Gerichtsverfahren gegen „Wie man einen Christus zubereitet“

krahe

Ist es denn nicht schön, dass wir in Spanien, neben all den Problemen, die die Krise mit sich bringt, immer noch Zeit für ein paar Albernheiten haben? – Heute begann in Madrid das Gerichtsverfahren gegen den Liedermacher Javier Krahe wegen eines 54 Sekunden kurzen Videos aus dem Jahr 1978! In diesem Film wird erklärt, wie ein Christus zuzubereiten ist. Der gerichtliche Vorwurf: Beleidigung der Gefühle der Gläubigen.

Den Zuschauern wird empfohlen, den Körper Christi vom Kreuz zu lösen, ihn gründlich trocknen zu lassen, Zutaten nach Geschmack beizugeben und für drei Tage in den Backofen zu stellen. Nach Ablauf dieser Frist soll Christus dann selbst dem Backofen entsteigen. Dieser 34 Jahre alte Film wurde erst zum Stein des Anstosses, als ihn der Fernsehsender Canal+ 2004 einem Interview unterlegte, das man mit Javier Krahe führte.

Nur gut, dass selbst der Staatsanwalt in dem Film zwar ein „offensives Video“ aber „kein Delikt“ sieht und heute Freispruch beantragte. So muss Javier Krahe seine Ankündigung wohl nicht wahr machen: „Wenn man mich verurteilt, gehe ich nach Frankreich ins Asyl.“

Erstmals Ehepaar wegen Klitoris-Beschneidung der Tochter vor Gericht

Staatsanwältin betont, dass diese Tat in Spanien begangen wurde und fordert sechs Jahre Haft

Der kleinen Tochter von Mamadou Darme und Niuma Sillah ist die Klitoris heraus geschnitten worden, bevor sie ein Jahr alt war. In Spanien leben hunderte von Mädchen und Frauen mit der Bedrohung der Genitalverstümmelung, die in Ländern der Subsahara praktiziert und gewöhnlich als „Tradition“ verteidigt wird.

Die Justiz schafft es fast nie, solche Fälle zu bestrafen, doch dieser Fall ist anders. Die Staatsanwaltschaft in Teruel ist davon überzeugt, dass diese Tat in Spanien begangen wurde und fordert sechs Jahre Haft für die Eltern, ein Ehepaar aus Gambia. Es ist die erste derartige Tat, die es vor ein Gerichtstribunal geschafft hat.

Der Vater, der seit zwölf Jahren in Spanien lebt, hat vor Gericht zugegeben, dass diese Genitalverstümmelung „illegal“ und „nicht in Ordnung“ ist, unterstrich aber gleichzeitig, dass diese Praxis in seinem Land als „gut für die Töchter“ Tradition und legal sei.

Die Verteidigung führte im heutigen Prozess aus, das kleine Mädchen, das im May 2009 geboren wurde, hätte die Genitalverstümmelung in Gambia erlitten, vier Monate vor der Reise nach Spanien. Das passt nicht zusammen mit der Untersuchung der Kleinen im Alter von sechs Monaten in Spanien: Zu dem Zeitpunkt war das Mädchen noch unversehrt. Der Anwalt der Beschuldigten schrieb das einem „Irrtum des Kinderarztes“ zu.