Das grundsätzliche Problem liegt eben nicht im Geldsystem

Eine völlig richtige Analyse! Mit einem entscheidenden Irrtum: Die Lösung liegt nicht im Geldsystem (allein) sondern im Finanzsystem und in der Verteilung von Geld. Im Bandbreitenmodell nimmt die Geldkritik deswegen keinen nennenswerten Raum ein, weil dies und dies die Probleme besser und gründlicher regeln. Die Geldmarktkritiker machen es sich zu einfach (weil einfach eben so einfach ist) und haben das grundsätzliche Problem nicht verstanden.

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Neues Geld-System und alles wäre geregelt! – Oder nicht?

Da hatte er fast alles richtig gemacht im Leben, so dachte er. Er ist 55 und jetzt aus dem System gefallen. Für HartzIV ist er nicht arm genug – und weil er kein HartzIV bekommt, ist das Job Center für ihn nicht zuständig. Wie lange reichen die Ersparnisse nun noch?

Es ist viel zu lesen über neue Geld-Systeme, die den Krebs-Schaden Zins und Zinseszins beseitigen. Aber ist das allein die Lösung? Wie auch immer das neue Geld-System aussehen mag, was sicher ein wichtiger Schritt ist: Die Arbeitslosigkeit wird auch ein neues System nicht bewältigen.

Bliebe noch das bedingungslose Grundeinkommen. Ein finanzierbares Grundeinkommen würde nur das Armutsniveau stabilisieren – ein ausreichendes Grundeinkommen ist nicht finanzierbar.

Also ja: Ein neues Geldsystem ist sicher Teil einer möglichen Lösung. Die wirkliche Lösung aber – auch und insbesondere für das Grundeinkommen – heisst Bandbreitenmodell.

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Krise nur im Kopf

Überall macht sich Angst breit. Nirgendwo ist eine Lösung in Sicht. Es ist zum Verzweifeln: Der Zusammenbruch des ganzen Systems zeichnet sich ab und trotzdem ändern sich die Denkmuster immer noch nicht.

Während die “Makroökonomen”
immer noch teilweise völlig abstruse Begründungen für die Krise liefern (“Die Erhaltung des Wohlfahrtsstaates ist schuld”) und andere darüber palavern, ob die EZB vielleicht doch am Ende unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen müsse, kann man nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln.

 

Rien en va plus – das System, in dem Geschäftsbanken Geld als verzinste Schuld schöpfen, ist definitiv am Ende und der Kollaps reine Zeitfrage. Weil es mathematisch gar nicht funktionieren kann: Wo die Zinsen im System nicht enthalten sind, wenn es nicht ständige rücksichtslose Neuverschuldung gibt sowie andauerndes Wachstum, müssen alle alten Rezepte hilflos bleiben: Entweder endlose Neuverschuldung oder Kaputtsparen – am besten beides immer schön abwechselnd.

Was so lange funktioniert hat, kann doch nicht ganz falsch sein? – Doch, kann es, weil es von der falschen Prämisse ausging, dass Neuverschuldung und Wachstum in einer Welt mit endlichen Ressourcen endlos sein könnten.

 

Geld ist die einzige Materie, deren Qualität allein durch die Quantität bestimmt wird. Damit sind Begriffe wie “Nachhaltigkeit” oder “Gesellschaftsvertrag” schon durch unser Geldsystem völlig unmöglich gemacht. Geld, das aus dem Nichts geschöpft und durch Zinsen und Zinsenszins unendlich vermehrt wird, ein riesiger Luftballon, der eines Tages platzen musste, an Warnungen hat es nicht gefehlt.

Vermutlich muss es noch viel schlechter werden, um besser werden zu können. Dabei ist die Lösung so schwierig wieder nicht. Wir haben uns irgendwann auf ein Geldsystem geeinigt, einigen wir uns halt auf ein anderes! Geld ist nur eine Fata Morgana, ein Konstrukt, das bisher mehrheitsfähig war, aber ganz sicher nicht “alternativlos” ist.

Zinsen können nur durch immer mehr Schulden bezahlt werden. Das ganze System frisst sich selbst durch die Notwendigkeit ständigen exponentiellen Wachstums von innen auf. Was ist daran so schwer zu verstehen?

Es wird dringend Zeit, dass immer mehr Menschen aus diesem alten längst verkehrsuntauglichen Vehikel aussteigen und sich Gedanken machen über den Tag nach dem Crash, der uns nicht erspart bleiben wird, weil er uns nicht erspart bleiben kann!

Die wahre Krise findet im Kopf statt und nur dort! Hören wir endlich auf, den “Experten” zu glauben, die weiterhin fordern, Heftpflaster auf offene, eiternde Wunden zu kleben. Bemühungen zur Rettung des aktuellen Systems sind verschenkte Kraft und vor allem verschenkte Zeit. Beides muss ab sofort und dringend in die Entwicklung eines neuen Modells einfliessen, das gesellschaftliche Nachhaltigkeit als oberste Prämisse hat.

Beschäftigen wir uns also mit Vollgeld, Fliessgeld, Grundeinkommen, Bandbreitenmodell, Bodenreform, Demokratie 4.0 … und was immer dazu geeignet ist, aus der Schockstarre heraus zu kommen, um endlich nach vorne zu denken, denn die Zeit wartet auf niemanden! Der einzig wirksame “Rettungsschirm” ist die völlige Umgestaltung eines Systems, das komplett am Ende ist. Es geht nicht um die Volksdroge, wer Recht hat – es geht darum, dass darüber konstruktiv und intensiv diskutiert wird!

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