Fiese afrikanische Flüchtlinge bedrohen spanische Polizei

Das Büro der spanischen Regierungsvertretung in der Afrika-Enklave Melilla hat soeben ein Video veröffentlicht, das die „Aggressivität der Immigranten“ belegen soll, wie es offiziell heisst. Es zeigt, wie Bootsflüchtlinge damit drohen, ein Kind über Bord zu werfen oder den Aussenboder anzuzünden, als sie von einem Polizeischiff aufgehalten werden sollen. Solch ein Verhalten sei untolerierbar, heisst es.


Das tägliche Brot vor der Nordküste Afrikas: Ein Aussenborder, besetzt mit gut einem Dutzend afrikanischer Flüchtlinge fährt auf den Strand von Melilla zu. Nun müssen Sie Melilla nicht kennen, aber das ist schnell erklärt: Melilla ist (wie Ceuta) eine spanische Stadt im Norden Afrikas, die auch nach der Unabhängigkeit Marokkos in spanischem Besitz blieb. Während Spanien immer wieder darauf pocht, die englische Krone müsse Gibraltar an Spanien zurückgeben, denkt man in Madrid nicht einmal im Traum darüber nach, die Enklaven Melilla und Ceuta an Marokko abzutreten. Aber das ist wieder ein anderes Thema …

Das 13,4 Quadratkilometer kleine Melilla ist zum Schutz vor illegaler Einwanderung rundherum umgeben mit drei bis zu sechs Meter hohen Zäunen, Bewegungsmeldern, Kameras, Nachtsichtgeräten und dem von der EU finanzierten hochmodernen elektronischen SIVE-System. Gegen diese viele Millionen teure Absicherung war die Berliner Mauer geradezu eine mittelalterliche Lächerlichkeit. Zudem patrouilliert die Guardia Civil Tag und Nacht an der Grenze, die praktisch unüberwindbar ist. Deswegen versuchen es afrikanische Flüchtlinge immer wieder mit kleinen Booten auf dem Seeweg.

Wegen des SIVE-Systems bleibt heutzutage – ob Tag oder Nacht – keines der Flüchtlingsboote mehr unentdeckt. Im Normalfall nimmt die Guardia Civil den Aussenborder dann ins Schlepptau und verfrachtet ihn an die marokkanische Küste. Dort angekommen, muss man sich keine Sorgen mehr machen, denn die spanische Regierung hat inzwischen Abkommen mit allen nordwestafrikanischen Regierungen (Marokko, Mali, Senegal …) getroffen nach dem Motto „Wenn ihr dafür sorgt, dass eure Leute nicht mehr entkommen, bekommt ihr von uns finanzielle Hilfen“. Also abgeschleppt nach Marokko und Fall erledigt.

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Flüchtling, der Anzeige in Den Haag knapp entkommen …

Aber jetzt werden diese Flüchtlinge auch noch „agressiv“, wie die Regierung Rajoy mit obigem Video belegen will. Dreist drohen die Insassen des Aussenborders damit, ihre kleinen Kinder ins Wasser zu werfen oder den eigenen Aussenborder anzuzünden, wenn sie von einem Polizeischiff aufgehalten werden sollen. Da hört die Unverschämtheit wirklich auf, eine Frechheit ist das! Gibt es keine Möglichkeit, solche Flüchtlinge – also diejenigen, die die Seereise überleben – wegen Verstosses gegen die Menschenrechte in Den Haag anzuzeigen?

45 Kommentare zu “Fiese afrikanische Flüchtlinge bedrohen spanische Polizei

  1. Alexander sagt:

    Wie sähe denn die Alternative aus? In Spanien herrschen derzeit knapp 50% Jugendarbeitslosigkeit und fast 30% über alle und wir sprechen hier von den offiziellen Zahlen. Wie soll man mit den Flüchtlingen umgehen? Soll man alle Flüchtlinge, deren Einzelschicksale zu bedauern sind und sicherlich durch Europa mit verursacht wurden, in Europa aufnahmen? Soll man sie verpflegen und wieder zurückschicken?
    Es ist einfach Missstände anzuprangern aber was soll Europa machen, dem Flüchtlingsproblem Herr zu werden und eben diesen Flüchtlingen eine Zukunft in ihrem Land zu bieten? Die Regierungen sind zutiefst korrupt, also Geld alleine wird nichts bringen. Wenn man etwas kritisiert, sollte man auch Alternativen oder Verbesserungen vorschlagen.

    • Uhupardo sagt:

      „Wenn man etwas kritisiert, sollte man auch Alternativen oder Verbesserungen vorschlagen.“

      Sie glauben, wer die Welt nicht regeln kann, dürfte sie auch nicht kritisieren? Diesen (sehr bequemen) Standpunkt sehen wir ganz anders.

      Hier geht es, wie sie sicher bemerkt haben, nicht darum Afrika zu regeln, sondern um ein Video, das „die Agressivität der Flüchtlinge“ aus Regierungssicht beweisen soll.

      „Die Regierungen (Afrikas)sind zutiefst korrupt, also Geld alleine wird nichts bringen.“

      Ja, bedauerlich oder? Zutiefst korrupte Regierungen gibt es nur in Afrika, würde in Europa niemals vorkommen. Unvorstellbar. Aber Sarkasmus beiseite: Sie haben Recht! Wenn das Berliner Entwicklungshilfe-Ministerium ein paar Millionen Euro nach Mali schickt mit der Auflage, damit Regierungs-Mercedes zu kaufen, ist das nicht korrupt sondern „wirtschaftliche Zusammenarbeit“. Und wenn die spanische Regierung Millionen in den Senegal schickt, um damit spanische Milchprodukte zu beziehen, ist das nicht korrupt sondern vollkommen legal.

      Man könnte jetzt noch lange darüber reden, wie in Europa gratis eingesammelte Second-Hand-Kleidung (Fahrräder, Spielzeug) mit fetten Gewinnen nach Afrika exportiert wird und dort dafür sorgt, dass Hunderttausende hervorragender afrikanischer Scheider nichts verdienen können und hunderte anderer Beispiele … der Text würde 5 Meter lang.

      Aber machen Sie sich nichts vor: Niemand hat irgendein Interesse daran, Afrika zu helfen. Absolut niemand. Wenn Sie Ihren Mallorca-Urlaub mal gegen einen in Mali oder Gambia tauschen würden, könnten Sie das an Ort und Stelle selbst überprüfen. Bestenfalls gibt es „Auge um Auge“-Geschäfte als Entwicklungshilfe deklariert oder internationale Pharmakonzerne, die „Gratismedikamente“ verteilen, um ihre Versuche nicht an europäischen Ratten machen zu müssen.

      Die einzigen, die derzeit in Afrika sehr engagiert sind, sind die Chinesen, die von Ackerflächen über jede Art von Firmen und Kraftwerken alles aufkaufen, was für Dollar (die sie stapelweise im Keller liegen haben und unbedingt leise loswerden wollen) zu bekommen ist. Gehen Sie heute mal durch ein afrikanisches Land. Der Bauleiter bei fast jedem Grossprojekt, egal wo, ist Chinese, die Finanzierung auch. Afrika ist den Chinesen für deren Engagement sehr dankbar – aber dass die Chinesen das tun, um Afrika zu helfen, glaubt selbst in Afrika niemand.

      Afrika auf die Beine zu stellen wäre weder so schwierig noch so teuer, wie viele Leute glauben (Studien und Zahlen dazu gibt es reichlich), aber es müsste erst jemand wollen. Europa in eine Festung zu verwandeln, ist bisher billiger.

    • eva sagt:

      Nun wir werden wohl die Rechnung unserer Ahnen zahlen müssen. Schließlich haben und leben wir immer noch in einer Art von Luxus. Sicher darf und sollte man auch kritisieren, ohne Alternativen oder Verbesserungen vorzuschlagen. Doch moment ich habe eine Idee. Geh du doch nach Afrika und lass eine Afrikaner für dich nach Europa…

  2. Bei allem Verständnis für jeden einzelnen Afrikaner der Versucht dem Elend zu entkommen,
    wie lange soll man diese Leute denn mit offenen Armen empfangen?

    Bis zwei Millionen hier sind, oder 20 Millionen?

    Wenn man dann diesen 20 Millionen allen eine Wohnung, ärztliche Versorgung, und natürlich volle Unterstützung auf gleichem Niveau wie den Einheimischen (die ja nur „zufällig“ Einheimische sind) Rente, Sozialhilfe (Vielleicht bekommen Sie ja auch einen Arbeitsplatz, man kann ja die Gesetze ändern, und Arbeit haben wir ja genug), und Ausbildung gewährt.

    Wäre es dann nicht ungerecht denjenigen die Hilfe zu versagen die sich nicht
    in ein Boot Richtung Europa getraut haben, bzw. es sich nicht leisten konnten.
    Müssen wir dann nicht konsequent sein, und auch den Daheim gebliebenen die gleiche
    Unterstützung zu Teil werden lassen? Oder müsste wir nicht mindestens
    einen kostenlosen Transport nach Europa anbieten?

    Wenn wir dann ganz Afrika helfen, wäre es dann nicht ungerecht
    das z.B. Indien keine Hilfe erhält?

    Warum zahlen wir nicht einfach für die ganze Welt?

    Dann wäre endlich das ganze Elend auf diesem Planeten
    auf einem Schlag beseitigt – es ist sooo einfach!

    • Katja sagt:

      Wie wäre es, die Heimat dieser Flüchtlinge einfach nicht so auszubeuten, wie es Europäer seit Jahrhunderten tun? Und damit vielleicht dafür zu sorgen, dass diese Menschen in ihrem eigenen Land eine Zukunft haben, statt sich auf eine solche unsichere Reise machen zu müssen?

    • Wie wäre es, die transnationalen Konzerne daran zu hindern, für ihren Profite über Leichen zu gehen? Und zwar im wörtlichen Sinne des Wortes.
      Die Leichenberge, die durch die Profitmaximierung um jeden Preis entstanden, sind schon so hoch, dass sie das Sonnenlicht verdunkeln!

      • Uhupardo sagt:

        … und wenn Google, Starbucks und all die anderen statt 3% dann 30 Prozent Steuern zahlen müssten und das Geld zum Beispiel dazu benutzt würde, Afrika aus der Misere zu helfen … (unter 100 anderen Massnahmen). Doch das ist nicht systemkonform, politisch nicht gewünscht und Zäune bauen einfacher.

        • Noch, ja.
          ABRER: Alles hat mal ein Ende – und dieses Verbrechersystem auch. Gerade jetzt.

        • fischi sagt:

          Ich glaube man müßte den Afrikanern gar nicht helfen, die könnten sich schon selber kümmern.
          Aber das Anzetteln von Kriegen das Unterstützen der schlimmsten Diktatoren muss sofort aufhören.
          Weiterhin der Diebstahl von Bodenschätzen, die Spekulation mit Nahrungsmitteln und das Überschwemmen des Kontinents mit vor allem europäischen Billiglebensmitteln.

          Eines sollten wir uns mal wieder ins Gedächtnis rufen, wir sind alles Menschen, egal wo wir wohnen, welche Hautfarbe wir haben und auch welche Religion.

          Und ist es nicht so, das wir alle irgendwie Fremde sind.
          Es hat schon immer Völkerwanderungen und Vermischungen von Völkern gegeben.

          Wer es vergessen hat aber die Wurzeln der Europäer stammt aus Nordafrika.

  3. kat sagt:

    Wie absolut armselig, gruselig und dümmlich sich die beiden Vorredner outen in ihrer absurden Angst vor den Schwarzen und um ihr Häuschen/ihren kleinen Besitz. Bestimmt denken sie das auch jetzt zur Wahl das ewige großväterliche „Die Linke will mein Haus wegnehmen“. ^^

    Ich wundere mich wirklich, wer hier alles so mitliest in den letzten Tagen…

    Völlig übersehen sie allerdings dabei, WARUM diese Menschen ihr Leben riskieren, um nach Norden zu kommen…. nachdem WIR der Westen ihre Länder dermaßen ausgeplündert haben, Ländereien, Saat, Fisch, Bosenschätze etc, etc. das einfach Nichts mehr da ist, alles weg.

    WAS soll der Mensch dann tun um seinen Hunger zu stillen, und mutig die Daheimgebliebenen versuchen durchzubrigen.

    Diese beiden neidischen Weicheier @Alexander, @markomausMarko würden warscheinlich eher ihre Angehörigen in der gleichen Lage verrecken lassen, bevor sie ihren A*sch bewegen aus Angst um ihre 3 Kröten.

    Und mal ein wenig über den Tellerrand/die dtsch. Grenze hinausdenken, dass es durchaus Möglichkeiten gäbe, diesen MIT-Menschen in ihrer misslichen Lage dort und hier zu helfen und die unhaltbaren Zustände sofort abzuschalten, scheint leider auch nicht möglich.

    Frage mich wirklich, was solche Typen eigentlich im Netz lernen, wo sie scheints den ganzen Tag (als Trolle…) unterwegs sind. Scheint ja nix hängenzubleiben über alternativen Ansichten/Lebensweisen/Gesellschaftsformen.

    Da kann man das Netz ja auch wieder abstellen…Sorry!

    ..

    • Uhupardo sagt:

      Auch wenn es (aus unserer Sicht verständlich) schwer fällt: Ausdrucksweise überprüfen, bitte.

      • kat sagt:

        Ja, sorry, tut mir sehr Leid, manchmal fällt es in diesen Zeiten wirklich schwer, die Nerven und die gepflegte Ausdrucksweise zu bewahren. Ich gelobe Besserung!

        Dank und Gruß

    • Marko sagt:

      Entschuldigung, aber „neidische Weicheier“?
      Worauf soll ich denn neidisch sein, auf „verhungern in Afrika“?

      Und: „…Angehörigen in der gleichen Lage verrecken lassen…“,
      genau das ist der Punkt! Meine Angehörigen leben bereits hier,
      und meine eigene Sippe liegt mir nun einmal naturgemäß näher
      am Herzen als Fremde aus aller Welt.

      In Afrika leben über eine Milliarde Menschen!

      Wann begreifen Leute wie Sie endlich das
      ein 60 Millionenvolk nicht die ganze Welt bekehren kann?
      Das wurde 1939 schon einmal versucht,
      die Welt wollte aber nicht bekehrt werden.

      Zum Thema „im Netz lernen“
      Ich habe Freunde die bei einem Hilfsprojekt
      (zur Selbsthilfe) direkt vor Ort in Afrika mitgeholfen haben.
      Werkstätten, sanitäre Einrichtungen, Wohnhäuser. Nach zwei Jahren
      wurde dem Projekt vor Ort wieder ein Besuch abgestattet,
      glauben Sie mir, sein Weltbild ist jetzt ein anderes….!

      Ich selbst war vor Jahren auch in Afrika,
      habe mich dort mit deutschstämmigen Auswanderern unterhalten.

      Vielleicht sollten Sie das auch einmal in Erwägung ziehen,
      statt „im Netz zu lernen“?

      Gehen Sie doch einfach mal vor die Tür.

      • Uhupardo sagt:

        Sie haben sich mit deutschstämmigen Auswanderern in Afrika unterhalten. Dort, wo Sie sich sprachlich gerade noch verständigen können. Dort, wo Sie die deutsche Schublade nicht velassen müssen, die die Welt beurteilt.

        Gehen Sie doch einfach mal vor die Tür. Wir geben Ihnen gerne ein paar Adressen von Afrika-Projekten (darunter auch ein eigenes), die seit vielen Jahren hervorragend laufen. Einfach hinfahren, dann müssen Sie sich nicht mehr auf die Erzählungen anderer verlassen.

        Dass Ihnen Ihre Angehörigen näher liegen, ist so normal wie absolut verständlich. Dass die Welt nicht „bekehrt“ werden will (weder von Deutschen noch von sonstwem), ist auch richtig, aber eine Themenverfehlung. Um „bekehren“ geht es genau nicht. Sondern darum, dafür zu sorgen – alle gemeinsam -, dass solche Bilder wie heute morgen in Italien unterbleiben.

        Catania 10.8.2013

        Wenbn Sie noch nicht verstanden haben, dass es nur einen Planeten für alle von uns gibt und jedes Vorkommnis woanders mit Ihnen zu tun hat, dann werden Sie es lernen müssen. Freiwillig oder aus Verlustangst, ganz egal.

        • Marko sagt:

          Gut, der „Vorwurf“ Themenverfehlung trifft es natürlich,
          aber meine Schublade kann – und will – ich gar nicht verlassen.
          Das „Recht“ nehme ich mir einfach mal heraus,
          ich möchte ja auch nicht bekehrt werden…

          Es gibt zwar nur einen Planeten, aber wie wir beide vielleicht schon gemerkt haben,
          sind die Menschen die darauf leben nicht gleich!

          Von Ihrem Projekt weiß ich nichts, wenn es gut läuft Glückwunsch!
          Auch Respekt vor dem privatem Engagement.

          Aber wenn Sie Leuten – wie mir- etwas „wegnehmen“ wollen,
          werden Sie mit Widerstand rechnen müssen…. Wer gibt schon gerne freiwillig
          etwas von dem ab woran er sich sein ganzen Leben gewöhnt hat?

          Für meine Ängste kann ich nichts,
          diese stellen sich einfach ein.

          Lassen wir alle Flüchtlinge ins Land,
          haben wir dann am Ende nicht die gleichen Verhältnisse
          hier bei uns(!) wie die vor denen die Flüchlinge
          eigentlich davon laufen wollten?

          • Uhupardo sagt:

            „Es gibt zwar nur einen Planeten, aber wie wir beide vielleicht schon gemerkt haben,
            sind die Menschen die darauf leben nicht gleich!“

            Das ist richtig. Ihre Spermien wurden zur Geburt zufällig dort produziert, wo Wohlstand ist. Dafür können Sie nichts und haben auch nichts dafür geleistet. Purer Zufall halt.

            „Aber wenn Sie Leuten – wie mir- etwas “wegnehmen” wollen,
            werden Sie mit Widerstand rechnen müssen…. Wer gibt schon gerne freiwillig
            etwas von dem ab woran er sich sein ganzen Leben gewöhnt hat? Für meine Ängste kann ich nichts, diese stellen sich einfach ein.“

            Sie haben sehr ehrlich alles gesagt und jetzt auch alles über sich gesagt. Das reicht uns.

  4. Esreicht sagt:

    @kat und eva: Wenn euch so viel daran liegt die ganze Welt zu retten, dann macht das bitte auf
    privater Basis. Leiert eine Spendenaktion an, schickt Lebensmittel hin, baut die Infrastruktur auf, oder was immer ihr wollt. Da kann dann jeder helfen, der eure Ansichten teilt.
    Es ist sicher nicht so, dass man die Gründe der Flüchtlinge nicht versteht. Die wollen einfach nur ein vernünftiges Leben.

    Aber es kann nicht sein, dass wir ständig die Probleme der halben Menschheit lösen sollen.
    Für die,die es noch nicht mitbekommen haben: Wir sind nicht mehr der „reiche Westen“, wir sind
    inzwischen selbst bis über die Halskrause verschuldet!
    Dass es hier immer noch Leute gibt, die trotzdem immer weiter munter mit Geld (das wir nicht mehr haben) um sich werfen wollen, finde ICH langsam aber sicher zum ko…..!
    Haben wir hier nicht genug Probleme zu lösen? Müssen wir auch noch die der anderen importieren? Wer hilft uns denn?
    Das letzte Hochwasser war lt. der Versicherung Munich-Re das teuerste Schadensereignis in Deutschland in Friedenszeiten. Wo war denn da die Solidarität der anderen Länder?
    Beteiligen sie sich an den Schäden? Haben sie wenigstens symbolisch fünfzig oder hundert
    Leute geschickt, um uns mit den Sandsäcken zu helfen?
    Null, nichts haben sie getan! Aber wir sollen immer wieder für alle anderen da sein!
    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich ko….. möchte! (ja,ja, ich weiss, die Ausdrucksweise…
    aber es musste einfach mal raus).

    • Es geht nicht darum, dass „wir die Probleme der halben Menschheit lösen sollen“, es geht darum, dass es nicht angeht, dass die transnationalen Konzerne und Banken die halbe Menschheit ausrauben und die dann völlig Ausgeraubten auch noch beschuldigen, dass die sie ausgeraubt haben!

    • Uhupardo sagt:

      „Wenn euch so viel daran liegt die ganze Welt zu retten, dann macht das bitte auf privater Basis.“

      Nein, das hat mit „privater Basis“ rein gar nichts zu tun und vor allem so keinen Sinn.

      Sehen Sie, wir könnten jetzt stundenlang über die Unterschiede unserer Geisteshaltung diskutieren, man könnte Ihnen bescheinigen, soziale Verantwortung nicht zu kennen. Bringt nur alles ziemlich sicher nichts.

      Einer Sache aber werden Sie und alle anderen Besitzstandswahrer ins Auge schauen müssen, ob Sie wollen oder nicht. Nämlich dem Satz, den uns einmal ein afrikanischer Immigrant in einem Interview sagte: „Solange es euch nicht gelingt, Mauern ins Meer zu bauen, werden wir immer wieder in die Boote steigen.“

      An diesem Satz kommen Sie nicht vorbei. Es gibt derzeit mehr als 20 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen auf dem Weg nach Europa. Man kann sie sowieso nicht alle aufhalte. Und diejenigen, die aufgehalten werden können, werden immer mehr Kosten bei den Besitzstandwahrern auslösen.

      Es ist (uns) inzwischen völlig egal, ob Sie aus sozialer Verantwortung zahlen oder aus Angst. Zahlen werden Sie jetzt unausweichlich sowieso – wissen Sie nur vielleicht noch nicht. Das können Sie mittel- und langfristig nur vermeiden, wenn Sie aktiv mithelfen, Afrika aufzubauen bis zu dem Punkt, dass die Menschen, die dort wohnen und dort bleiben wollen, auch dort bleiben können. Sie selbst können wählen, es gibt nur zwei Wege.

      • Esreicht sagt:

        „man Kónnte Ihnen bescheinigen, soziale Verantwortung nicht zu kennen“

        Mal davon abgesehen, dass ihre Antwort etwas überheblich rüberkommt, frage ich mich worauf Sie eigentlich hinaus wollen.
        Sie glauben wirklich, wir wären dazu in der Lage, einem Kontinent wie Afrika so viel Wohlstand
        zukommen zu lassen, dass die Leute nicht mehr von dort flüchten? Meinen Sie das wirklich ernst?
        Gerade gestern waren im TV zwei Reportagen über unseren „Hilfseinsatz“ in Afghanistan. Der ein oder andere wird sich vielleicht noch erinnern, mit welchen Absichten wir da rüber gegangen sind.
        Vom Aufbau demokratischer Strukturen war da die Rede, und davon den Bauern alternative Einkommensmöglichkeiten zu verschaffen, damit sie keinen Mohn zur Heroingewinnung mehr
        anbauen müssen. Das Land sollte so weit stabilisiert werden, dass es sich selbst helfen kann.

        Was ist davon heute übrig? Die Bilanz nach elf Jahren „Hilfe“ ist mehr als ernüchternd. Alles was bleibt, wenn die ausländischen Militärs abziehen, sind ein paar gebohrte Brunnen, und ein paar Brücken. Einrichtungen, die den Afghanen übergeben wurden, sind schon jetzt kaum noch funktionsfähig.
        Die alten Mächte werden wieder die Kontrolle übernehmen. Die Gelder, die weiter vom Westen überwiesen werden, kommen natürlich nicht der Bevölkerung zugute, sondern werden (großteils) wie üblich in dunklen Kanälen verschwinden.
        Wenn man sieht wie viele Milliarden Dollars und Euros in dieses eine Land geflossen sind, und was damit erreicht wurde, kann man von solchen Phantastereien nur die Finger lassen.

        Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es auf dem afrikanischen Kontinent
        besser laufen würde. Die Größenordnung wäre etwa das hundertfache von Afghanstan.

        Was die 20 Millionen Flüchtlinge angeht, die ihrer Meinung sowieso kommen, was sollen wir tun?
        Kapitulieren, die Grenzen aufmachen? Wenn sie tatsächlich kommen, dann fürchte ich, werden sie fremdenfeindliche Verhältnisse erleben, die Sie heute noch nicht für möglich halten.
        Wir werden sie draußen halten müssen, weil es nicht anders geht.
        Ist es denn so schwer zu akzeptieren, dass diese Probleme eine Nummer zu groß für uns sind?
        Wir sind schlicht und einfach überfordert damit, wir können sie nicht lösen.
        Das ist jedenfalls meine Überzeugung.

        • Uhupardo sagt:

          „Mal davon abgesehen, dass ihre Antwort etwas überheblich rüberkommt“

          Mit dem Vorwurf können wir leben – mit dem Vorwurf fehlender sozialer Verantwortung wäre das anders.

          „Sie glauben wirklich, wir wären dazu in der Lage, einem Kontinent wie Afrika so viel Wohlstand
          zukommen zu lassen, dass die Leute nicht mehr von dort flüchten? Meinen Sie das wirklich ernst?“

          Selbstverständlich. Das meinen aber mehr Leute sehr ernst. Um Ihnen mal eine Grössenordnung zu geben, die ohne Zahlen auskommt: Das halbe Verteidigungsbudget der USA eines Jahres reicht, um dieses Ziel zu erreichen. „Wohlstand“, wie Sie es ausdrücken, muss man Afrika deswegen nicht verschaffen, aber ein funktionierendes Gesundheitssystem, sauberes Wasser, Bildung und eine ausreichende Transport-Infratsruktur beispielsweise.

          Unsere Erfahrung lehrt: Wenn der politische Wille besteht, ist fast alles problemlos zu finanzieren (das sollten Sie nach den Massnahmen zur Euro-„Rettung“ auch spätestens selbst genau wissen). Dieses Projekt aber ganz sicher, wenn es allein um die erforderliche Summe geht. Allerdings auf die richtige Art organisiert, deswegen ist Afghanistan wahrlich kein taugliches Beispiel. Da ging es um ganz andere Dinge.

          Nehmen Sie es mal so herum: Die politisch Verantwortlichen dieser Welt, die auch alle nicht wirklich soziale Verantwortung kennen, setzen sich zusammen und kommen zu der bereits erwähnten Schlussfolgerung „Abschotten ist teurer als Afrika regeln“. Also Handeln aus Angst, uns reicht das inzwischen. Wenn dann ein UN-Projekt gestrickt würde (die Handlungsstruktur dafür hätten wir auch parat, wären aber mehrere Meter Text), das international anteilig finanziert und entsprechend organisatorisch umgesetzt wird, wäre das angestrebte Ziel in fünf Jahren zu erreichen und niemand müsste auf dem afrikanischen Kontinent mehr in ein Flüchtlingsboot steigen.

          Vor allem, welche Alternative haben Sie denn? – Sie setzen das jetzt um … oder zahlen noch zehn Jahre für immer mehr Abschottung und tun es dann (aus berechtigter Angst vor mehr und immer mehr Kosten). Passieren muss es sowieso, auch ohne jede soziale Verantwortung.

          • Esreicht sagt:

            „Das halbe Verteidigungsbudget der USA eines Jahres reicht, um dieses Ziel zu erreichen.“
            Niemals!!!

            In vielen Ländern (nicht nur) Afrikas hat es lange Tradition, dass die Familien kinderreich sind,
            um das Überleben der Familie zu sichern. Staatlichen Institutionen wird, wohl nicht zu Unrecht, misstraut. Der Staat wird eher als Ausbeuter wahrgenommen, der nimmt, aber nicht gibt.
            All diese Familienmitglieder müssen natürlich versorgt werden. Häufig ist es aber so, dass nur ein oder zwei Leute der Familie einen Job haben, und die anderen mitversorgen müssen.
            Sie sind also darauf angewiesen, sagen wir mal: kreativ Geld aufzutreiben. Diese Kreativität nennt man bei uns Korruption. Das ist da völlig normal, jeder der kann tut es, weils gar nicht anders geht.
            Wie oft wurden in den vergangenen Jahrzehnten von Entwicklungshilfeorganisationen schon
            Projekte gestartet? Sobald Geld dafür ins Land fließt, greifen die „kreativen Versorger“ kräftig
            zu. Die Folge davon ist, dass aufgebaute Einrichtungen bald nicht mehr funktionieren, und jeder abgreift, was er noch kriegen kann.
            In Afghanistan kriegen wir das gerade wieder mal schmerzlich vorgeführt. Da ihnen aber Afghanistan als Beispiel nicht gefällt, wie wäre es mit Nigeria? Ein Land mit reichen Erdölvorkommen, Geld fließt ins Land, aber wohin? Jedenfalls nicht zur Bevölkerung. Regelmäßig explodieren die Pipelines, weil sie von armen Leuten angebohrt werden, die wenigstens etwas am Reichtum teilhaben wollen. Das große Geld reißt sich wie üblich die herrschende Kleptokratie unter den Nagel.
            Was ich damit sagen will: selbst wenn die erforderliche Infrastruktur von uns aufgebaut würde,
            hätte sie nicht lange Bestand. DAS ist es was die Erfahrung zeigt.

            Was den politischen Willen zu helfen angeht, ein Beispiel von heute:
            In der Online-Ausgabe des Spiegel sind heute einige Berichte zu finden, wie man zB mit
            den Roma umgeht.
            Ein anderes Beispiel sind die Jagdszenen griechischer Nationalisten auf Migranten, bei denen die Polizei tatenlos zusieht.
            Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten berichten heute über die zunehmenden Suizide in
            Südeuropa.
            Das mögen nur drei Beispiele (in Europa!) sein, aber es zeigt wohin die Reise geht, wenn sich die Not hier weiter ausbreitet.
            Spätestens wenn die Finanzkrise wieder Fahrt aufnimmt, werden wir öfter solche Berichte lesen.

            Um die Überzeugung zu behalten, unter solchen Umständen auch noch Afrika zu retten, muß man ideologisch schon sehr gefestigt sein.

            Ihre Rechnung, eine Abschottung Europas müsste nur teuerer sein als Entwicklungshilfe wird meiner Ansicht nach auch nicht aufgehen. Selbst wenn es das zehnfache kosten würde, wären
            Abschottungsmaßnahmen politisch leichter durchzusetzen, als weitere Milliardengräber in Afrika aufzumachen.
            Mal (herzlos) auf den Punkt gebracht: Wenn die Flüchtlinge es bezahlen können herzukommen, können wir es bezahlen sie zurück zu schicken. (Ich weiss, für diesen Satz werde ich jetzt zerrissen).
            An diesem Punkt vielleicht ein Hinweis, weshalb ich das so sehe:
            Vor vielen Jahren hatte ich mal die Illusion, ich könnte mit meinem Ersparten so mit 55-60
            Jahren in Rente gehen. Davon habe ich mich schon lange verabschiedet. Realistisch gesehen werde ich auch mit 70 aufwärts noch darauf angewiesen sein, etwas hinzuzuverdienen.
            Ich rede hier nicht von einer Finca auf Mallorca, sondern nur davon ein einfaches, normales Leben hier im Land finanzieren zu können.
            Wir arbeiten hier jahrzehntelang, zahlen Steuern und Abgaben, und am Ende reicht es nicht mehr für uns selbst. Alles nur weil wir ständig am retten sind. Banken, Club Med oder die Flüchtlinge der Welt, irgendwer oder was findet sich immer, das von uns gerettet werden muss.
            Dafür fehlt mir inzwischen jedes Verständnis. Ich bleibe dabei: Wir sollten uns um unsere eigenen Probleme kümmern.

            • Uhupardo sagt:

              Ok, Sie sind vermutlich jetzt alles losgeworden, was Sie zu sagen hatten, und nach dem Beitrag von k22b ist aus unserer Sicht sowieso alles längst gesagt. Und jetzt kann man abwarten, bis bei einigen das soziale Gewissen durch Zugzwang aus Angst ersetzt wird.

              • Esreicht sagt:

                Na, dann warten Sie mal. Schönen Abend noch.

              • Ellen sagt:

                Vergebliche Liebesmüh‘, Herr Uhu, verschwendete Energie…denn solche Sätze – Zitat –
                „Wir sollten uns um unsere eigenen Probleme kümmern.“
                zeigen auf, dass der Schreiber nicht erfasst hat, wie sehr „unsere eigenen Probleme“ mit denen in der sog. dritten Welt verwoben sind.
                Der Grund ist simpel:
                Es gibt eben nur eine Welt. Und solange nicht von Jedem begriffen wird, dass wir Alle betroffen sind, solange differenziert wird zwischen „denen und uns“, solange wird der Krieg weniger Gieriger gegen große Teile der Weltbevölkerung fortgesetzt werden.
                Die Veränderung beginnt immer im eigenen Kopf und, so mein Eindruck, es werden kritische Stimmen immer lauter.
                Aber es gibt noch immer die „Unbeirrbaren“…

                Da finde ich den Ansatz „Zugzwang anstelle sozialen Gewissens“ sinnvoll.
                Die Logik erkannte vor 80 Jahren bereits Erich Kästner (Ansprache an Millionäre)

                …Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
                Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind’s nicht.
                Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
                ist eure Pflicht!

                Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
                Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
                Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
                Wir sprechen von Geschäften…

                http://schamaninkiat.over-blog.de/article-was-sagt-erich-kastner-zum-armutsbericht-110701190.html

                • Esreicht sagt:

                  Was Erich Kästner da gesagt hat, in diesen Zusammenhang zu stellen, ist doch nonsens. Als ob Horden von Afrikanern Europa überschwemmen, um alles umzubringen was sich bewegt.
                  (sonst sind es doch immer nur die edlen und klugen Schwarzen, die von den bösen Weissen an einem vernünftigen Leben gehindert werden…)
                  Aber die „Unbeirrbaren“ sind ja immer nur die anderen.

                  Afrika wird jetzt seit etwa fünfzig Jahren von der sog. ersten Welt „entwickelt“. Vielleicht sollte man sich mal fragen was dabei bisher heraus kam.
                  Dazu findet sich in der Online-Ausgabe des Spiegel (bin sonst eigentlich kein Fan davon) ein, wie ich finde hochinteressanter Artikel.
                  In die Suchfunktion „Entwicklungshilfe: Warum die Helfer in Afrika versagen“ eingeben (Ich hoffe, in dieser Form ist das jetzt kein unzulässiger Link).
                  Die Lektüre dieses Artikels sollte selbst Hardcore-Idealisten nachdenklich machen.

                  Treffend fand ich u.a. den Satz: „Sollen wir uns allen Ernstes dafür schämen, dass eines der größten Ölexportländer der Welt (anm. Nigeria) nicht in der Lage ist, seine ländlichen Gebiete mit Strom zu versorgen? Die Frage zu stellen genügt, um zu zeigen, wie abwegig der Gedanke ist“.

                  Der Zugzwang, auf den Sie so große Hoffnungen setzen, führt in erster Linie zu Maßnahmen, die Armutsflüchtlinge draußen zu halten. Das ist bisher so, und das wird auch in Zukunft so sein.

    • fischi sagt:

      Aber es kann nicht sein, dass wir ständig die Probleme der halben Menschheit lösen sollen.

      Wenn hier so weiter gemacht wird, dass die Pleitebanken und die Supereichen Zocker immer wenn was schief gegangen ist, die Spielschulden vom Staat bezahlt bekommen, ist es auch kein Wunder, dass es nicht mehr reicht.
      Mach mal die Augen auf, der ganze Staat zerbröselt.
      Daran sind doch nicht die Einwanderer Schuld.
      Unsere Führer versuchen sich Denkmale zu setzen, die die keiner braucht.
      Unsere Konzerne bauen schön neue Betriebe auf der Welt und bekommen noch Zuschüsse in Deutschland.
      Von der ganzen Politik der deutschen Regierung profitieren bloß die reichen Investoren.

      • Esreicht sagt:

        Ich hab nicht gesagt, dass die Einwanderer (eben waren es noch Flüchtlinge..) an allem schuld sind. Davon abgesehen bin ich ganz deiner Meinung.

        • Wenn Sie schon zu solch intelligenten Einsichten kommen, dann sparen Sie sich doch ihre Entrüstung für den nächsten Artikel zur Bankenrettung oder unserem verkorksten Wirtschaftssystem auf, statt sich über einen kritischen Beitrag zur europäischen Grenz- und Flüchtlingspolitik zu echauffieren. Oder würden sie gerne so behandelt werden? Aber nach unten treten ist ja immer einfacher als nach oben.

  5. k22b sagt:

    Ein großer Stein fällt mir vom Herzen -> Uhupardo’s „pluma sin miedo“ schreibt wieder : )
    Danke für Eure Artikel und die Veröffentlichung vieler Meinungen ins Besondere für diesen.

    Interessant, wie immer die Meinungen in den Kommentaren, in denen sich viele Ängste, Fragen Standpunkte und auch sehr oft Haltungen zeigen, zum Lernen.

    Angst vor der „gelben Masse“, Angst vor dem „schwarzen pech“ . . . in jedem Fall ist dies ein hervorragendes Instrument zum instrumentalisieren der „weissen Masse“, die nun nach präzisem Anstechen und Anschieben erfolgreich in der gewünschten Form schwabbelt.

    Jemand hat seine Zeit und Geld in schwarze Sprühfarbe investiert, um seine Mitbewohner zu warnen, dass es einen Plan gibt, die „weiße Rasse zu eliminieren“ „Quieren extinguir la raza blanca“ lautet der Apell, auf dem Bürgersteig, einem der wenigen Orte wo der Bürger steigen und gehen darf.

    1956 Ägypten. Investoren französischer Herkunft hatten in ein lukratives, Megaprojekt investiert, neben dem die Pyramiden klein erscheinen. Dieses lukrative Projekt wurde dann unter dem damaligen Ägyptischen Präsidenten, Herrn Nasser, verstaatlicht. Es folgte eine Antwort in Form eines kriegerischen Angriffs im Namen dreier Staaten auf Ägypten und wäre nicht mit der Abwerfung von Kernwaffen auf zwei Europäische Hauptstädte gedroht worden, hätten sich diese drei Allierten höchstwahrscheinlich nicht zurückgezogen.
    Also mit der Drohung dann, ging alles gut, dann lieber doch das Megaprojekt und den daraus ergiebigen Gewinn den Anderen überlassen.
    Lieber konzentrierten sich jene die den Schwanz eingezogen hatten auf ihre weiteren wirtschaftlich lukrative Quellen im Rest des Afrikanischen Kontinents, wo sie noch ausreichenden Einfluss ausüben konnten, um das ihnen gewünschte Geschäftsverhältnis zu bestimmen.
    Die Beherrschten bekamen das Gefühl, dass ihre Herrscher an Macht verloren hatten und sahen eine gute Chance sich von den Fesseln zu befreien, während die Herrscher die Gewinnspanne auf dem Afrikanischen Kontinent kalkulierten. Kalkulieren, kalkulieren, die Herrscher kamen zu der Überzeugung, dass es klüger wäre, den Afrikanischen Menschen schwarzer Hautfarbe zum Afrikanischen Bürger zu kehren. Sie zogen sich zurück und hinterließen verschiedene Staaten, die sie selbst erschaffen hatten, mit bis zu 40 verschiedenen Etnien und Religionen innerhalb eines einzigen Staates. Sie zogen ab, als die Benevolenten.

    Ich will den Text nicht zu lang werden lassen, es treffen die Machthaber mit den gleichen Intentionen wie 1956 im genannten Beispiel ihre Entscheidungen, und die schwabbelige weisse Masse brabbelt ängstlich etwas vor sich hin, während mutige Ebenholzhelden und Heldinen, sich ihren Platz auf diesem Planeten suchen, um zu leben. Die schwabbelige weisse Masse brabbelt ihr unsicheres „Jawohl, mein Herr“, hinter Entscheidungen, die für ihre Mitmenschen tödlich sind, aus Angst selber zu sterben, was in dem Dokumentarfilm aus vorheriger Veröffentlichung deutlich erklärt wird.
    Aus Angst wegschauen mag vielleicht eine menschliche Eigenschaft sein. Traurig ist es, zu spät hinschauen zu müssen und zu erkennen, dass die lebensbedrohliche Gefahr erschreckend nah gerückt ist und von ganz wo anders kommt, sich vielleicht sogar in Form von Laborfleisch im eigenen Organismus aufhält und diesen noch schwabbeliger werden lässt.

    Einmal ein einzelnes Schicksal eines Menschen hören, der die Reise von Afrika nach Europa überlebt hat und sich konzentriert hinsetzen und Gedanken dazu zu machen, wäre ein Anfang, für viele, die aus Angst zu Empathie nicht fähig sind.

    LG und vielen Dank fürs Denken und Handeln!

    • Uhupardo sagt:

      Das ist der beste Beitrag in langer Zeit! *chapeau*
      Ganz abgesehen davon, wer es komplett liest … und noch mehr davon, wer es nach dem Lesen auch noch verstanden hat, gibt es dafür jetzt den Uhu des Monats! Muchas gracias.

      Uhu des Monats

  6. k22b sagt:

    „k22b“ ehemalig „Aus Madrid“

  7. k22b sagt:

    Oh! Vielen Dank für solch einen schönen Uhu des Monats : )

  8. Talyssa Akhmatova sagt:

    Schon „lustig“: Blue cards entwickeln und Sonderprämien für die Zuwanderung ausloben, anstatt diese Summen für die Bedürftigsten zugunsten von Eingliederungs- und Ausbildungsmassnahmen vorzuhalten.
    Deutschland hat ein Bevölkerungszahlenproblem – zu wenige Kinder, um die Generationenverträge zu erfüllen.
    Warum dann nicht „fremde Kinder adoptieren“?
    Aber in einem Land, in dem mancher Rentner auf Kinders schießt, sind wohl solche „Träume“ auch zuchthauswürdig.

    http://www.shortnews.de/id/563385/haan-jugendliche-zuenden-knallkoerper-rentner-schiesst-auf-sie

    PS: Schon klar, dass nicht alle Rentner auf Kinder schießen, aber eine weit verbreitete Kinder- na, sagen wir -„unfreundlichkeit“ lässt sich durchaus konstatieren. Und wenn das schon gegen die landeseigenen Kinder so aversiv zugeht, muss man sich nicht wundern, wenn es gegen „ausländische“ eine noch rabiatere, ablehnendere Haltung gibt.

    Kurz:
    Das sogenannte „Migrantionsproblem“ liegt vor allem darin begründet, dass Herz und Hirn der Kassandrarufer schon vor langer Zeit selber ausgewandert sind…

    • Uhupardo sagt:

      Fakt ist und wird auch von niemandem in Frage gestellt, egal aus welcher politischen Ecke: Die Sozialversicherung eines überalterten Spaniens ist nur wegen der vorwiegend jungen Immigranten noch nicht längst pleite.

      • Marko sagt:

        Bei einer Arbeitslosenquote (laut Spiegel-Online) der unter 25-Jährigen Spanier von 56,5%,
        klingt diese Aussage aber nicht sonderlich plausibel. Bräuchte es also noch mehr junge Immigranten, und eine Quote von 100% arbeitssuchende jungen Spaniern damit das Spanische Sozialversicherungssystem komplett saniert wäre?

        • Uhupardo sagt:

          Die Rede war von der Sozialversicherung bis zur „Krise“ (die natürlich dafür sorgen wird, dass nicht nur die Sozialversicherung in die komplette Pleite schlittert).

  9. Ramón Rodríguez sagt:

    Gerade eben: Goooooooooooooold für Grossbritannien im 10.000 Meter Lauf der Weltmeisterschaft durch Mo Farah!

    Wenn sie nicht schnell genug laufen können für Medaillen, dürfen sie gern absaufen. Sonst werden sie eingebürgert und Volkshelden.

    Hab ich das nicht mal bei Uhupardo gelesen? Jeder junge Mann und jede junge Frau Deutschlands muss ab dem 18. Lebensjahr je ein Jahr bei einer Familie in Afrika, Asien und Südamerika leben und arbeiten. Dann gäbe es solche Kommentare wie von „Esreicht“ (mir schon lange, der Nick passt perfekt!) und Marko hier überhaupt nicht.

    • Uhupardo sagt:

      Das wäre in der Tat wohl die definitive Lösung. Wer Menschen anderer Kontinente und deren Probleme aus eigener Anschauung genau kennt und vor dem „Fremden“ generell keine Angst hat, reagiert komplett anders. Wenn jedes Land seine jungen Menschen auf drei Kontinente schicken würde, wäre die Welt eine andere.

      • Esreicht sagt:

        „Wenn jedes Land seine jungen Menschen auf drei Kontinente schicken würde, wäre die Welt eine andere.“
        Ihr Wunsch scheint sich zu erfüllen, zumindest fangen einige schon damit an: Portugiesen wandern wegen ihrer Perspektivlosigkeit nach Angola aus, nicht wenige Spanier und Italiener sehen in brasilianischen Favelas inzwischen bessere Chancen als zuhause (kein Witz!).
        Mit dem was die europäischen Armutsflüchtlinge dort lernen, bekommen wir dann eine bessere Welt. Ganz sicher.
        Die Richtungen der Flüchtlingsströme haben sich im Zuge der Krise inzwischen stark verändert.
        Nicht mehr nur rein nach, sondern raus aus Europa.

        Würde mich brennend interessieren, was all diese Leute von ihrer Idee halten, Afrika zu finanzieren.

        In Afrika war ich zwar noch nicht, aber in Lateinamerika und einigen Ländern Asiens. Dort hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck das irgend jemand auch nur eine Sekunde auf die Idee käme, das Erarbeitete irgendwo in der Welt zu verteilen.
        Tja, jetzt war ich zumindest auf zweien ihrer Kontinente (und nicht nur am Strand), habe dort auch genügend Probleme gesehen. Vielleicht hat die Mentalität der Leute dort stärker auf mich abgefärbt, als mir bewußt war. Die kümmern sich nämlich auch nur um ihre eigenen Probleme.
        Und Angst vor „Fremden“ habe ich überhaupt nicht, ich will sie nur nicht alle finanzieren.

        Ich weiss, ich werde Sie nicht überzeugen, und Sie mich nicht. Ich gönne ihnen das schöne Gefühl, sich in ihrer moralischen Überlegenheit zu sonnen, und will es hiermit gut sein lassen.

        schönen Abend

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