Wo bleibt der Aufschrei?

Akropolis adieu oder darf das gar nicht? Als am 3. November unser Artikel „Griechenland ist unwichtig“ erschien, ahnten wir noch nicht, wie unwichtig Griechenland wirklich ist. Oder hätten Sie damit gerechnet, dass dieses Land nun zwangsgerettet werden soll? Angeblich ist das „alternativlos“, damit Europa nicht den Bach runter geht. Oder der Euro. Oder beides, wer weiss das schon, wenn angeblich Währung und Kontinent identisch sind. Kann das alles wirklich wahr sein … und wie egal ist Ihnen das immer noch?

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Ministerin bricht wegen Rentenkürzungen in Tränen aus

Sie sitzt nehmen ihrem Chef, kann die Stimme nicht mehr halten, bricht in Tränen aus. Mario Monti muss übernehmen und die Rentenkürzungen verkünden.

Arbeitsministerin Elsa Fornero hatte schon lange eine Rentenreform angestrebt. Doch heute bekommt sie das Wort „Opfer“ nicht mehr heraus. Sie weiss genau, dass es den Italienern spätestens jetzt ans Eingemachte geht. Das Rentenalter wird für Frauen auf 62 Jahre, für Männer auf 66 Jahre angehoben. Die sowieso niedrigen Renten werden eingefroren.

Unfähig ihre Rede weiterzuführen,
übernimmt Regierungschef Mario Monti in der dreistündigen Medienkonferenz, die per Internet und Fernsehen ausgestrahlt wird: „Du darfst ruhig weinen, emotional werden. Korrigiere mich bitte, wenn ich etwas Falsches sage.“

Am Sonntagabend hatte Montis Regierung ein Sparprogramm von 24 Milliarden Euro beschlossen, „um die finanzielle Stabilität Italiens zu sichern und das Wachstum anzukurbeln“. Unter andrem wird die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte angehoben.

Die Gewerkschaften kündigten daraufhin bereits Generalstreiks an. Die Kürzungen seien „sozial inakzeptabel“ und man habe das Gefühl, dass „der Staat auf Kosten der Armen Kasse machen wolle“. Auch die Lega Norte von Umberto Bossi drohte mit Ärger aus dem Norden des Landes. Lega-Mann Roberto Calderoli, bekannt für mehr als deutliche Sprache, versprach am Wochenende, dass Roberto Maroni, der Ex-Innenminister, „Monti in Rom den Arsch aufreissen werde“.

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