Es ist alles ganz anders: Nur die Reichen haben ein Rentenproblem

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Nicht etwa Leiharbeiter, Minijobber und Geringverdiener haben ein Rentenproblem – ach wo! Sondern die Reichen sind es, die sich am meisten einschränken müssen. Diese skandalöse Erkenntnis hat jetzt die Uni Freiburg im Auftrag der (Achtung!) Fondsgesellschaft Union Investment schonungslos aufgedeckt. – „Wir haben kein Armutsproblem in Deutschland, wir haben ein Lebensstandardsicherungsproblem“, sagt Bernd Raffelhüschen, Professor und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg. So ist das also!

Das ist auch ganz klar, man muss es nur richtig erklären. Wenn jemand heute zum Beispiel 6.000 Euro im Monat verdient, muss er im Alter vielleicht mit etwas weniger als der Hälfte dessen auskommen, verliert also 3.000 Euro. Da wird es echt eng! – Die so oft bedauerte sächsische Friseuse mit ihren 830 Euro Monatsverdienst ist hingegen fein raus! Sie kann im Alter mit 710 Euro Grundsicherung vom Sozialamt ihren bisherigen Lebensstandard weitestgehend aufrechterhalten. So wird klar, wo die wirklichen Gewinner sind, und so wird es in der „Welt“ natürlich auch dargestellt.

Wenn die Friseuse in Sachsen jetzt noch von ihren fetten Bezügen ein dickes Konto für das Alter anspart, sehen die Reichen aber sowas von dumm aus … manchmal ist es gar nicht einfach, in solchen Neusprech-Artikeln ohne Schimpfwort-Batterien auszukommen!

Lesen Sie bitte aus aktuellem Anlass:
* Rauswurf für Verlage

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8 Kommentare zu “Es ist alles ganz anders: Nur die Reichen haben ein Rentenproblem

  1. fischi sagt:

    Wenn die Friseuse in Sachsen jetzt noch von ihren fetten Bezügen ein dickes Konto für das Alter anspart, sehen die Reichen aber sowas von dumm aus

    Ja dann dürfte sie auf ihrem Konto 2600€ besitzen bevor sie die staatliche Hilfe bekommt.
    Wenn sie einen Partner hat kommen noch 614€ dazu.
    Das ist noch eine Steigerung von Hartz4, aber wer braucht noch Rentner?

  2. Dappschaedel sagt:

    Die Profession des Professors B.R. besteht darin der Versicherungswirtschaft Kunden zu zu treiben. Das weiss in Deutschland jeder, der Zeitungen nicht nur liest, sondern auch versteht, also fast niemand. Da in Deutschland Volksaufklärung und Propaganda privatisiert sind, läuft hier alles super. Davon könnten Sie in Spanien etwas lernen, dann hätten Sie statt einer Arbeitslosenquote von 27% eine von 13,5%, ohne dass die Leute mehr zu fressen hätten.
    Gute Nacht

  3. totschka sagt:

    Als in mir die Erkenntnis reifte, dass trotz „privater Vorsorge“ meine Rentenbezüge das Grundsicherungsniveau dereinst nicht wesentlich übersteigen werden, habe ich mich diesem „System“ entzogen. Bin ich da jetzt ein Depp, und ist die sächsische Frisöse so viel schlauer als ich?
    Ich gedenke, die mühsam zusammengekratzten Groschen fürderhin nicht irgend einem Versicherungsvertreter als Provision und seinem Arbeitgeber nicht als fetten Gewinn zu übereigenen, sonder selber zu verfressen. Mein Gastwirt von schräg gegenüber freut sich, wenn ich das Geld in die Wirtschaft stecke…

  4. Michael sagt:

    🙂 Alles arme Leut. Klarerweise, es geht sich nicht mehr als eine Grundsicherung aus, wie hoch sie aber ausfällt steht auf einen anderen Blatt. Bandbreite gibt es bestimmt. Der Fall, dass jemand auch weiterhin solch eine hohe Pension bezöge (sei es auch über eine private Versicherung) und dass die Masse mit einer kleinen Grundsicherung ihr Auslangen findet ist praktisch ausgeschlossen.

    Bitte in der Schweiz zahlen die sog. Bestverdiener einen satten Anteil ihres Einkommens in die Pensionskassa bekommen genauso eine gedeckelte Auszahlung.

    Der Lug bei der gesamten Pensiondiskussion ist der ‚Anspruch‘. Mich stört ja nicht die Limitierung sondern die Propagandalügen. Von nichts kommt nichts … das kann man nicht ändern. Außer man denkt über einen Paradigmenwechsel bei der Verteilung auf allen Ebenen nach, insbesondere die Abwendung von der Besteuerung der Arbeit … respektive der Zeit des Humanoiden. Steuern zu zahlen als Dank dafür, dass man arbeitet ist per Definition krank. Auch wenn es ein Verteilungsthema ist.

    Der Fehler ist an sich die Umverteilung des Betrag der für menschliche Arbeit wird aufgewendet und nicht die Umverteilung der Früchte der Arbeit. Die Frucht der Arbeit ist ja nicht die Entlohnung sondern Umsatz und der daraus resultierende Gewinn (aus Sicht der Volkswirtschaft) als Summe über alle einwirkenden Realwirtschaftstransaktionen.

    Die Entlohnung ist der systemisch ‚festgelegte‘ Zugriff auf die Geldmenge in der Realwirtschaft. Die Frucht der Arbeit ist etwas ganz anderes.

    Da kann es durchaus Sinn machen zu warten, denn man kauft ein wenn die Straßen brennen und das wäre im oben beschriebenen Szenario sehr wahrscheinlich, dass auch in .de der Fall eintritt. Warum soll nicht der Bürger kaufen wenn die Straßen brennen, sondern die Finanzindustrie — Vermögensumverteilung. Das energetische Potential der Vermögensumverteilung wird halt mit einem Schlag freigesetzt. Das Aufladen der ‚Batterie‘ gemächlicher zu gestalten, den Weg gehen wir in Österreich.

  5. Reiner Dung sagt:

    Freiburg ist eine HochBurg der käuflichen GutAchter.
    „Herr Kaiser“ kann sich keine neuen Zähne leisten
    http://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_62687884/-herr-kaiser-kann-sich-keine-neuen-zaehne-leisten.html

  6. DuckDichNicht sagt:

    Wer braucht noch Rentner?
    Rentner sind das Schlachtvieh für die Zukunft der Euro-Zone!
    Hauptsache das alte Fleisch ist nicht zu arm, zäh und unverdaulich 🙂

  7. fakeraol sagt:

    IG BAU-Mitglied Karl Peter S. hat Herrn Professor Raffelhüschen per E-Mail gefragt, wie das denn so sei mit der Rente, der Generationengerechtigkeit. Daran erinnert, wie das ist, wenn man mit 14 Jahren anfängt, 45 bis 50 Jahre arbeitet und wollte wissen, ob auch der Professor nach einem 48jährigen Arbeitsleben mit 1000 Euro Rente im Monat auskommen muß.

    Der Professor hat ihm höchst persönlich geantwortet:
    „Hallo Herr S., mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch (hoch drei). Ihr Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.“

    • gnaddrig sagt:

      Da hat Raffelhüschen ganz folgerichtig reagiert. Der Mann vom Bau hat ja auch kein Rentenproblem, der Professer dagegen schon, der stürzt nämlich ab. Bekanntlich fängt ja bei A14 die Armut an, und in den Besoldungsgruppen B, C und W sitzen auch ganz arme Schlucker. Da muss der Professor sich verspottet vorgekommen sein.

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