In Italien bleiben oder doch nach Berlin auswandern?

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Aus Johann Wolfgang von Goethes „Italienischer Reise“ stammt es, das Zitat ‚Vedi Napoli e poi mori – Neapel sehen und sterben‘. In Anlehnung an dieses Zitat haben die beiden Journalisten Luca Ragazzi und Gustav Hofer ihr Heimatland sehr kritisch unter die Lupe genommen. Begleiten Sie die beiden auf ihrer originellen Reise durchs Land kurz vor der Wahl!

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News aus der Kristallkugel: Wie es jetzt (nicht) weiter geht …

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Gestern musste sich Griechenland „kompromisslos an die Auflagen halten“, um gerettet zu werden. Heute wird die nächste Milliarden-Tranche nach Athen überwiesen, weil … sie überwiesen wird. Gestern spekulierten deutsche Politiker, hinauf bis zum Wirtschaftsminister, mit dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Heute ist der Verbleib des Landes in der Währungsunion alternativlos. Gestern musste Athen das Defizit strikt einhalten. Heute bekommt das Land mehr Zeit, um seine Sparziele zu erfüllen. Gestern war gestern, heute ist heute ist heute, und heute ist alles ganz anders als gestern. Wie seit Jahren in dieser Krise. Die Frage ist: Wen interessiert sein Geschwätz von heute morgen auch nicht mehr?

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Alarmzustand in Rom

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In Italien brennt der Baum! Das ist die einzig sichere Aussage, denn alles andere sind eher Fragen und Unwägbarkeiten. Nach seinem Treffen mit Regierungschef Mario Monti sagte der Chef der Sozialdemokraten, Pier Luigi Bersani: „Wir haben zusammen beratschlagt. Alle Institutionen müssen jetzt alarmiert sein wegen der Markt-Turbulenzen. Wir stecken in einer sehr, sehr besorgniserregenden Lage!“ – Das ist tatsächlich so, denn Italien muss akut fürchten, mit Spanien zusammen aus dem Euro gewischt zu werden.

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Bunga Bunga reloaded: Berlusconi will wieder zur Wahl antreten

Skandale hin, Skandale her:  Silvio Berlusconi bereitet seine triumphale Rückkehr vor.  Bei den nächsten Wahlen will er wieder Regierungschef werden.  Mario Monti hatte bereits mehrfach bestätigt, Keinesfalls über das Jahr 2013 hinaus regieren zu wollen.  Wie die Mailänder Zeitung „Il Corriere della Sera“ berichtet, hat der Vorsitzende von Berlusconis Partei PDL, der frühere Justizminister Angelino Alfano, den Bericht bereits indirekt bestätigt. Es gebe „grosse Unterstützung“ für eine erneute Kandidatur, „viele bitten ihn, es zu tun, und ich gehöre dazu. Ich denke, letztlich wird er sich für eine Rückkehr entscheiden“, sagte Alfano.

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Vatikan – wie im alten Rom: “ … und ich dachte, ihr wollt mich erschiessen …“

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Ettore Tedeschi: „Und ich dachte, ihr wollt mich erschiessen!“

Als der Ökonom Ettore Gotti Tedeschi (67) im Jahr 2009 von seinem Freund Benedikt XVI gebeten wurde, sich um die Vatikanbank (IOR) zu kümmern, dachte er sich schon, dass das keine ganz einfache Aufgabe werden würde. Wenig später ging dem Mann vom Opus Dei auf, dass es sogar gefährlich werden könnte, sehr gefährlich. Gottes Bankier hielt diesen Eindruck sogar schriftlich für seine Freunde fest in einer brisanten Akte: „Wenn man mich umbringt, hier findet ihr den Grund für meinen Tod.“

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Italien: Monti scheitert mit Arbeitsmarktreform

 

Das hat man nun von der blöden Demokratie: Wer viel fragt, bekommt viele Antworten! Die italienische Regierung ist mit ihrer geplanten Arbeitsmarktreform vorerst gescheitert. Die wichtigste italienische Gewerkschaft brach die entsprechenden Verhandlungen ab und verweigert sich vor allem dem Passus im Gesetzentwurf, der die Kündigungen (hire&fire) billiger machen sollte. Regierungschef Mario Monti zeigte sich enttäuscht. Er hat halt nicht genügend von seinem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy gelernt, der erst gar nicht bereit war, mit den Gewerkschaften überhaupt nur zu reden, bevor er dem Land von heute auf morgen seine knallharte Arbeitsmarktreform überstülpte.

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Ministerin bricht wegen Rentenkürzungen in Tränen aus

Sie sitzt nehmen ihrem Chef, kann die Stimme nicht mehr halten, bricht in Tränen aus. Mario Monti muss übernehmen und die Rentenkürzungen verkünden.

Arbeitsministerin Elsa Fornero hatte schon lange eine Rentenreform angestrebt. Doch heute bekommt sie das Wort „Opfer“ nicht mehr heraus. Sie weiss genau, dass es den Italienern spätestens jetzt ans Eingemachte geht. Das Rentenalter wird für Frauen auf 62 Jahre, für Männer auf 66 Jahre angehoben. Die sowieso niedrigen Renten werden eingefroren.

Unfähig ihre Rede weiterzuführen,
übernimmt Regierungschef Mario Monti in der dreistündigen Medienkonferenz, die per Internet und Fernsehen ausgestrahlt wird: „Du darfst ruhig weinen, emotional werden. Korrigiere mich bitte, wenn ich etwas Falsches sage.“

Am Sonntagabend hatte Montis Regierung ein Sparprogramm von 24 Milliarden Euro beschlossen, „um die finanzielle Stabilität Italiens zu sichern und das Wachstum anzukurbeln“. Unter andrem wird die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte angehoben.

Die Gewerkschaften kündigten daraufhin bereits Generalstreiks an. Die Kürzungen seien „sozial inakzeptabel“ und man habe das Gefühl, dass „der Staat auf Kosten der Armen Kasse machen wolle“. Auch die Lega Norte von Umberto Bossi drohte mit Ärger aus dem Norden des Landes. Lega-Mann Roberto Calderoli, bekannt für mehr als deutliche Sprache, versprach am Wochenende, dass Roberto Maroni, der Ex-Innenminister, „Monti in Rom den Arsch aufreissen werde“.

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Lesen Sie dazu auch: Papademos und Monti – keine Chance für die Neuen