Protest-Demo gegen Ölbohrungen am 24. März auf Gran Canaria und Lanzarote

soria Öl Canarias

„Na und, sollen sie doch nach Öl bohren, dann fliegen wir eben woanders hin“, sagt ein deutscher Tourist in Maspalomas schulterzuckend. Man kann es ihm nicht verdenken. Er wird viel weiter und länger fliegen müssen im Winter, um Wärme und Strand geniessen zu können in der Wintersaison, wenn die kanarischen Strände eines Tages ölverschmiert aufwachen sollten. Doch deutsche couch potatoes sind bekanntlich schon schwer genug vom Sofa zu bringen, wenn es um Themen geht, die sie selbst direkt betreffen. Niemand sollte sich einbilden, bei der Protest-Demo am 24. März in Las Palmas (Parque San Telmo, Samstag, 12 Uhr) eine nennenswerte Zahl Urlauber entdecken zu können.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Demokratie gegen das Volk: Madrid genehmigt Ölbohrungen neben den Kanarischen Inseln

no oil canarias

Trotz aller heftigen Proteste der kanarischen Bevölkerung hat die konservative Regierung Spaniens heute das Ökosystem der Kanarischen Inseln zum Tode verurteilt. Hauptverantwortlicher und damit Hauptschuldiger für diese Entscheidung ist der Minister für Tourismus und Industrie, José Manuel Soria (PP = Partido Petroleo), der aus Las Palmas (Gran Canaria) stammt und die weit mehrheitliche Meinung seiner Landsleute mit Füssen tritt.

Weiterlesen

Ölbohrungen vor Küste der Kanarischen Inseln – Protest in Brüssel

Öl-Bohrungen in vulkanischem Erdbeben-Gebiet und direkt vor den touristischen Stränden der Kanarischen Inseln. Das wollen sich Bart Staes (Belgien) und Rául Romera (Spanien) nicht gefallen lassen. Die beiden Grünen-Abgeordneten forderten die EU in Brüssel auf, die Lage sofort zu prüfen und Stellung zu beziehen.

Marokko hatte zuvor dem australischen Unternehmen Tangiers Petroleum Limiteds die Lizenz erteilt, vor der westafrikanischen Küste und 50 Kilometer vor den Stränden von Lanzarote und Fuerteventura, im kommenden Jahr Probebohrungen durchzuführen. Die Regierung Marokkos sicherte sich 25 Prozent der zu erwartenden Gewinne aus der gesamten Operation.

geplante Bohrungen 2010

Es sei “völlig unverantwortlich gegenüber unserer Umwelt und der Tourismus-Industie der Kanarischen Inseln, angesichts eines solchen Vorhabens untätig zu bleiben mit den Gefahren, die bei einem Unfall drohen, wie es zuletzt im Golf von Mexiko der Fall war, wo 800.000 Liter öl ins Meer flossen”, warnte die Lokalpolitikerin Pilar Álvarez in Las Palmas de Gran Canaria.

Die Probebohrungen könnten ebenso gestoppt werden wie die Pläne Marokkos vor einigen Jahren, die den Bau eines Atomkraftwerks an der westafrikanischen Küste vorsahen, unterstrich Älvarez.

Die beiden Grünen-Abgeordneten wollen nun von José Manuel Durao Barroso wissen, ob sich die EU der Gefahren von Ölbohrungen in vulkanischem Gebiet bewusst und ob Brüssel bereit ist, in einem Dialog mit den Regierungen Spaniens und Marokkos einzutreten, um “unsere Küstenbewohner und den Tourismus vor den möglichen Schäden zu bewahren”.

 

Anm.: Wer sich bis jetzt gefragt hatte, warum es wohl den Konflikt um die Westsahara gibt, hat spätestens jetzt die Antwort. Kein Mensch hat sich je im Ernst für die Unabhängigkeitsbestrebungen der Saharauis interessiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Westsaharakonflikt

Mysterium Seezunge

Ein Plattfisch ist ein Plattfisch. Wenn es ein Fisch ist. Nennt man einen Menschen „Plattfisch“, ist es eher eine Beleidigung … obwohl es manchmal durchaus Berechtigung hätte.

Ob auf Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote oder Fuerteventura: Überall sind die Restaurants voll von deutschen Touristen, die Seezunge bestellen. Seezunge muss es sein, unbedingt, einer der begehrtesten, weil teuersten (oder teuersten, weil begehrtesten, who knows) Speisefische.

Seezunge auf den Kanarischen Inseln essen ist wie Weisswurst auf Büsum oder Labskaus in Bad Tölz. Der Plattfisch wird in der Nordsee gefangen, an der Küste Norwegens, im Ärmelkanal, sogar im Mittelmeer – überall, ausser in der Nähe der Kanarischen Inseln.

Herrlich fangfrische Fische gibt es auf den kanarischen Tellern: http://www.ottoewieghardt.de/fischbuch.pdf

Sama, Mero, Bocinegro, Breca,Burro, Vieja – die Liste der äusserst schmackhaften Schwimmtiere ist beinahe endlos. Alles ganz frisch auf den Teller und zu erschwinglichen Preisen. Aber nein, es muss die Seezunge sein, der einzige Fisch, der mit tödlicher Sicherheit nicht frisch ist, nicht frisch sein kann und vom Eis kommt.

Allerdings bieten die kanarischen Fische einen wichtigen Vorteil nicht: Tante Elli und Onkel Willi können nach Rückkehr damit keinen Nachbarn beeindrucken: „Sie glauben ja nicht, wie billig wir jeden Tag Seezunge gegessen haben?!“

Etwas haben deutsche Touristen mit der Seezunge offensichtlich gemeinsam: „Die Beute wird mit Hilfe von fädigen Sinnesknospen auf der Blindseite des Mauls aufgespürt.“