Maschmeyer bei Jauch

Die Entscheidung zwischen Pest und Cholera! Erwähnt man es, verschafft man der Sendung noch mehr Bühne. Erwähnt man es nicht, verzichtet man darauf, den Finger in die Wunde zu legen. Günther Jauch hat zur heutigen Sendung über Manager-Boni den unsäglichen Carsten Maschmeyer eingeladen.

Machen Sie sich selbst ein Bild und entscheiden, warum Jauch den Drückerkönig vermutlich in die Sendung holt.

Unsere Empfehlung ist dieses Video über die „charakterliche Elite“

Der „Spiegel“ schreibt dazu u.a.:
Im Januar 2011 war die Dokumentation „Der Drückerkönig und die Politik“ erstmalig ausgestrahlt worden. Der ehemalige NDR-Chefreporter Christoph Lütgert und die „Panorama“-Redaktion beschäftigen sich darin sehr kritisch mit den Geschäftspraktiken des AWD-Gründers und seiner Nähe zur Politik.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE übt Ex-Chefreporter Lütgert scharfe Kritik an Maschmeyers Auftritt bei Jauch. „Natürlich ärgert mich das, denn gerade wir im NDR hatten Maschmeyer entlarvt – als großen Abzocker, der viele Millionen Euro mit dem Unglück Tausender Menschen gemacht hat.“ Auch für den Moderator findet der 67-Jährige, der auch als Rentner noch für „Panorama – Die Reporter“ arbeitet, deutliche Worte: „Dass der RTL-Quizonkel Günther Jauch wochentags die ARD-Quote zerschießt und am Sonntag als ARD-Dampfplauderer unsere Glaubwürdigkeit beschädigen darf, finde ich schwer erträglich.“ Aber – so schließt Lütgert bitter – das sei wohl „dem hohen Gut redaktioneller Autonomie geschuldet“.

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9 Kommentare zu “Maschmeyer bei Jauch

  1. fischi sagt:

    Ignoriert doch einfach die Jauche.
    Ich sehe mir die Blödquatscher schon lange nicht mehr an.
    Ist doch immer die selbe Verdummung.

    • Uhupardo sagt:

      Sie haben den ersten Satz des Artikels sicher wahrgenommen. Wenn dieser Blog und ein paar andere solche Dinge aber ignorieren, wird der Stammtisch da nicht mitziehen, fischi, und man überlässt ihm die Lufthoheit, das Millionenpublikum bleibt. Vergessen Sie nicht, dass die meisten Deutschen am liebsten alle Politiker aufhängen, dafür aber liebend gern Jauch sofort zum Bundeskanzler (-präsidenten) wählen wurden. Deswegen bleibt nichts anderes als die kritische Auseinandersetzung.

  2. Bonsta sagt:

    Dass Jauch sich ausgerechnet auf Gottschalk bezieht, ist schon bezeichnend. Heute steht der ja ein klein wenig in der Kritik; wahrscheinlich hat man sich da erst rangetraut, nachdem er sich gehörig selbst entzaubert hat. Dass Gottschalk nicht begriffen hat, zu welchem Zweck Sendungen wie „Ein Herz für Kinder“ existieren, bei der ja auch ein gewisser Maschmeyer werbewirksam 1,5 Mio gespendet hat, kann man sich aus heutiger Sicht (eigentlich konnte man das schon lange…) nur sehr schwer vorstellen. Dass Gottschalk später selbst nicht mal mehr vor „Call-In“-Methoden zurückschreckte – zu einem Zeitpunkt, als das bereits schwer in der Kritik stand – zeigt noch deutlicher, wie moralisch verkommen er ist.

  3. krisenfrei sagt:

    „Erwähnt man es nicht, verzichtet man darauf, den Finger in die Wunde zu legen.“

    Erstens bin ich es leid, mir solche „Volksverblödungs-Lügen-Shows“ (VLS) anzuschauen und
    zweitens, glauben Sie wirklich, dass ausgerechnet der Jauch, der Millionen mit seinen VLS von den GEZ-Geschädigten abkassiert, beim Maschmeyer, der reichlich Menschen mit seinen üblen Machenschaften betrogen hat (wurde mehrfach belegt), den Finger in die Wunde legt?

    Warum wohl hat dieser Maschmeyer sein Ganoven-Unternehmen verkauft?
    Er wusste ganz genau, dass reichlich Klagen auf dieses Unternehmen zukommen würden.
    Deshalb hat er noch schnell mal eben, ich weiß nicht für wieviel Mio., den Dreck abgestoßen.
    Auf jeden Fall waren es dreistellige Mio.-Beträge.

    Mein Vorschlag: In solchen VLS sollten endlich mal keine Berufslügner, sondern Leute aus der Blogger-Szene eingeladen werden. Leider aber wird dies NIEMALS passieren.
    Die Staatspropaganda-Medien werden einen Teufel tun, Systemkritiker in ihren Staatssendern öffentlich zu Wort kommen zu lassen.

    Aber warum schreibe ich das? Es liest ja doch kaum jemand. Zumindest nicht die, die es lesen sollten. Alles nur Perlen vor die Säue?

    • Uhupardo sagt:

      „glauben Sie wirklich, dass ausgerechnet der Jauch, der Millionen mit seinen VLS von den GEZ-Geschädigten abkassiert, beim Maschmeyer, der reichlich Menschen mit seinen üblen Machenschaften betrogen hat (wurde mehrfach belegt), den Finger in die Wunde legt?“

      Nein, sicher nicht. Aber „Finger in die Wunde“ war auch auf die Entscheidung bezogen, ob man als Blog-Betreiber besser textet oder schweigt.

      • me sagt:

        Da ich diese Heißluftgebläse der Öffentlich-Rechtlichen Bedürfnisanstalten eher selten bis gar nicht sehe, hätte ich in diesem Fall keine Kenntnis davon genommen (nicht dass es mich sonderlich erstaunt hat) – also auf jeden Fall besser „texten“.

        Meiner Meinung nach verliert das klassische Fernsehen als „Informationsmedium“ sowieso täglich an Boden ggü. dem Internet. Und die Mächtigen stehen dieser Entwicklung mehr oder weniger hilflos gegenüber – mal sehen, wie sie reagieren, wenn Sie wirklich mal mit dem Rücken zur Wand stehen…

  4. Hester Jonas sagt:

    Lieber Uhupardo,
    die Eingangsbedenken finde ich richtig und berechtigt, genauso wie ich Ihre Entscheidung eben doch aufbereitet den Finger in die Wunde zu legen und damit Gegenöffentlichkeit zu schaffen wichtig und richtig finde.
    Ich bekomme von solchen Vorfällen nur noch über blogs etwas mit, denn auch ich habe mich schon seit langem von den Hofmedien – insbesondere dem Fernsehen – verabschiedet. Ich ertrage diesen Dreck schlicht und ergreifend nicht mehr – mir geht schon der Hut hoch wenn ich durch ihren Bericht all diese ganzen Hac… wiedersehe…und dabei erfahre welchen Klops sich die ARD mal wieder erlaubt hat.

    Ich wünschte es gebe mehr solcher blogs wie den Ihren oder z.B. Bodenfrost – Sie alle leisten damit wirklich eine gute und wichtige Arbeit – Gegenöffentlichkeit ist dringender denn je nötig – (was mich betrifft vom Fußball und Formel 1 einmal abgesehen *lacht*)

    Albrecht Müller wünsche ich derzeit viel Erfolg für seine Initiative
    „Dringend gesucht: Ein/e Stifter/in für eine gemeinnützige Stiftung zur Recherche von Fällen politischer Korruption“
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=16447
    Damit trifft er ins Schwarze – wäre schön wenn das an den Start ginge

  5. jauche und maschmeyer – da findet sich was zusammen gehört.
    ich persönlich tue mir so etwas nicht an. aber gut, daß man hier darüber informiert wird, was der propagandafunk den massen so bietet.

  6. Uhupardo sagt:

    Wenn der „Stern“ schon einmal recht hat, soll man ihn auch zitieren: Dieser Kommentar hätte sehr ähnlich auch von uns stammen können.
    http://www.stern.de/kultur/tv/tv-kritik-zu-guenther-jauch-ist-ihr-gehalt-eigentlich-gerecht-herr-jauch-1982130.html#utm_source=standard&utm_medium=rss-feed&utm_campaign=alle

    Den besten Vorschlag hatte übrigens Sahra Wagenknecht parat: Die Manager verdienen einen Multiplikator der untersten Gehaltsgruppe der Firma. Niemand käme mehr auf die Idee, den Lohn der Sklavenklasse weiter zu senken, ganz im Gegenteil.

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