XKeyscore: Alles wird, wie es bleibt

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Es ist alles schlimmer, wie sich jetzt herausstellt: Das Spionageprogramm XKeyscore erlaubt eine fast allumfassende Überwachung auch einzelner Internet-Nutzer in Echtzeit. Damit hat die NSA nicht nur Mega-Daten gesammelt, sondern greift auch gezielt auf bestimmte User zu; Internetaktivitäten von Nutzern werden in Echtzeit überwacht – also besuchte Websites, Inhalte von E-Mails und Anfragen an Suchmaschinen.

In Deutschland setzt das Bundesamt für Verfassungsschutz XKeyscore „testweise“ ein.

Die Konsequenz daraus: Auf die Frage „Haben Sie Ihr Verhalten bei der Kommunikation im Internet aufgrund der bekannt gewordenen Abhöraktionen verändert oder nicht?“ antworteten 89 Prozent mit „Nein“, nur elf Prozent geben an, ihr Verhalten geändert zu haben.

Na dann, was soll´s, lohnt den Aufwand nicht, reden wir lieber über´s Wetter

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7 Kommentare zu “XKeyscore: Alles wird, wie es bleibt

  1. Warum auch, sollten die Internet-Benutzer ihr Verhalten ändern?
    Haben wir in der DDR unser Verhalten geändert? Nein!
    Waren wir am Telefon „artig“ und „still“? Nein, im Gegenteil! Unsere Meinung war: Nun erst recht! Mögen sie doch mithören, dann wissen es gleich diejenigen, die es angeht.
    Hat das was an der Entwicklung in der DDR geändert? Nein!

    Was lehrt uns das?
    Diese Massenüberwachung beleuchtet die Schwäche des Systems, nicht seine Stärke.

    Und was sie damit zu verhindern suchen, können sie eh nicht mehr verhindern. Der Geist ist aus der Flasche und dahin ist er nicht mehr zurück zu bringen….

  2. fischi sagt:

    Dass es nicht nur in der DDR eine Stasi gegeben hat und dass dieser Staat wie jeder andere seine Leute überwacht, war mir schon immer klar.
    Aber das Ausmaß ist schon gigantisch.
    Und die Mutter aller Lügen hat natürlich wieder von nichts gewußt

  3. Ernesto sagt:

    Passt doch alles wunderbar! Natürlich braucht man ein Programm wie XKeyscore. Diese riesigen Datenmengen zu speichern reicht ja nicht, da findet ja niemand etwas. Das wäre wie eine Milliarde Bücher ohne Verzeichnis.
    Also gibt es XKeyscore um die vielen unterschiedlichen Arten von Informationen mit einander zu verknüpfen und um dann gezielt suchen zu können.
    Die Amerikaner dürfen auf Daten von Amerikanern nur per Gerichtsbeschluss zugreifen. Bei Daten von Ausländern ist dies nicht nötig. Also lässt man die Amerikaner die Daten sammeln und bei Bedarf nach den gewünschten Kriterien durchsuchen. So umgeht man die heimischen Datenschutzgesetze doch ganz geschickt. Im Gegenzug erweist man sich dann warscheinlich ebenfalls als kooperativ…
    Warscheinlich wird das Ganze seit Jahren als Gemeinschaftsproduktion betrieben und alle Beteiligten profitieren davon. Hin und wieder sogar die Bürger.
    Peinlich ist immer nur, wenn die Öffentlichkeit von so etwas erfährt.

    • Uhupardo sagt:

      „Peinlich ist immer nur, wenn die Öffentlichkeit von so etwas erfährt.“

      Eben. Es ist gut zu wissen, dass inzwischen die Haltung von Leuten, die eine Wohnung ausrauben, und der Regierungen exakt dieselbe ist. Es geht nur noch darum, sich nicht erwischen zu lassen.

  4. Nina sagt:

    Dazu kann man wohl nicht viel sagen… es war allerdings einigen Menschen schon lange klar, dass das Internet überwacht wird.

    Für die Spione: Bombe, Bombe, Bombe, Anschlag, Anschlag, Anschlag.

    Ob sie das was bringt?😀

  5. … wer andern eine Grube gräbt…

    Kürzlich las ich einem Artikel darüber, wieviel einerseits die gespeicherten Metadaten über das Verhalten eines Menschen aussagen, wie zielgenau er durch sie beobachtet werden kann und wie sich das Blatt genau dadurch gegen die „Erfinder“ der Schnüffeleien wenden kann:

    Durch die Auswertung der Metadaten mit einem eigens dafür entwickelten Programm „Analyst’s Notebook“ konnte in Italien die verdeckte Aktion der CIA in Italien zur Entführung und Verschleppung des italienischen Bürgers Abu Omars aus Italien über das deutsche Rammstein nach Ägypten aufgedeckt werden. Abu Omar wurde OHNE Rechtsanwalt und OHNE Gerichtsverfahen 14 Monate lang in einem ägyptischen Gefängnis gefoltert und festgehalten, nur weil er im VERDACHT stand, Terroristen für Al Quaida zu rekrutieren. Anschließend wurde er sang- und klanglos „entlassen“. Die italienischen Behörden wurden über die geplante Entführung und Verschleppung nicht informiert.
    Durch die Auswertung der Meta-Daten der Mobilfunk-Telefone konnte das Netzwerk der CIA von einigen dutzend CIA-Agenten identifiziert und aufgedeckt werden. Die Agenten, die von den USA „zurück geholt“ und später nicht ausgeliefert wurden, wurden in Italien aufgrund dieser erdrückenden Beweise zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt. Wenn die USA sie auch nicht ausliefert, so können sie doch nicht mehr ins Ausland reisen.

    Ein weiterer Schlag gegen die USA gelang der Hisbollah 2011 im Libanon durch die Auswertung der Metadaten der Mobilfunk Telefon, die 90 % des Agenten-Netzwerkes der CIA aufdecken und unschädlich machen konnte. Viele der Informanten und Agenten seien festgenommen und vermutlich getötet worden.
    Es ist also kein Wunder, dass die Hisbollah als „Terroristen-Organisation“ verschrien wird.
    Die USA und Vasallen und Bluthunde bewerfen die anderen zu gern mit ihrem eigenen Dreck.

  6. […] Initiativen, Runde Tische, auch finanzielle Unterstützungsleistungen. Aber bei Weitem nicht so, wie es nötig wäre und wie es sich die Opfer auch erhoffen konnten. Das ist der Skandal hinter dem […]

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