen kommen mit völlig zerstörtem Selbstbewusstsein zu uns, finden Hilfe und sind dann sofort bereit, sich für andere ähnliche Fälle zu engagieren. Das wird von einigen praktisch als Wiedergeburt klassifiziert: der Schritt von Betroffenen hin zum Aktivisten. Das Schönste, was mir je im Leben passiert ist.

Frage: Sind die Menschen nicht selbst verantwortlich, weil sie sich dazu treiben liessen, überdimensionierte Hypotheken zu unterschreiben?
Ada Colau: Sie weichen ihrer Eigenverantwortlichkeit ja nicht aus. Was haben die Menschen verstanden und was haben die Banken bei Vertragsunterzeichnung erklärt? Dass die Bank meinetwegen eine Immobilie auf einen Wert von 300.000 Euro schätzte und bereit war, dafür einen Kredit von 250.000, 300.000 oder gar mehr einzuräumen. Die Bank sagt dir: „Mach dir keinen Kopf. Falls du nicht mehr zahlen kannst, verkaufst du die Immobilie und das war´s dann.“ – Weder die Bank, noch der Makler, noch der Notar und schon gar nicht irgendein Amt sagent dir, dass du die Immobilie verkaufen musst und trotzdem dein Leben lang auf einem riesigen Berg Schulden sitzen bleibst. Wenn sie es erklärt hätten, würden viele Menschen keine Hypothek unterschrieben haben. Die Banken haben seitenweise missbräuchliche und betrügerische Klauseln ins Kleingedruckte gesetzt. Es ist sehr verwunderlich, dass derzeit nicht mehr schlimme Dinge passieren in diesem Land. Unglaublich.

Frage: Wie verlaufen ihre Verhandlungen mit den Banken? Wieso ist die Situation auch für die Banken ein Problem?
Ada Colau: Es ist ein Problem für die Banken, aber die Direktoren wissen doch, das sie systematisch „gerettet“ werden. Einige gehen mit Millionenzahlungen in die Ruhestand, andere hocken weiter auf fetten Gehältern. In Spanien ist De Guindos Wirtschaftsminister, der einst selbst einer solchen Versagerbank (Red.: Lehman Brothers Europe) vorstand. Die offizielle Message ist: du kannst ein Mafioso sein, ein Betrüger und die Wirtschaft deines Landes versenken – trotzdem wirst du institutionell hoch angesehen sein. Als wir mit den Banken zu verhandeln begannen, wurden wir mit Ablehnung und Verachtung empfangen. Aber David schafft den Goliath mehr und mehr, weil wir ihren Schwachpunkt attackieren: das öffentliche Image. Als wir begannen, uns vor den Bankfilialen zu postieren und den eintretenden Kunden zu erklären, dass und wie in der Filiale Menschen über den Tisch gezogen und betrogen werden, zeigten sie sich plötzlich verhandlungsbereit.

Frage: Setzen Sie also auf das komplette Verschwinden der Banken?
Ada Colau: Nein. Es wäre infantil zu glauben, es brauche keine ökonomische Struktur. Natürlich muss es irgendwelche Banken geben, entweder in öffentlicher Hand oder unter wirklich demokratischer Kontrolle, die die fundamentalen Notwendigkeiten der Bevölkerung als Priorität haben und menschliches Leben und Würde über irgendwelche Aktionärsinteressen setzen.

Frage: Waren Sie immer schon so engagiert und kampfbereit?
Ada Colau: Ja. Ich haben mich immer schon um gesellschaftliche und soziale Themen bemüht, sonst hätte ich kaum Philosophie studiert, was nicht gerade einen gut bezahlten Arbeitsplatz verspricht.

Frage: Wann fiel Ihnen auf, dass Sie sich in einen sozialen Superheld verwandelten?
Ada Colau: Kein Superheld. Die wichtigste Message der PAH ist, dass einfache Menschen, wenn sie sich solidarisieren und organisieren, Berge bewegen und das erreichen können, woran sie niemals geglaubt hätten. Wenn wir vermitteln würden, dass es dazu Superhelden braucht, wäre das kontraproduktiv – und vor allem falsch. Aber Sie hatten mich nach meinem persönlichen Engagement gefragt?

Frage: Ja, wann begann das?
Ada Colau: In der Schule bereits. Ich erinnere mich an Demonstrationen anlässlich des ersten Golf-Krieges. Auch in der Uni war ich bei gesellschaftspolitischen Themen aktiv. Der stärkste Impuls kam dann durch die Anti-Globalisierungsbewegung. Viele Leute aus ganz verschiedenen Denkrichtungen trafen sich auf der Strasse, um deutlich zu machen, dass hier Leute regieren, die wir nie gewählt haben: der Internationale Währungsfond (IWF), die Geldinstitute … sehr wenig transparente Institutionen, die die Regierungen wie eine Marionette am langen Faden hin und her bewegen. Und wir haben uns gefragt: „Na schön, und was jetzt? Was tun wir mit unserem Leben?“ – Denn jetzt und jeden Tag müssen wir gegen diese prekären Zustände kämpfen. Einer davon ist das Thema Wohnrecht.

Frage: Sie selbst haben in besetzten Häusern gewohnt. Wie stehen Sie zu dem Thema? Ist Besetzung legitim?
Ada Colau: Selbstverständlich! Mehr als jemals vorher! Spanien ist das Land der EU, das am meisten Wohnraum bereit hält und am meisten zwangsräumt. Zwangsräumung aus wirtschftlichen Motiven ist die gröbstmögliche Verletzung des Wohnrechts. Es darf nur als allerletztes Mittel eingesetzt werden und ist in Spanien das erste! Das mag legal sein, ist aber zutiefst unmoralisch.

Frage: Stellen Sie also privaten Immobilienbesitz generell in Frage?
Ada Colau: Man muss die Art der Besitzhaltung diskutieren. Menschen haben ein Recht auf eine sichere, stabile und sogar lebenslange Wohnung. Das kann man auf verschiedene Weise erreichen; hier hat man es nur über Privatbesitz versucht und uns erklärt, das sei die stabilste Version. Jetzt stellt es sich als falsch heraus: Viele waren nicht Eigentümer sondern Überschuldete. Miete ist keine Alternative, denn das Wohnrecht war schon prekär und die PP hat es noch weiter ausgehöhlt, als jetzt die Vetragsdauer von fünf auf drei Jahre reduziert wurde. Das ist keine stabile Wohnsituation. Man muss auf Änderungen bestehen. Erstens qualitativ akzeptable und vor allem wirklich zu bekommende Mietwohnungen; zweitens Privateigentum, das nicht spekulativ ist.

Frage: Wovon haben Sie gelebt in Ihren Jahren als Aktivistin?
Ada Colau: In einer Kommunikationsfirma, in der TV-Produktion, als Übersetzerin … und immer unter prekären Vertragsverhältnissen.

Frage: Und was tun Sie gerade jetzt, ausser Aktivistin zu sein?
Ada Colau: Glücklicherweise konnte ich in den vergangenen fünf Jahren in der Stelle für wirtschaftliches, soziales und kulturelles Recht arbeiten. Wird aber wohl bald zu Ende sein, weil es von öffentlicher Finanzierung anhängt.

Frage: Leben Sie sparsam?
Ada Colau: Ich brauche nicht viel zum Leben. Sehe ich auch nicht als Verlust an: ich brauche kein Auto, keine Besitztümer, keine teuren Spielereien.

Frage: Welche Dinge erfüllen Sie statt dessen?
Ada Colau: Mit weniger hat man mehr, habe ich festgestellt. Meine Erfahrungen mit anderen in der PAH teilen, das erfüllt mich. Das ist viel besser, sogar aus egoistischen Gesichtspunkten heraus. Es ist tausendmal befriedigender, mit weniger zu leben, als diese Konsumgesellschaft, die dir Glücklichsein verspricht und nur dafür sorgt, dass du am Ende depressiv und allein bist.

Frage: Sie besitzen selbst keine Wohnung, was immer wieder kritisiert wird, weil Sie ja der Plattform für Hypothekengeschädigte vorstehen …
Ada Colau: Muss man selbst Sklave sein, um Sklaverei abschaffen zu wollen? Hypotheken betreffen mich nicht selbst, das Thema Wohnrecht sehr wohl und die PAH setzt sich für genau dieses Thema ein, ob Miete oder Privatbesitz.

Frage: Gibt es im Altruismus einen Teil Egoismus?
Ada Colau: Aber unbedingt! Das Engegement tausender Menschen ist nicht erklärlich, wenn es nicht auch höchst befriedigend wäre. Wenn das nur Opfer abverlangte, gäbe es diese Tausende nicht. Der Prozess der Machtergreifung, des Herausfindens, ob wir nicht doch viel mehr ändern können, als man uns zugestehen will, ist sehr befriedigend. Die Plattform gibt dir mehr als du ihr. Deswegen wächst sie auch von Tag zu Tag.

Frage: Sie sind inzwischen ungeheuer populär in diesem Land. Haben Sie sich nie versucht gefühlt, durch eine Parteimitgliedschaft etwas ändern zu wollen?
Ada Colau: Nein. Als Bürgerin glaube ich, dass wir alle bestrebt sein müssen, unsere demokratischen Institutionen zu erneuern, die jetzt am Boden liegen. Die Parteien sind korrupt, jeden Tag weiter weg von Transparenz und den Bürgern, versuchen ihren Machtanspruch zu zementieren. Man hat mir einen Abgeordnetensitz angeboten. Ich habe abgelehnt. Die PAH tut mehr als jede Partei. Wir haben eine Gesetzesinitiative angeschoben, mehr als 700 Zwangsräumungen gestoppt, hunderte von Hypothekenverträgen neu ausgehandelt. Welche Formation mit ungeheuer viel Geld und jede Menge attrativer Pöstchen könnte das sonst schaffen? Nach meiner Meinung keine einzige …

Frage: Haben die Parteien noch irgendeine Zukunft?
Ada Colau: In der jetzigen Form sicher nicht. Das braucht den Reset-Knopf. Natürlich braucht es irgendeine Organisationsform und Repräsentanz. Kann nicht sein, dass jeder zu jedem Zeitpunkt und zu jedem Thema eine Meinung abgibt. Aber das System muss aktualisiert werden. Internet erlaubt zum Beispiel brutale Beteiligungsquoten.

Frage: Gefällt es Ihnen, wenn sie als „linksgerichtet“ definiert werden?
Ada Colau: Ich definiere mich nicht so. Sondern als radikale Demokratin und Verteidigerin der Menschenrechte. Wir brauchen eine reale Demokratie, nicht eine geknebelte wie jetzt. Links und rechts waren eine Weile brauchbar, aber jetzt gibt es eine ungeheure soziale Masse, die mit diesen Etiketten nichts mehr anfangen kann. Die Parteien haben sich selbst ihr Image geschaffen. Die PSOE hat die linke Idee in diesem Land zerstört in den Themen Bürgerrechte, Freiheit. Ich mag aus einer linken Tradition stammen, aber mit der derzeitigen Repräsentanz identifiziere ich mich nicht.

Frage: Was sagen Sie zum Ergebnis der Escraches, die Sie gegen PP-Abgeordnete organisiert haben?
Ada Colau: Ein voller Erfolg! Bürger begannen sich endlich zu fragen, warum es wohl so aussergewöhnlich sein sollte, von den Volksvertretern Erklärungen zu verlangen. In anderen Ländern empfangen solche Repräsentanten jeden Bürger, der eine Beschwerde vorzubringen hat. Wenn das hier auch so wäre, bräuchten wir kein Escrache.

Frage: Aber musste man das vor deren Privatwohnungen machen? Ist das kein Eingriff in die Imtimsphäre?
Ada Colau: Alles andere hatten wir schon versucht. Unsere Aufmärsche vor Partei- und Regierungszentralen waren grundsätzlich ignoriert worden.

Frage: Das letzte Mittel also?
Ada Colau: Wir wollten klar machen: wir finden dich, werden dort sein, wo du bist und du wirst uns nicht ausweichen können. Wenn es vor deiner Wohnung ist, dann eben vor deiner Wohnung. Andere werden aus ihrer Behausung geworfen. Wir haben uns nur mit Transparenten vor die Tür von Politikern gestellt und niemals Wohnrecht verletzt.

Frage: Angesichts dessen, was die PP und regierungsafine Medien über Sie gesagt haben, hatten Sie nie Angst?
Ada Colau: In einigen Momenten vielleicht schon, es war sehr hart manchmal … sie zielen auf dich, bezeichnen dich als Terrorist und wissen, dass ein kleiner, radikaler Teil der Bevölkerung darauf anspringen könnte. Ich habe deutliche Drohungen erhalten, nicht nur gegen mich, auch gegen meine Familie, was am meisten schmerzt. Aber wirkliche Angst habe ich nicht verspürt, denn ich gehöre zu einem grossen Kollektiv, in dem einer für den anderen einsteht.

Frage: Und ihr Umfeld? Wie reagiert es darauf, dass Sie immer Zielscheibe sind?
Ada Colau: Mein Partner und ich sind beide Aktivisten und haben uns auch in dem Umfeld kennengelernt. Von der Familie gibt es Unterstützung. Es gibt sehr ungemütliche Tage, aber niemand zweifelt daran, dass wir tun, was getan werden muss, um einen Ausspruch von Rajoy zu paraphrasieren.

Frage: Wie schalten Sie ab in diesem ganzen Wirbel?
Ada Colau: Mit meinem zweijährigen Sohn. Das ist das Beste. Du kommst nach Hause und musst dir Abschalten gar nicht vornehmen. Er kommt, will Aufmerksamkeit und spielen; wenn er mich mit dem Telefon in der Hand sieht, nimmt er es und wirft es in die Ecke.

Frage: Man kann also Familien- und Arbeitsleben mit der Aktivistin unter einen Hut bringen?
Ada Colau: Kann man. Ich sehe genug Leute, die zwei Jobs machen müssen, um irgendwie zum Monatsende zu kommen; viele Frauen, die viel mehr leisten müssen als ich. Mein Sohn kommt nicht selten mit zu Demos und Escraches, wie auch die Kinder anderer Aktivisten. Wir trennen nicht zwischen den Welten, sind eine sehr familiäre Bewegung. Ausserdem sind die Energie und das Lachen der Kinder das beste Rezept gegen Krisenfrust.

Frage: Nach all diesen ereignisreichen Jahren als Aktivistin – was haben Sie persönlich an Erkenntnissen daraus gezogen.
Ada Colau: Weia, was für eine Frage! Die Erkenntnis vor allem, dass der Determinismus falsch ist. Die offizielle Version ist, dass man eh nichts tun kann. Dass du nichts erreichen kannst, egal was du unternimmst. Dass alles, was passiert ist, deine Schuld ist. Dass du über deine Verhältnisse gelebt hast und dich schämen sollst, du Versager. Hinter dieser Version stecken handfeste finanzielle Interessen! Da gibt es Leute, die wollen, dass du das glaubst, dass du dich schlecht und alleine fühlst. Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass sich gerade die ärmsten Menschen, die ganz am Boden sind, in Superhelden verwandeln, wenn sie auf einen Raum aus Solidarität treffen, der ihnen ihre Würde zurück gibt.

5 Kommentare zu “Interview: Ada Colau, das Schreckgespenst der spanischen Regierung

  1. Helge sagt:

    Fehlt hier:


    Frage: Gibt es einen Fall, der Sie besonders betroffen gemacht hat?
    Ada Colau: Alle! Weil es, im Gegensatz zu dem, was uns die PP Glauben machen will, schlimmere und weniger schlimme Fälle gibt.

    nicht ein „keine“ oder „nicht“ vor „schlimmere“?

  2. Kowalski sagt:

    Sie hat gut erkannt, dass die demokratischen Parteien die Währungskrise nicht mehr in den Griff bekommen und versucht etwas Neues zu gründen. Aber nur der Euro-Austritt wird Spanien wieder eine Chance auf Wachstum und Arbeit eröffnen. Ein Haken, die Gläubiger werden dabei wohl auf die geliehenen Euros verzichten müssen. Pech gehabt!
    Deutschland erdrückt sonst die Euro-Länder mit seiner Niedriglohnstrategie. Die deutsche Produktivität wird seit der Euroeinführung nicht mehr an die Beschäftigten weitergegeben sondern sie wird zur Senkung der Preise benutzt. Und das seit 1999 – „Bündnis für Arbeit“ nennt sich das. Die Europäer haben dabei geschlafen oder waren zu dumm um die Folgen für die Währungsunion zu begreifen. Es gab genug Warnungen, sogar eine Institution gibt es um solche Entwicklung zu verhindern- Makroökonomischer Dialog(MED)

    „Makroökonomischer Dialog
    Der makroökonomische Dialog, der vom Europäischen Rat von Köln im Juni 1999 ins Leben gerufen wurde, leistet einen Beitrag zur Ausrichtung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der EU an Wachstum und Stabilität. Er bietet hochrangigen Vertretern von Rat, Kommission, Europäischer Zentralbank und Sozialpartnern ein Forum für den Gedankenaustausch.
    Grundanliegen des makroökonomischen Dialogs ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen maßgeblichen Interessenvertretern und Entscheidungsträgern der makroökonomischen Politik einerseits und den für die Lohnfindung Verantwortlichen andererseits (Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern) zu fördern.
    Eine bessere Abstimmung zwischen Lohnentwicklungen und Instrumenten der Geld- und Steuerpolitik soll zu inflationsfreiem Wachstum beitragen.
    Der makroökonomische Dialog wird zweimal jährlich veranstaltet und findet auf zwei Ebenen statt – der politischen und der fachlichen. Der politische Dialog wird von einem Vertreter des Landes organisiert, das die EU-Präsidentschaft innehat. Im Vorfeld wird eine Fachbesprechung abgehalten. Den Rahmen dafür gibt der Ausschuss für Wirtschaftspolitik vor, während die GD Wirtschaft und Finanzen das Sekretariat sicherstellt.

    Ein grandioses Versagen der EU.

  3. Katkat sagt:

    Dem „Dialog“ begegnet die span. ReGIERung inzwischen kurzerhand, indem sie – ähnlich den anderen Gierungen der EU – gegen *wen auch immer* aufrüstet und der Polizei für immerhin 6 Mill. € ganz schicke neue schußsichere Westen schenkt. Oh je…

    http://politica.elpais.com/politica/2013/07/30/actualidad/1375186469_041736.html

    • fischi sagt:

      Erstmal meine Hochachtung für die Frau !
      Meiner Meinung nach sollte man die Proteste auch auf die Villen der Superreichen ausdehnen.
      Das Aufrüsten nützt den Schlägern aber bloß was wenn sie 24 Stundenden am Tag in Rudeln auftreten.

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