Bestandsaufnahme in der Krise – was ist passiert und wie geht´s weiter?

 

„Bei dem ganzen Nachrichtenwust blickt man doch kaum noch durch … wer hat denn die Zeit, sich ständig auf dem Laufenden zu halten“, hiess gestern ein Leserkommentar. Das war der Anstoss zu diesem Artikel, der versucht, das Ganze in einen griffigen, wenn auch nicht detaillierten Zusammenhang zu setzen, unterlegt mit Links zu früheren Uhupardo-Texten. Eine Momentaufnahme mitten in der Krise und ein Ausblick auf die Zukunft, wie immer in möglichst einfachen Worten, um jeden mitzunehmen.

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Iran dreht Frankreich und England den Ölhahn zu

 

Das Ölministerium hat es am Sonntag offiziell bekannt gegeben: Frankreich und Grossbritannien erhalten ab sofort kein iranisches Öl mehr. Teheran kommt damit dem Ölembargo zuvor, das die EU im Januar beschlossen hatte und das schrittweise bis zum 1. Juli in Kraft treten soll, um Iran zu Zugeständnissen im Thema Atomprogramm zwingen soll. Daraufhin hatte Teheran seinerseits einen Ausfuhrstopp angekündigt. Jetzt bangen vor allem die südeuropäischen Länder um ihre Energieversorgung.

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Brasiliens Wirtschaft überholt Großbritannien

Brasilien ist schon seit Jahren deutlich im Vormarsch. Jetzt hat die Wirtschaft des südamerikanischen Landes Großbritannien den sechsten Platz auf der Weltrangliste abgenommen, wie das Wirtschaftsinstitut „Center for Economics and Business Research“ berichtet.

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Investoren ziehen britische den deutschen Staatsanleihen vor

Das ist praktisch noch die passiert, seitdem es den Euro gibt: Deutschlands langfristige Staatsanleihen hatten am Donnerstag den zweiten schlechten Tag nacheinander.

Die Zinsen, die die Investoren von den 10-jährigen deutschen Papieren verlangten, waren sogar höher als die der britischen. Angesehen von wenigen Tagen im Jahr 2009 muss man bis ins Jahr 2000 zurück, um einen Moment zu finden, in dem Berlin mehr zahlen musste als London. Der Referenzkurs der deutschen Schuldenpapiere lag bei 2,19 Prozent gegenüber den 21,16 Prozent in London.

Noch interessanter ist, dass Deutschland diesmal von den sechs Milliarden zehnjähriger Anleihen nur 3,644 Milliarden platzieren konnte. Die Bundesbank blieb auf 2,356 Milliarden sitzen, die es nun in einer zweiten Runde anzubieten gilt. Zwar ist diese zweite erforderliche Runde nichts Neues, doch so ein grosser Betrag bei zehnjährigen Anleihen war seit 1995 nicht mehr übrig geblieben.

Die Interpretationen sind vielfältig. Ein Teil der Investoren befürchtet, Deutschland werde für die Schulden seiner europäischen Reisebegleiter am Ende auf die eine oder andere Weise bezahlen müssen (Rettungsschirme, Eurobonds). Andere sehen den Euro an sich bereits stark gefährdet und sehen Deutschland als Passagier erster Klasse auf der Titanic.

Nicht-europäische Anleger verkaufen bereits Euro in gewaltigen Mengen und kaufen Staatsanleihen ausserhalb des alten Kontinents.

Im Gegensatz dazu sind kurzfristige deutsche Papiere gefragt wie nie zuvor. Sogar bis zu dem Punkt, dass sie “Negativzins zahlen”, will heissen: Wer sein Geld in Deutschland kurzfristig parken will, muss inzwischen den Parkschein dafür selbst zahlen.