EU beschliesst Job-Garantie für Jugendliche – auch gern unentgeldlich

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Die EU räumt jetzt gründlich auf mit der Jugend-Arbeitslosigkeit in Europa. Endlich! Demnach soll jeder Europäer unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem er eine Stelle verloren oder eine Ausbildung beendet hat, ein Angebot für einen Arbeits-, Ausbildungs- oder zumindest für einen Praktikumsplatz bekommen. Jetzt werden alle die vielen jungen Leute, die niemand braucht, dort eingestellt, wo sie wenig oder möglichst gar nichts kosten. Hauptsache weg von der Strasse …

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Schuftest du noch oder verdienst du schon?

Natürlich kann die EU in arbeitsmarktpolitischen Belangen nur Empfehlungen aussprechen, aber „mit der Jugendgarantie haben junge Menschen eine wirkliche Chance auf eine bessere Zukunft“, sagt Kommissionschef Jose Manuel Barroso und appellierte an die Staaten, „der Vereinbarung so schnell wie möglich Taten folgen zu lassen“. Die werden nicht zögern, da kann man ganz sicher sein.

Schon heute und ohne die neue „EU-Job-Garantie“ arbeiten immer mehr Menschen gratis „zur Probe“ oder werden mit Pratikumsplätzen als billige Vollzeitkräfte gern genommen. Die neue Regelung dürfte diese Situation noch befördern. Alles unter dem Motto: „Seht ihr, die EU bringt euch unter, macht euch keine Sorgen“. Dass es damit für eine eigene Wohnung wieder nicht reicht, Mami und Papi den Nachwuchs weiterhin unterbringen und finanzieren müssen, wen stört das schon? Irgendwas ist immer. Immerhin bekommt die Wirtschaft so noch billigere Arbeitskräfte. Amazon kann durchatmen. Ist das gar nichts?

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Finale in Paris – EU plant Finanz-Superministerium

 

Die Europäische Union will auf dem Weg einer Fiskalunion fortschreiten und plant die Einrichtung eines Finanz-Superministeriums, das weitreichende Kompetenzen haben soll, um in die Haushalte derjenigen Länder eingreifen zu können, die zu viele Schulden machen. Das geht aus einem Entwurf hevor, den die Financial Times vorab veröffentlicht und der am Wochenende auf dem Brüsseler Gipfel diskutiert werden soll.

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Murmeltier: Merkel lehnt Euro-Bonds vor dem Gipfel strikt ab

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Deutschland lehnt Euro-Bonds strikt ab. Solche gemeinsamen Schuldenpapiere seien nach den EU-Verträgen sogar verboten, liess man in Brüssel verlauten. Das Land, das als erstes die Maastricht-Kriterien verletzte, kennt sich urplötzlich gut aus, was die Gesetzeslage angeht. Damit steht die Front – schief, aber sie steht: Deutschland gegen Francois Holland, OECD, IWF, Barroso und den EU-Währungskommissar Olli Rehn, der sich gerade gestern noch deutlich für Euro-Bonds ausgesprochen hatte. Damit dürfte der „Wachstumsgipfel“ heute bereits im Vorfeld zu „Schall und Rauch“ verdammt sein.

Ganz am Ende wird Merkel den Euro-Bonds dann doch zustimmen, die auch nur eine andere Form der gemeinsamen Finanzierung sind als die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Zentralbank – aber das sagten wir bereits am 25. November. Manches braucht etwas länger …

Ölbohrungen vor Küste der Kanarischen Inseln – Protest in Brüssel

Öl-Bohrungen in vulkanischem Erdbeben-Gebiet und direkt vor den touristischen Stränden der Kanarischen Inseln. Das wollen sich Bart Staes (Belgien) und Rául Romera (Spanien) nicht gefallen lassen. Die beiden Grünen-Abgeordneten forderten die EU in Brüssel auf, die Lage sofort zu prüfen und Stellung zu beziehen.

Marokko hatte zuvor dem australischen Unternehmen Tangiers Petroleum Limiteds die Lizenz erteilt, vor der westafrikanischen Küste und 50 Kilometer vor den Stränden von Lanzarote und Fuerteventura, im kommenden Jahr Probebohrungen durchzuführen. Die Regierung Marokkos sicherte sich 25 Prozent der zu erwartenden Gewinne aus der gesamten Operation.

geplante Bohrungen 2010

Es sei “völlig unverantwortlich gegenüber unserer Umwelt und der Tourismus-Industie der Kanarischen Inseln, angesichts eines solchen Vorhabens untätig zu bleiben mit den Gefahren, die bei einem Unfall drohen, wie es zuletzt im Golf von Mexiko der Fall war, wo 800.000 Liter öl ins Meer flossen”, warnte die Lokalpolitikerin Pilar Álvarez in Las Palmas de Gran Canaria.

Die Probebohrungen könnten ebenso gestoppt werden wie die Pläne Marokkos vor einigen Jahren, die den Bau eines Atomkraftwerks an der westafrikanischen Küste vorsahen, unterstrich Älvarez.

Die beiden Grünen-Abgeordneten wollen nun von José Manuel Durao Barroso wissen, ob sich die EU der Gefahren von Ölbohrungen in vulkanischem Gebiet bewusst und ob Brüssel bereit ist, in einem Dialog mit den Regierungen Spaniens und Marokkos einzutreten, um “unsere Küstenbewohner und den Tourismus vor den möglichen Schäden zu bewahren”.

 

Anm.: Wer sich bis jetzt gefragt hatte, warum es wohl den Konflikt um die Westsahara gibt, hat spätestens jetzt die Antwort. Kein Mensch hat sich je im Ernst für die Unabhängigkeitsbestrebungen der Saharauis interessiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Westsaharakonflikt