To do Liste – dringend!

24 Stunden reichen nicht. Nur gut, dass die Uhr am Sonntag um eine Stunde zurückgestellt wird, sonst wäre das alles niemals zu schaffen.

Das Glückwunsch-Telegramm an Manchester United ist schon raus. So viel Arroganz-Verlust nach der 1:6 Klatsche gegen den Nachbarn in weniger als einem Tag muss unbedingt belohnt werden. Aber es bleibt genug zu tun.

Bürokratie ist ein Gräuel! Wo gibt es dieses verdammte Formular, mit dem ich meinen Austritt aus der westlichen Wertegemeinschaft – aussen glänzend, innen hohl – erklären kann? Wo reiche ich es ein? Hat es genug Platz für alle meine Gründe?

Mein Schwarzgeld muss transferiert werden. Die Schweiz ist nicht mehr sicher, überall Kontrollen. Jetzt muss die Kohle nach Hongkong. Die Schweizer Bank hat dort eine Filiale. Niemand wird sich trauen, den Chinesen ans Bein zu pinkeln, erstmal ist das Geld dort sicher.

Einen astronomischen Kalender muss ich besorgen. Diesmal habe ich die partielle Hirnfinsternis glatt verpasst, die wirtschaftliche Gipfel-Beschlüsse verursacht und Menschen dazu treibt, Diktatoren zu erschiessen statt sie vor Gericht zu stellen.

Schranken für die Banken muss ich beschaffen und endlich diesen Artikel schreiben, der erklärt, warum ein Geldladen so wenig ein Finanz-Institut ist wie ein schneller Autofahrer ein Formel1-Pilot.

Klopp muss ich auch noch mailen. Ob der wirklich neuerdings so poltert und dünnhäutig ist, weil er die Aufmerksamkeit von seiner Mannschaft ablenken will, würde ich ihn gern fragen. Vielleicht hat er einfach nur die Schnauze voll von dummen Journalistenfragen, kann doch auch sein.

Wo bekommt man diesen Leitfaden „So werden Sie Bauer in zwei Wochen!“? Kartoffeln, Tomaten und Kopfsalat müssen erntereif sein vor dem grossen Knall, wozu mache ich das sonst, wenn ich schon einen Acker besorgt habe, ohne einen Pflug von einer Dreschmaschine unterscheiden zu können.

Aber vorher probiere ich noch das mit den Fusel-Anleihen. Klingt gut! Vor dem Crash nochmal richtig absahnen, so viel Zeit muss sein.

Ist heute schon wieder Montag? Dann dringend noch eine halbe Stunde zu meinem Psycho-Analytiker. Ich brauche dieses wöchentliche Gefühl, mich danach richtig gut zu fühlen, weil es mir schlecht geht.

Dann müssen die Nachbarn befragt werden, ob sie wirklich zu blöd oder zu faul sind, sich mit http://www.bandbreitenmodell.de/vision zu beschäftigen. Vielleicht geht es ihnen auch nur noch nicht dreckig genug, um den breiten Hintern aus dem Sofa zu heben. Fragen kostet nichts.

Aber pünktlich zurück ist wichtig, denn die Wiederholung von „Neues aus der Anstalt“ lasse ich mir heute Abend keinesfalls entgehen. Im Moment leider die einzig seriöse Sendung im deutschen Fernsehen und hebt sich wohltuend von der albernen Satire der Nachrichtenprogramme ab.

Und den neuen Computer brauche ich unbedingt, der sich nach dreistündigem Gebrauch automatisch jeweils für acht Stunden abschaltet, sonst komme ich zu gar nichts mehr. Aber erst wenn ich gegoogelt habe, was eine Kängumaus ist. Recherche geht vor.  Sie müssen nicht alles verstehen. Ich schon!

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