30 Prozent der deutschen Zeitungsleser sind nicht zurechnungsfähig

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Den Grund für unsere Überschrift erfahren Sie ganz am Ende des Textes.

Der aktuelle GPRA-Vertrauensindex ermittelt im Rahmen einer Emnid-Repräsentativbefragung das Vertrauen der Deutschen in exemplarisch ausgewählte Print-Titel und ermöglicht das Ableiten eines Trends für die gesamte deutsche Printmedienlandschaft.

Wie die Ergebnisse der Studie zeigen, rangieren die regionalen Tageszeitungen im Vertrauensranking auf der Spitzenposition: 81% der Deutschen schenken demnach den rund 330 regionalen Tageszeitungen ihr Vertrauen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sortiert sich mit deutlichem Abstand (71% Vertrauen) auf Position 2 des Rankings ein, gefolgt vom Spiegel (70%) und der Süddeutschen Zeitung (68%).

„Totgesagte leben länger. Bereits vor Jahren wurde das Ende der regionalen Tageszeitungen heraufbeschworen – jetzt zeigt sich: Nähe zu den Lesern, Haltung und Verlässlichkeit zahlen sich aus!“, so Uwe A. Kohrs, Präsidiumsmitglied der GPRA und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur impact.

Die BILD-Zeitung, einer der Hauptakteure im Kontext des Wulff-Rücktritts, liegt weit abgeschlagen auf dem vorletzten Rang. Nur 30% der Deutschen vertrauen demnach dem Springer-Medium.

Textquelle: GRPA

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32 Kommentare zu “30 Prozent der deutschen Zeitungsleser sind nicht zurechnungsfähig

  1. Don Furioso sagt:

    Ja, BILD ist so ziemlich das letzte, zumindest auf dem Kontinent. Es ist leicht, mit dem Finger auf diese Salatblätter zu zeigen, nicht zuletzt wegen der großen Buchstaben. Allerdings behaupte ich, dass jeder, der nur eine einzige Zeitung liest, nicht ganz dicht ist. Also, nur FAZ-Leser, oder nur Spiegel-Leser. Die einzige Maßnahme gegen Desinformation ist Diversifikation. Das ist natürlich anstrengend. Das Netz, das ich selbst nutze, macht es natürlich noch leichter, im eigenen intellektuellen Kokon zu hausen, weil man sich die „Nachrichten“ nach dem eigenen Geschmack zuschnipseln kann.

    • uhupardo sagt:

      Zustimmung im Punkt Diversifikation – unbedingt. Und, wie ich immer sage: Lesen, was der „ideologische Feind“ sagt, sonst sucht man sich die Medien nach intellektueller Onanie aus.

      „30 Prozent vertrauen der Bild-Zeitung“ ist allerdings ein wirklich schweres Geschütz. Das sind alles Wähler!

      • Lesley sagt:

        sieht man sich auch noch die Leserstatistik der Bildleser, kombiniert mit deren Bildungsstand an, könnte man glatt auf die Idee kommen, ein Klischee zu bestätigen. Mach ich natürlich nicht. 😉

        • uhupardo sagt:

          Jein.
          Ich kann eine vielfach gemachte Beobachtung beitragen. Spanien – Urlaubsort – ein Stand mit internationaler Presse.
          Da gibt es „Welt“, FAZ, Süddeutsche und ein paar andere. Ergebnis: JEDER Deutsche, der eine Zeitung kauft, nimmt die Bild-„Zeitung“ mit. JEDER. Einmal habe ich aus Spass mitgezählt: 149 von 150. Vollkommen unabhängg von Alter, sozialer Schicht usw.

          • Lesley sagt:

            Hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht.
            Typische SZ Leser werden da aber wohl trotzdem nicht zu Bildlesern, oder?

            • uhupardo sagt:

              Gute Frage. Ich habe natürlich die vielen BILD-Käufer nicht interviewt, das könnte man auch mal tun. Es ist allerdings erstaunlich zu sehen, dass alle BILD immer weg sind und nur da zugegriffen wird.

              Übrigens: Der eine einzige Käufer einer anderen Zeitung an diesem Nachmittag nahm die „Welt“. Ich konnte mich nicht zurückhalten und sagte „Erfrischend, dass mal jemand nicht zu BILD greift …“ – Die Antwort lautete: „Na, die habe ich ja heute morgen schon gelesen.“

  2. Don Furioso sagt:

    Ja, das sind Wähler, die Artikel wie „Gebt uns Korfu“ lesen. Das ist schlimm, aber es geht noch schlimmer – jenseits des Atlantiks. Wer in den USA noch fernsieht, ist nicht ganz dicht. Und siehe da: Mehr und mehr amerikanische Haushalte klemmen ihren Kabelanschluss ab (wohl aus Not, aber immerhin!).

  3. almabu sagt:

    Was die Online-Ausgaben der Zeitungen betrifft, kenne ich in Deutschland nichts und in Europa sehr, sehr wenig, was an EL PAÌS heranreicht!

    Regionalzeitungen informieren über regionales. In meinem Falle, der LZ, eine Seite pro Ort und die noch von Anzeigen aufgelockert. Der „aktuelle“ Politik-Teil, die News, sind zugekauft und im Vergleich zum Web manchmal eine Woche alt;-))

    Aber man kann nasse Schuhe zum Trocknen damit ausstopfen, man kann sie statt Abdeck-Folie beim Malen verwenden, man kann ein Kaminfeuer damit entfachen, man kann den Kaninchen-Stall der Kinder damit auslegen und manche sollen sie sogar als Lektüre aufs Klo legen!

    * In Wasser eingeweicht, stellt sie eine hervorragende Knet- und Bastelmasse dar.

  4. Carmen sagt:

    Über eine ähnliche Studie, die aber das Internet einbezog, habe ich im November berichtet. (http://umamibuecher.wordpress.com/2011/11/24/ahnungslose-print-redakteure/) Jugendliche wurde gefragt: „Welchem Medium würdest Du bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten vertrauen?” Natürlich gewann Print, was rein gar nichts mit den Financiers der Studie zu tun hat 😉

    Meine Lieblingslektüre ist aber auch immer noch eine Zeitung: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die kein Online-Angebot hat, hat ganz wunderbare Autoren und überrascht immer wieder durch Tiefe und Meinungsvielfalt.

    Was die 30 Prozent BLÖD-Leser betrifft, befürchte ich, dass dieser Anteil auch mit groß angelegter Volksbildung nicht zu reduzieren ist.

    • Die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) und die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) kommen aus dem gleichen Verlag, sind also Schwestern, haben einen gemeinsamen Internetauftritt und sind über „http://www.faz.net“ zu erreichen.
      C.H.

  5. Habnix sagt:

    Diversifikation ist teuer aber richtig oder keine Zeitungsmedien,dann ist es billig

  6. Carmen sagt:

    @Bowmore Darkest Ich lese das E-Paper der FAZ, aus der Sonntagsausgabe FAS werden dort leider nur sehr wenige Artikel veröffentlicht.

  7. Carmen sagt:

    @Bowmore Darkest Jetzt habe ich doch mal schnell bei der FAZ angerufen: Es gibt ein App der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, allerdings in abgespeckter Form, ohne RheinMain-Teil und Anzeigen. Eine Online-Ausgabe ist derzeit nicht geplant.

  8. bravo56 sagt:

    Eine Übersicht über die Verteilung des Intelligenzquotienten zeigt: bei 28% der Bevölkerung liegt der IQ unter 90, ist also als niedrig oder schlechter zu bezeichnen.
    Diese Übersicht hat aber nichts mit den Vorlieben der Menschen für Printmedien zu tun.

  9. lesen ist das eine, glauben das andere. und weil ich meine, daß ein großteil der spiegel-, stern- faz- usw leser zu einem beträchtlichen teil glaubt, was ihnen diese qualitätsprodukte vorlügen, sind wahrscheinlich weit mehr als 30% unzurechnungsfähig.

    • uhupardo sagt:

      Dazu kann man vielleicht anmerken, dass so manche reinen Internet-„Qualitätsprodukte“ auch ein auch ein sehr deutliches Augenrollen verursachen können – das ist nicht print-exklusiv oder?

  10. Carmen sagt:

    Ob ein Artikel glaubwürdig ist, ist keine Frage des Mediums. Ich freue mich über jeden guten Journalisten, der als angestellter Redakteur die Muße hat, Sachverhalte zu recherchieren, zu bedenken und mit hohem Sprachgefühl zu beschreiben. Texte auf dem Niveau der BLÖD finden sich im Internet zuhauf.

    Die Möglichkeit der Online-Kommentare scheint mir zur Menschheitsaufklärung auch weniger beizutragen, als erhofft.

    • uhupardo sagt:

      „Texte auf dem Niveau der BLÖD finden sich im Internet zuhauf.“

      …. und weit darunter.
      http://euro-med.dk/?p=26461

      • bravo56 sagt:

        Du willst doch nicht wirklich, dass wir den ganzen von Dir verlinkten Artikel lesen. Das mach ich nur, wenn Du Real und Barca davon überzeugst, dass die Bayern gewinnen müssen 😉

    • Was sind „Texte auf dem Niveau BLÖD“ und wieso muss ein Kommentar, was ja eine persönliche Meinungsäußerung ist, auch noch zur Menschheitsaufklärung beitragen?
      C.H.

      • uhupardo sagt:

        Die erste Frage, wenn sie überhaupt noch gestellt werden muss, klärt dieses Buch perfekt *sehr empfohlen^*
        http://www.amazon.de/Der-Aufmacher-Mann-Bild-Esser/dp/3462026631

        Bei dem zweiten Aspekt, so habe ich es verstanden, geht es eohl eher um die Argumentationsbereitschaft in vielen Kommentaren, die man im Netz lesen kann. In diesem Blog ist das glücklicherweise anders, aber es wäre generell kein Fehler, wenn sich herumsprechen würde, dass eine „Meinung“ noch keinen Wert an sich darstellt. Manche Lesezeilen würde ich mir täglich gerne sparen, weil argumentativ rein gar nichts drin steht.

  11. kevinschubert sagt:

    Interessant finde ich ja, dass der Welt so viel Vertrauen (66 Prozent) geschenkt wird – immerhin fast so viel wie der Süddeutschen, obwohl die Welt ja auch aus dem Hause Axel Springer kommt.

    Die 30 Prozent für die Bild sind gar nicht mal so schockierend. Das war wohl zu befürchten. Nichtsdestotrotz ist es aber alarmierend. Ich finde, so etwas wie „Medienkompetenz“ sollte unbedingt in den Schulunterricht integriert werden. Und zwar schulformübergreifend: 2008 hatten 45 Prozent der Bild-Leser einen Hauptschulabschluss und lediglich 4 Prozent die Hochschulreife. Ein wenig Aufklärung bezüglich des kompletten Boulevard-Journalismus wäre da in allen Gesellschaftsschichten angebracht.

    • Dieser Trend ist durchaus gewollt:

    • Diese „30 Prozent“ haben Medienkompetenz. Sie lesen das, was sie selbst denken. Ihnen mangelnde Medienkompetenz vorzuwerfen, halte ich für überheblich. Eher haben die mangelnde Medienkompetenz, die glauben, dass sie eine Boulevardzeitung für ihre Zwecke einspannen können.
      Seit 35 Jahren lese ich täglich eine überregionale Zeitung, früher die SZ, dann eine kurze Zeit die WELT und anschließend bis heute die FAZ. Der Einfluß eines Mediums zählt im täglichen Kampf um die Meinung. Die von Ihnen bekämpfte BILD hat Einfluß. Das kann man von der sogenannten Qualitätsjournaille, SZ, FAZ, FOCUS nicht behaupten. Allenfalls der SPIEGEL konnte ab und zu Lichtpunkte setzen.

  12. Stephan sagt:

    Also wer sich nur auf einen Verlag verlässt und das als seine Wahrheit bezeichnet, der beschummelt sich selbst. In dem Mediendschungel, der heute vorherrscht, sollte man auch mal über den Teller- bzw. Zeitungsrand hinweg schauen. Auch mal ausländische Presse zu inländischen Themen „geniessen“. Egal ob Zeitung, Internet oder TV, jede Behauptung, die heute verbreitet wird, sollte man hinterfragen und von mehreren Seiten beleuchten. Das ist zumindestens meine Meinung!

  13. lazarus09 sagt:

    Ja, ist schon wahr, BILD liest und vertraut keiner, zu Mc Doof geht auch keiner , Schwarz-Geld hat auch keiner „gewählt“, Saufen tut auch keiner …. alles bestens Theutschland 😉 … und in …? Jahren waren sie alle im Widerstand !!

  14. đeя вαeяeиαυfвıиđeя sagt:

    Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя.

  15. Carmen sagt:

    Jürgen hat in seinem Artikel „Eine Welt, in der anonymes Lesen kaum noch möglich ist“ einen weiteren Aspekt zum Thema aufgegriffen: http://schneeschmelze.wordpress.com/2012/04/04/eine-welt-in-der-anonymes-lesen-kaum-noch-moglich-ist/

  16. paytvberater sagt:

    Nur 30%? Ich dachte mindestens 3/4!

  17. elissah78 sagt:

    Hallo Leute. Zu dem dem Thema hier eine Umfrage bei pollphin.de. Einfach unverbindlich abstimmen. http://www.pollphin.de/poll/Kultur-Medien-Unterhaltung-Zeitungen-Zeitschriften/Glaubst-du-an-den-Wahrheitsgehalt-von-Zeitungsartikeln-4959642?confirmVote=1&cid=88856

    Ich frage mich, wie man die Welt sehen und empfinden würde, wenn man Beweise dafür hat, dass Medien durchweg lügen und man sein Bewusstsein frei von dem ganzen Müll machen kann.

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