PAH besetzt im Handstreich 40 Wohnungen in Barcelona

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„Wir haben gar keine andere Wahl. Entweder besetzen wir solche Wohnungen oder 40 Familien schlafen auf der Strasse, verdammt nochmal!“, erklärt ein Sprecher der Plattform für Hypotehekengeschädigte (PAH).  Der Bank Caixa Penedès, zugehörig zur Gruppe Banco Mare Nostrum, gehören die 40 Wohnungen in Sabadell (Barcelona), die sie heute im Handstreich besetzt haben.  Alle diese Behausungen hatten seit ihrer Fertigstellung leer gestanden.  Banco Mare Nostrum war mit mehr als einer Milliarde Steuergelder „gerettet“ worden.

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Witz der Woche in Spanien

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„Bloss keine Troika in Madrid – dann müssten wir knallharte Sparauflagen erfüllen!“ – Das ist der Witz der Woche in Spanien, dessen Sinn sich ausserhalb der Landesgrenzen vielleicht nicht sofort erschliesst. Der Hintergrund: Seit Monaten redet Regierungschef Mariano Rajoy davon, man müsse alles tun, damit das Land nicht unter den Rettungsschirm schlüpfen muss, denn sonst kämen die mit den schwarzen Anzügen aus Brüssel und würden Spanien harte Sparauflagen auferlegen. Das Volk begegnet dem inzwischen mit grinsendem Sarkasmus: Noch härtere Sparauflagen als die, die Rajoy längst verkündet hat? Wer sollte denn noch Angst davor haben?

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Spanische Zinsen erreichen kritische 7-Prozent-Marke

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Heute Morgen muss Spanien erstmals seit der Euro-Einführung sieben Prozent Zinsen zusagen, um seine zehnjährigen Staatsanleihen loszuwerden. Die Risikoprämie stieg auf den neuen Rekordwert von 550 Punkten. Das ist nicht wirklich überraschend, nachdem die Rating-Agentur Moody´s das Land gestern Abend um drei Stufen auf Baa3, also kurz vor „Müllstatus“ herabgestuft hatte. Damit ist jetzt Alarm angesagt. Griechenland hatte 2010 um „Rettung“ gebeten, als 8,5% Zinsen erreicht wurden, ebenso wie Portugal im April 2011; in Irland reichten im November 2010 schon 8,1 Prozent.

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EU-Bedingungen für Spaniens 100 Milliarden sind geklärt

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Seitdem sich die EU am Samstag bereit erklärt hat, Spanien 100 Milliarden für de Bankenrettung zu überweisen, fragt sich alle Welt: Aber zu welchen Bedingungen? Auch diese Frage ist jetzt geklärt und die entsprechende Antwort darauf hatten wir bereits am Samstag gegeben.

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Die gesamte Entwicklung der spanischen Bankenrettung am Wochenende

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Madrid schlüpft unter den Banken-Rettungsschirm! Noch an diesem Wochenende, so will die Nachrichtenagentur Reuters aus drei zuverlässigen EU-Quellen erfahren haben, wird die konservative Regierung von Mariano Rajoy die EU um Hilfe und die entsprechenden Milliarden bitten. Aus Regierungskreisen gibt es kein Dementi und nur die lapidare Ansage, man kommentiere keine Spekulationen. Ministerpräsident Rajoy hatte noch vor zehn Tagen eine Bankenrettung in Spanien kategorisch ausgeschlossen. Jetzt ist es offensichtlich soweit: Spanien ist nach Irland, Griechenland und Portugal das vierte Land, das den EU-Rettungsschirm in Anspruch nimmt.

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In einfachen Worten: Liquiditäts-Instrument ELA – Geld drucken ohne Ende zur Bankenrettung

Notfall-Liquiditätshilfe (ELA) – was ist denn nun das schon wieder? Es ist die Lizenz zum Geld drucken für die Notenbanken, eben für Notfälle. Wie diese Lizenz funktioniert, wofür sie eigentlich gedacht ist und wie man sie missbraucht, zeigt dieses kurze Video und erklärt es mit sehr einfachen Worten. Wenn die ELA zur Bankenrettung kontinuierlich missbraucht wird, zahlt es – na, wer schon – der Steuerzahler. Und wie kann man diesen Missbrauch vermeiden? – Praktisch gesehen überhaupt nicht.

Alles was hohl ist, wird einstürzen

Wenn man den Banken Steuergeld in den Rachen schiebt und sie „rettet“, müssen diese Banken die Aktien später vom Staat zu einem erhöhten Preis zurückkaufen, wenn sie wieder Herr im eigenen Haus werden wollen.

Lesen Sie das ganz langsam und mit Genuss!
Die USA haben mit ihrer Bankenrettung auf solche Art 15 Milliarden Gewinn gemacht. Frankreich 2,5 Milliarden, Spanien 1 Milliarde Gewinn. Deutschland hat dabei unglaubliche 38 Milliarden Euro Minus eingefahren! Deutsche Politiker haben die Situation komplett im Griff, wer wollte daran zweifeln?

Die Banken, die den allergrössten Teil ihrer Griechenland-Anliehen längst an die EZB abgegeben und mehrheitlich längst keine Probleme mehr damit haben, stimmten nun dem 50%igen Schuldenschnitt zu. Es ist ihnen egal, alles besser, als das ganze Gebäude einstürzen zu lassen. Wenn jetzt im Erdgeschoss kein Geld mehr zu machen ist, werden sich im 1. Stock oder im Keller genug andere Möglichkeiten finden.

Griechenlands Schulden sollen bis 2020 auf „nur“120 Prozent gesenkt werden. Die wird das Land dann vermutlich mit Schafskäse zurückzahlen, wenn … falls … sich genug Banken an das Verhandlungsergebnis halten – was keine Verpflichtung darstellt sondern von jeder Bank selbst entschieden wird -, dem Land 50 Prozent der Schulden zu erlassen.

Von den EU-Staaten abgesicherten Beträge sollen jetzt Investoren dazu verleiten, sich für die Staatsobligationen der angeschlagenen Staaten zu interessieren. Die werden einen Teufel tun, sich ausgerechnet auf die Versicherungsversprechungen derjenigen Politik zu verlassen, die innerhalb der vergangenen sieben Monate ihre Leitlinien dreimal umgeworfen hat.

Überall ist Aufatmen zu hören angesichts der Brüsseler Beschlüsse, die Börsen steigen wieder. Das erinnert an den afrikanischen Wunderheiler, der in einer 18-stündigen anstrengenden Sitzung mit allen ihm zur Verfügung stehenden Zaubern um Regen gebeten hatte. Tatsächlich rauschte das Wasser am nächsten Tag in Strömen vom Himmel. Bis heute ist er in den Stammesbüchern Westafrikas der Superstar. Dass gleich danach eine zehnjährige Dürre für das komplette Verschwinden seines Stammes sorgte, interessiert niemanden.

Europas Politik hat in den vergangenen Wochen hart am Abgrund gestanden. Nun geht sie einen Schritt weiter …

Der Absturz wird deswegen nicht vermeidbar sein, weil Banken und vor allem Schattenbanken (Unternehmen ohne Banklizenz, die sich mit dem Geldgeschäft beschäftigen) noch immer nicht an die Kette gelegt werden. Keinerlei Regelung in Sicht. Kreditausfallversicherungen, Futures und andere Zockerpapiere können weiterhin grenzenlos gegen alles und jeden eingesetzt werden. Das System wird in keiner Weise reformiert, das grausame Spiel der Finanzhaie gegen die Steuergelder der verschiedenen Staaten geht unvermittelt weiter.

Das „Tilt“ steht bereits über der Tür, weil alles irgendwann unweigerlich einstürzen muss, was hohl ist.

Zu diesem Thema lohnt sich auch „Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima“ von Jakob Augstein: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,794313,00.html