Mourinho und die FIFA-Verschwörung

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Nur gut, dass Liga-Pause ist und einem der Gesprächsstoff trotzdem nicht ausgeht. Während sich Barcelonas Präsident Sandro Rosell mit einem (weiteren) nationalistischen Vortrag lächerlich macht und Jogi Löw angestrengt versucht, seine Überarbeitung zu verringern, erklärt Madrids Trainer Mourinho, wie unerträglich verschwörerisch die Welt zu Werke geht, nur um seine Stellung als unbestreitbare Nummer 1 unter den Trainern dieses Planeten nicht anerkennen zu müssen.

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Aller guten Dinge sind 3: Spanien schreibt Fussballgeschichte gegen Italien

 

Sie hatten sich den Fussball bis zum Schluss aufgehoben:  Spanien gewann das Endspiel der Europameisterschaft mit 4:0 gegen Italien – der höchste EM-Endspielsieg aller Zeiten. Nun sind sie endgültig in den Geschichtsbüchern angekommen: Europameister 2008, Weltmeister 2010 und Europameister 2012. Drei Titel in Folge, das hatte noch keine Nationalmannschaft je geschafft. Das brisante Finale versöhnte halbwegs mit einem Turnier, das kaum attraktiven Fussball geboten hat.

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EM 2012: Auf ein Wort, Don Vicente …

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Das sage ich Ihnen jetzt, Señor Del Bosque, damit es später nicht heisst „Wieder einer, der sich nur meldet, wenn etwas schief geht“. Damit die Sache klarer wird, werde ich Ihnen den Vortrag in klar abgegrenzten Teilen halten. Beide sind richtig, widersprechen sich kein bisschen, auch wenn das so klingen könnte. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Keine Frage, welche Nationalmannschaft die Beste ist! Die Frage ist nur noch, wie sehr der Trainer den Erfolg verhindern kann, wenn er sich nur genügend anstrengt.

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Paco García Caridad irrt sich

Mit nichts macht man sich schneller und sicherer Feinde als mit dem Satz

„Du irrst dich“

Wenn sich jemand irrt, den man sowieso nicht leiden kann, ist es kein Problem. Schwieriger wird es, wenn sich jemand irrt, den man als sympathischen Zeitgenossen empfindet, weil die Verlustangst zuschlägt: Vielleicht hat er mich dann nicht mehr lieb …

Die Gefahr besteht bei Paco García Caridad nicht. Der Direktor von „Radio MARCA“ ist nicht nur sympathisch – und Fan von UD Las Palmas, was den Sympathiefaktor erhöht  – sondern auch ein ausgesprochener Señor, der Meinungsverschiedenheiten perfekt aushält.

Das Risiko ist also gering, wenn ich sage: Paco García Caridad irrt sich und das gleich zweifach.

Seine Verteidung von Florentino Pérez und der Rat an den Trainer der Nationalmannschaft, Del Bosque, die geplante Auszeichnung durch Real Madrid endlich zu akzeptieren, stellt die Realität auf den Kopf.

Wie mies Don Vicente del Bosque in Spaniens Hauptstadt trotz nennenswerter Erfolge behandelt wurde, muss man hoffentlich niemandem mehr erklären. Das war keine der üblichen Trainerentlassungen; hier ging es um klare und öffentliche persönliche Diffamierung eines Menschen.

Wenn Madrids Präsident Florentino Pérez dem Ex-Trainer nun eine Auszeichnung verleihen will, hätte er zunächst die „Cojones“ haben müssen, Don Vicente selbst das Wort zu gönnen, statt wieder einmal einen Strohmann vorzuschieben, der als Abfangjäger dient: in diesem Fall Butragueño.

Butragueño wiederum trägt eine Mitschuld an dem PR-Desaster, weil er die prompte und klare Antwort von Del Bosque („Ich werde nicht zu dieser Verleihung gehen!“) in der Öffentlichkeit so ambivalent dargestellt hat, dass der Eindruck entstehen musste, der Ex-Trainer wolle seine Entscheidung noch überdenken.

Del Bosque wäre gut beraten, jetzt sofort öffentlich Klartext zu reden, die Sachlage zu klären und zu erläutern, wie viele gute Gründe es gibt, die Auszeichnung nicht annehmen zu wollen.

Das zweite Thema, in dem Paco García Caridad irrt, ist weniger gravierend, denn es wird sich von allein klären und das bald. Sahin und Xabi Alonso würden nicht zusammen auf dem Feld stehen, prognostizierte der Direktor von „Radio MARCA“ gestern.

Sobald der Ex-Dortmunder Sahin wieder fit ist, wird sich zeigen, dass diese Prognose kein Fundament hat. Zumindest gegen die Mannschaften ab Platz 6 der spanischen Liga nach unten dürfte Xabi – Sahin sogar die Idealkombination sein und wird sehr oft so ab der ersten Minute auf dem Platz stehen.

Sahin ist defensiv stärker als manche glauben, aber mit unendlich viel mehr Spielübersicht auf der Mittelfeldposition als alle anderen in Frage kommenden Kandidaten (Khedira, Coentrao, Lass, Granero). Gegen Barcelona, Valencia oder Manchester United mag man in der Mitte mehr „Panzer-Effekt“ brauchen, doch gegen alle anderen Mannschaften werden sich Xabi und Sahin als das ideale Gespann erweisen.

Sollte das nicht der Fall sein, darf Paco García Caridad titeln: „Der Uhupardo irrte sich!“ Dann hat der Uhupardo Gelegenheit zu beweisen, dass es mehr als einen Señor gibt, der Meinungsverschiedenheiten perfekt aushält.