Die Deregulierer haben noch immer nichts begriffen

Langfristige Phänomene in ihrer historischen Perspektive betrachten ist unverzichtbar. Dieser hervorragende Film tut genau das. Die Ursachen der derzeitigen fatalen Weltlage werden sauber analysiert, Zusammenhänge hergestellt und Zukunftsaussichten beschrieben.

Auszüge  (Uhupardo-Kommentare kursiv)

Wenn wir auf die vergangenen zwei Jahrtausende zurück blicken, dann sehen wir, dass es in 1.800 dieser 2.000 Jahre konstant zwei überragende Wirtschaftsräume gab: China und Indien. Erst vor 200 Jahren übernahmen Europa und später die USA die Führung. Weltgeschichtlich betrachtet sind diese 200 Jahre eine historische Anomalität. Und wie alle Anomalitäten wird auch diese ein natürliches Ende finden.

Vom 18. bis ins frühe 21. Jahrhundert lebten wir in einer einzigartigen Situation, in der wir, der Westen, die anderen mit einem Gefühl der Überlegenheit betrachteten. China, als Erbe der grossen Kaiserreiche, ist dabei, seinen Platz in der Geschichte wieder einzunehmen.

Globale Probleme verlangen globale Lösungen. Es gibt keinen anderen Weg, die Probleme dieser Welt zu lösen. Früher, als es 192 einzelne Länder gab, war es, als seien wir in 192 einzelnen Booten unterwegs. Da brauchte es Regeln, damit die Boote nicht zusammenstiessen. Das war die alte Ordnung. Heute, durch die Globalisierung, ist die Welt geschrumpft und wir sitzen alle im selben Boot. Das heisst, wir leben nicht mehr auf 192 Booten sondern in 192 Kabinen auf demselben Boot.

In den vergangenen 30 Jahren haben die Globalisierer der gesamten Menschheit die selbe deregulierte utraliberale Marktwirtschaft aufgezwungen – und die anderen waren eben Globalisierte. Man hat uns das Blaue vom Himmel versprochen und immer wieder erzählt, durch die Globalisierung würden alle glücklich.

Alles begann Ende der 70er-Jahre, als die britische Premierministerin Margaret Thatcher eine radikal-liberale Politik einführte, die von den Thesen des Ökonomen Friedrich Hayek inspiriert war. Die Vorstellung, die Marktwirtschaft sei etwas Naturgegebenes, ist alt. Ihre aktuelle dereglementierte Form hingegen ist neu. Die Ultraliberalen reduzierten den Einfluss des Staates und vergassen dabei, dass der Wohlstand der drei Nachkriegsjahrzehnte einer von den jeweiligen Regierungen gesteuerten Wirtschaftspolitik geschuldet war.

Gleich nach ihrer Wahl im Mai 1979 setzt Thatcher eine ganze Reihe von ultraliberalen Reformen durch. Gefolgt von Ronald Reagan, den Milton Friedman berät, der Gründer der Chicagoer Schule, der den Lehren Friedrich Hayeks nahe steht.

Ronald Reagan betet das Credo dieser neuen quasi-Religion vor: „Der Staat ist nicht die Lösung unseres Problems, der Staat ist das Problem.“ – Das Bündnis Thatcher-Reagan wird die Welt verändern. Ihre Politik öffnet die Schleusen eines Stroms, der in die globalisierte Wirtschaft mündet und die Finanzwelt begeistert. Sie erlebt bis 2007 eine beispiellose Entwicklung und wähnt sich in einem Schlaraffenland des Geldes.

Die Botschaft des Liberalismus wandert vom einen zum anderen. Ein einziger Slogan „Es gibt keine Alternative zum deregulierten Markt“ fegt durch die Hirne wie ein ideologischer Reisigbesen. Die Wunderformel lautet: Um zu modernisieren, muss man dereglementieren, privatisieren, Gesetzestexte und Arbeitsrecht entstauben. Dann wird das Geld der Reichen am Ende auch bei den Bedürftigen ankommen. Als wäre die Effizienz des deregulierten Marktes ein Naturgesetz und keine Ideologie.

Diese Losung wird zum Mantra der Wahlkämpfe, weltweit, mit der Monotonie einer Gebetsmühle. Rund um den Globus werden die Staaten gedrängt, ihre Wirtschaft zu dereglementieren. Wer zögert oder widerstrebt, gilt als wirklichkeitsfremd.

Nach Gorbatschovs Scheitern und dem Ende der UdSSR, richtet sich auf den Trümmern des Kommunismus der wilde Kapitalismus ein: Komplette Freiheit für Unternehmen, Privatisierungen, der freie Markt regelt alles. Von da an denken die Europäer, sie hätten gewonnen. Die Geschichte sei zu Ende. Sie hätten ein globales Dorf errichtet voll fernsehender Verbraucher mit gleichen Empfindungen, gleichen Reaktionen und gleichen Verhaltensmustern. Der Ultraliberalismus triumphiert. Der Markt befreit sich von seinen Fesseln. Der Bürger ist nur noch ein Verbraucher, auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen.

Mehr, immer mehr, noch mehr konsumieren. Es ist ein Rausch. Da taucht einer auf, der als wahrer Zauberer gilt: Alan Greespan, der neue Vorsitzende der US-Notenbank. Er wird 1987 von Ronald Reagan ernannt und von allen nachfolgenden Präsidenten bestätigt. Er ist ein Jünger Milton Friedmans und wie jener der Ansicht, man dürfe die Märkte nicht einengen: „Eine Kontrolle des Handels mit Derivaten (Klick!), wenn er privat von Spezialisten abgewickelt wird, ist unnötig. Eine Kontrolle, die keinem Zweck dient, hindert die Märkte daran, den Lebensstandard zu erhöhen. Wer sich für ein Kontroll-Regime entscheidet, sollte wissen, dass kein System unangemessene oder illegale Handlungen komplett ausschliessen kann.“

Alle waren zu diesem Zeitpunkt des kollektiven Optimismus sicher: Die liberale Demokratie ist das beste aller Systeme. Sie hat definitiv gewonnen! Die Geschichte ist an ihrem Ende angekommen. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen und ist nun bestimmt, die Menschheit zu führen. Was für eine vermessene Haltung!

Zu diesem Zeitpunkt wurde der Euro eingeführt. Die Einführung einer Einheitswährung war damals für die Europäer ein Riesenschritt in monetärer Hinsicht. Aber nicht nur. Es war auch ein Schritt in einem historischen Abenteuer: Der Errichtung eines neuen Europas, einer Art moralischer Supermacht, die mit ihrem ganzen Gewicht auf das Weltgeschehen Einfluss nehmen würde.

Zeitgleich mit dem Durchmarsch der Ultraliberalen revolutionieren die neuen Technologien die Kommunikation und versprechen dem Einzelnen eine Art „Allgegenwart“. Ganz so wie das Kino Hollywoods, die Traumfrabrik des 20. Jahrhunderts, den american-way-of-life verbreitet hat, machen Vereinheitlichung und Beschleunigung aus den vielen Ländern unserer Welt eine grosse Informationsgesellschaft.

Die Abkopplung der Finanzwirtschaft von der sogenannten Realwirtschaft vollzieht sich in atemberaubenden Tempo. Das Ergebnis: Eine Finanzsphäre ohne jeden Bezug zu den Notwendigkeiten von Wirtschaft und Produktion – die sogenannte Casino-Wirtschaft.

Ob nun rechts oder links, die globale Marktwirtschaft ermöglicht Spekulationen, die mehr mit einer Lotterie zu tun haben als mit den Realitäten der Wirtschaft. Wobei einer natürlich mehr gewinnt als andere. Aber mit der Zauberformel „win-win“ wird jeder Vorbehalt hinweg gefegt. Da war viel Illusion im Spiel, um nicht zu sagen Lüge – und das sollte man bald zu spüren bekommen.

In den USA eröffnet Wal-Mart, das grösste Unternehmen der Welt, das Rennen um den niedrigsten Preis. Jeder gewinnt, allen voran die Verbraucher, heisst es. Nur beinhaltet der Sturz der Preise auch Auslagerung der Produktion nach China, Entindustrialisierung der Vereinigten Staaten. Am Ende haben die Niedrigstpreise einen Teil der westlichen Industrie ruiniert.

In den späten 70er-Jahren kehrt sich das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit um. Das Kapital gewinnt, und die Gewinne der Aktionäre steigen ins Unermessliche, während das Einkommen der anderen, der Durchschnittslohn der amerikanischen Verbraucher, stagniert. Weil nun aber die Verbraucher der USA keine Kaufkraft mehr haben und die amerikanische, aber auch die Weltwirtschaft ins Stocken gerät, müssen eben alle Regeln, alle Vorsichtsmassnahmen über Bord. So beginnt das Rennen in die Verschuldung, das bis zur Krise 2007/2008 andauern wird.

Und so wird mit Erfolg alles dafür getan, auch die ärmsten Amerikaner davon zu überzeugen, auch ein Haus auf Kredit zu kaufen. Während jener zügellosen Jahre des Wachstums auf Kredit, wurden alle, die sagten „das kann nicht so weitergehen, das ist zu riskant“, als Spielverderber abgetan.

Provisionsabhängige Agenten vermitteln Bankkredite an insolvente Amerikaner, die damit ein Haus kaufen. Als Deckung des Kredits dient eine Hypothek auf das Haus. Dabei wird vorausgesetzt, dass, in einer spekulativen Wirtschaft, der Wert des Hauses steigt. Und die Hauskäufer glauben guten Gewissens, dass sie ihren Kredit zurückzahlen können.

Um diese gefährlich unbezahlbaren Aussenstände möglichst weit zu splitten, werden die Schulden in komplexen Finanzprodukte verbrieft, also endlos weiter geschickt. Gleichzeitig schliessen die Banker Versicherungen ab, um sich vor dem Ausfall ihrer eigenen Schöpfungen zu schützen. Manche gehen sogar soweit, gegen ihre eigenen Produkte und ihre Versicherer zu spekulieren – und werden immer reicher, selbst wenn der Wert ihrer Papiere ins Bodenlose stürzt.

Das absolut Erstaunliche bei diesem Phänomen: Die Regeln, die selbst die Bankiers der Lombardei im 13. Jahrhundert kannten, wonach eine Bank nicht beliebig viel verleihen darf, sondern nur entsprechend den Eigenmitteln, die sie im Depot hat, all diese Regeln wurden beiseite gefegt.

Alles hat ein Ende! Im Juli 2007 brechen drei Hedge-Fonds der amerikanischen Investment-Bank Bear Stearns zusammen. Am 19. Juli 2008 werden die Manager von Bear Stearns festgenommen. Ein isoliertes Ereignis heisst es, das die Märkte insgesamt nicht gefährden kann. Am 15. September 2008 übernimmt die amerikanische Regierung das trudelnde Bankhaus Merryl Lynch. Lehman Brothers dagegen werden fallen gelassen. Das geflügelte Wort „Too big to fail“ hat sich zum ersten Mal nicht bestätigt. Die US-Regierung hatte schon so viele Gift-Papiere übernehmen müssen, dass klar wurde, dass man nicht in allen Fällen so würde reagieren können.

Weil die giftigen Papiere, ausgehend von den USA, längst im Tresor praktisch jeder Bank angekommen waren, ganz egal wo auf der Welt, war die Entwicklung vorgezeichnet.

Die Folge: Panik im weltweiten Finanzsystem und eine immer weiter um sich greifende Vertrauenskrise. „Viele Leute glauben, die Krise begann mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008, aber das war nur eine Folge, nicht die Ursache. Es war ein Meilenstein des Zusammenbruchs, aber nicht das grosse Ereignis.“

Mit der Pleite von Lehman Brothers beginnt die Kettenreaktion. Der US-Staat pumpt 700 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte, um das System zu retten. Die toxischen Papiere wandern aus den Depots der Privatbanken in öffentlichen Besitz. Trotzdem weitet sich der Flächenbrand aus: Vom Finanzsektor auf die Gesamtwirtschaft, von den USA nach Europa, trifft Gesellschaft und Politik gleichermassen.

Danach kommen die wichtigsten Regierungen zwischen 2008 und 2009 eilig und mehrmals zusammen, pumpen unter Zeitdruck viele Milliarden öffentlicher Gelder in die Banken, um der Katastrophe zu entgehen. Gigantische Konjunkturprogramme! Das treibt die Staatsschulden in die Höhe. Banken müssen ihr Eigenkapital erhöhen. Steuerflucht soll schärfer verfolgt werden.

Der Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern der Deregulierung spitzt sich zu!

– – – – –

Und da fängt es nun an, wirklich pervers zu werden. Diejenigen, die an dem gesamten Schlamassel die Hauptschuld tragen, die ultraliberalen Deregulierer, sind nicht nur weit davon entfernt, ihren Fehler einzusehen und verschämt in der intellektuellen Höhle zu versinken, aus der sie nie wirklich entkommen sind. Ganz im Gegenteil bestehen zum Beispiel solche unsäglichen Formationen wie die Splitterpartei FDP oder die neu gegründete „Partei der Vernunft“, die ihrem eigenen Namen Hohn lacht, auf mehr und noch mehr Deregulierung und verschärftem Kannibalenkapitalismus.

Sie nennen es „Freiheit“ und meinen doch nur die Freiheit der „Märkte“, das Recht des Stärkeren. Rücksichtslosigkeit als politisches Konzept, zerstörerische Deregulierung als heilsbringende Ideologie. Aus gehabtem Schaden rein gar nichts gelernt, nicht einmal ansatzweise irgendetwas begriffen.

Es gibt keine „Euro-Krise“, schon lange keine „Schuldenkrise“! Nicht einmal eine „Krise“ gibt es, denn das wäre ein Phänomen, das vom Normalzustand abweicht und vorübergeht. Das aktuelle Desaster allerdings wird bleiben, weil es ein sehr deutlich definierbarer Webfehler des Systems ist. Aus der privaten Verschuldung von Casino-Zockern wurde durch ultraliberale Deregulierungswut eine nicht mehr zu bewältigende öffentliche Verschuldung – in den USA, und davon ausgehend in Europa.

Das ist der Hintergrund, warum es Griechenland so schlecht geht und Portugal, Zypern und Spanien. Und ja, auch Deutschland, wenn die missliche Lage nicht ständig durch scheinheilige Botschaften und falsche Zahlen maskiert würde. Jetzt soll (muss – unverzichtbar) die öffentliche Verschuldung mit Gewalt gesenkt werden, indem die Bevölkerungen ganzer Länder verarmt werden: „Strukturreformen“ nennt man das – und meint Lohnsenkungen, Kürzungen und Streichungen öffentlicher Leistungen in allen Bereichen.

Nirgendwo haben die Menschen, zumindest nicht die breite Masse, „über ihre Verhältnisse gelebt“, wie man ihnen immer wieder einreden will! Wilde gewissenlose Zocker haben das allein verursacht, aktiv unterstützt und legalisiert von ultraliberalen Deregulierern, die bis zum heutigen Tage lauthals beweisen, dass ihnen die nötige Intelligenz für Analyse und die Fähigkeit fehlen, aus gehabtem Schaden Lehren zu ziehen.

Immer mehr insolvente Menschen begehren jetzt auf, verstehen, dass sie Opfer sind. Ausserdem säuft nun überall die Realwirtschaft logischerweise ab, weil die Menschen kein Geld mehr haben und die Nachfrage im Keller ist. – Und die Banken? Machen immer so weiter, leihen sich billiges Geld bei der Zentralbank und machen blendende Geschäfte, indem sie verschuldeten Ländern Geld leihen. Niemand setzt diesen fatalen Kreislauf ausser Kraft, niemand legt den „Finanzmärkten“ den lang überfälligen Maulkorb an. Immer noch, und jetzt sogar wieder verstärkt, werden Luftpapiere (Derivate) verkauft.

Die zerstörerische Energie der Deregulierer muss ausgebremst und eliminiert werden. Sofort! Oder wir werden die Karre innerhalb kürzester Zeit vor die Wand fahren. Wenn Kapitalismus überhaupt funktionieren kann – woran durchaus jeder Zweifel angemeldet werden muss! – dann nur in einem gesellschaftspolitisch definierten klaren Konzept, innerhalb klarer Regeln, die strikt durchgesetzt werden müssen. Wenn lobbygestützte Politiker dazu nicht in der Lage sind, werden wir es selbst tun müssen. Um jeden Preis!

Einer hat es immerhin schon begriffen. Alan Greenspan, die Gallionsfigur der ultaliberalen Deregulierer: „Jeder braucht eine Ideologie, sonst kann er nicht leben. Ich bin deswegen so geschockt, weil ich 40 Jahre lang der Meinung war, meine würde funktionieren.“

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41 Kommentare zu “Die Deregulierer haben noch immer nichts begriffen

  1. Willie sagt:

    Sagen wir ich habe studiert, bin auf der der Suche nach einem Job und möchte an den gegenwärtigen Zuständen etwas ändern. Für welche Institution kann ich arbeiten, um an der gegenwärtigen Lage etwas zu ändern? Gibt es überhaupt Institutionen, die die Interessen der Bürger noch vertreten?

    • Uhupardo sagt:

      Es gibt zwei Ansätze für die Antwort auf diese Frage. Sie könnten a) für eine Institution arbeiten, die wirklich gut ist, und b) in einer Institution, die nicht gut ist, um sie zu ändern oder wenigstens transparenter zu machen, als „Maulwurf“ quasi.

      Zu a) wäre „Menschen für Menschen“ ein Beispiel.
      Zu b) gibt es viele, bis hin zu IWF und Weltbank.

      • Willie sagt:

        Ich frage, weil eine Veränderung des Systems gar nicht so eifnach zu sein scheint.

        Meiner Meinung nach erleben wir gegenwärtig nicht nur ein Versagen des Marktes ( er musste vor sich selbst mit Steuergeldern gerettet werden) sondern auch ein Versagen der Politik mit der ihr verbundenen Institutionen.

        Die EU-Kommission scheint ja nur auf den Markt zu hören. Die neoliberale Politik wird trotz aller Widerstände vorran getrieben und die Poliker in den einzelnen Länder machen dagegen absolut gar nichts.

        Wie also kann man das System ändern? Der kleinste und einfachste Schritt wäre also der Job bei der richtigen Insitution.

        Es wäre toll, wenn man dafür irgendwelchen Listen hätte damit jungen Menschen bewusst wird, dass sie überhaupt etwas ändern können.

        • Uhupardo sagt:

          Willie, es gibt ja auch da zwei Möglichkeiten: Natürlich wäre es ideal, wenn jeder dort arbeiten könnte, wo er Sinn erkennt; das genau vertreten wir, indem wir das Bandbreitenmodell unterstützen – die Umkehrung des Arbeitsmarkts zugunsten der Arbeitnehmer.

          Solange aber ein komplett falsches System den Planeten beherrscht und neoliberale Globalisierung die Szene bestimmt, kann man, von Ausnahmen abgesehen, nur an der falschen Stelle arbeiten.

          Es gibt aber mindestens die andere Möglichlichkeit für jeden: An der „falschen“ Stelle arbeiten, damit wirtschaftliche Unabhängigkeit absichern und Zeit freischaufeln, um sich ausserhalb des Jobs um die richtigen Ziele zu vertreten und zu propagieren.

          Die richtigen Ziele müssen also nicht zwangsweise job-intern behandelt werden, solange das in einem falschen System fast unmöglich ist, zumindest für die Mehrheit.

          • Willie sagt:

            Ich stimme dir, wenn auch eingeschränkt, zu. Eingeschränkt, weil man nicht gleichzeitig Banker und Armutsbekämpfer sein kann (nur als sinnfreies Beispiel).

            Insbesondere die USA zeigen ja, wie absurd das System zum Teil ist. Erst wird von der Allgemeinheit genommen und anschließend eine elde Spendengala organisiert um zu zeigen, wie größzügig das Herz doch ist und wie viel die Reichen doch an die armen leisten…

            Na neoliberal ist unsere Politik ja eigentlich kaum…kaum, weil die gleichen Interessengruppen, die die Allgemeinheit in Armut stürtzen den Staat dazu treiben Subventionen in Millairdenhöhe auszuzahlen. So schützt der Staat diese Gruppen vor ausländischen Waren und zerstört zum Teil sogar ausländische Märkte (Siehe Milch, Fleisch und Gemüsemarkt in Afrika dank EU-Subventionen). Das passt nicht zum Neoliberalismus, der ja ansich nur einen schlanken und kleinen Staat haben will (an den ich nicht glaube).

            Aber mal so gefragt, welches System brauchen wir?

  2. fakeraol sagt:

    Der Witz am Ganzen ist, dass nicht erst die Neocons das schöne System kaputtgemacht haben, sodern diese Entwicklung dem System vom ersten Tag seiner Existenz an vorbestimmt war. Am Anfang liess sich einfach nur mit unauffälligeren Methoden, mit „seriös“ scheinenden Modellen das Geld von unten nach oben umverteilen.
    Je weiter die Zeit fortschritt, je weniger unten zu holen war, und je mehr durch die oben anwachsende Geldmenge der Renditedruck auf die Banker zunahm, desto mehr Druck musste auch ins System, in die Realwirtschaft weitergegeben werden, desto riskanter und waghalsiger musste nach den letzten Finanzreserven in der Realwirtschaft geangelt werden, um die Renditeforderungen noch eine Weile erfüllen zu können.

    Zins erfordert Wachstum der Geldmenge und Zinseszins erfordert exponentielles Wachstum, solches Wachstum heist in der Medizin „Krebs“, und Krebs ist nicht erst dann krankhaft, wenn der Tumor dem Körper die letzten Lebensgeister aussaugt, sondern von der ersten wuchernden Zelle an.

    Die Hedgefonds waren nur die Fortsetzung des Bankengeschäftes mit anderen Mitteln, und die „Bankenrettung“ ist wiederum die Fortsetzung der Hedgefonds mit anderen Mitteln.

    Das kapitalistische System wurde schon mit einem tödlichen Fehler geboren, es war nie gesund, vom ersten Tag an nicht.

  3. Freeliner sagt:

    Ein Kreditfinanziertes Geldsystem ist bei seiner Geburt schon dem Tode geweiht, es ist nur eine Frage wann der Tod eintritt.

    Genausowenig gibt es soziale Marktwirtschaft … jeder sollte erst mal den begriff analysieren und sich damit beschäftigen was er eigentlich bedeuted.

    Sind nicht fast 7 Mlliarden Menschen mindestens 5 zuviel auf dieser Erde?
    ….schon mal was vom EUGENIK PROGRAMM gehört?

    Ich möcht ja niemandem auf die Füsse treten, aber hey Leute, wäre es nicht angebracht sich erst mal mit den Dingen die sich Top Secret im Verborgenen abspielen zu befassen.

    Bilderberger, Trilaterale Komission, FED, Skull and Bones, Freimaurer, Opus Day usw……..

  4. wolfswurt sagt:

    Ziemlich platt die Darstellung seitens derer die über und mit Asien „The united World“ schaffen wollen.

    Info 1: Europa setzte alle Maßeinheiten weltgültig durch
    Info 2: Europäer besiedelten Amerika, Australien, Neuseeland
    Info 3: Der größte Wirtschaftsraum beginnend vor tausend Jahren die Hanse
    Info 4: die Technik-Revolution ging von Europa aus und Asien kopierte
    Info 4: Europäer legten den Grundstein für Pflanz und Tierlexikon der Welt
    Info 5: Europäer griffen in das All

    es könnte endlos so weitergehen!

    Wirtschaft ist überall und das Ergebnis ist nicht abhängig von der Anzahl der Individuen sondern von der Fähigkeit der Wirtschaftenden.
    Hier liegt Europa klar vor Asien.

    Europäer laßt euch nicht eurer Selbstbewußtsein durch durchsichtige Scharlartanerie nehmem!

    Im übrigen hilft eine Reise nach Indien oder China um sich von den letzten 2000 Jahren wirtschaftlicher Ergebnisse zu überzeugen.

    Schade – Arte

  5. Der Film könnte inhaltlich auch mit dem Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe erfasst werden.

    ich gehe den Film nochmal durch!
    aber vorab die Überlegungen von Kishore Mahbubani halte ich nicht für durchdacht.
    Das Beispiel mit den Kabinen auf dem Schiff ist Quark.

    Mahbubani beschreibt die scheinbar alte Ordnung mit den knapp 200 Boten die sich früher in Konkurrenz zu einander befanden. Gut heute sind es halt die knapp 200 Kabinen auf einem Schiff, die sich die selbe Konkurrenz geben.
    Soll Kishore halt weiter träumen von seiner neuen Weltmachtsstellung und dem richtigen Kapitalismus.

  6. heimlich sagt:

    Ein freier Markt muss nichts Schlechtes sein. Ein wirklich freier und unregulierter Markt hätte die Banken pleite gehen lassen – mit allen Konsequenzen, die ein solches Abrauchen von Großbanken dann mit sich gebracht hätte.
    Unter solchen Umständen hätte es dann entweder bereits vorher eine ausreichende Risikobewertung gegeben – denn wer weiß, dass er ohne Netz und Sicherheitsseil rumturnt, der bewegt sich sehr vorsichtig – oder es hätte dann spätestens nach dem ersten „globalen“ Abrauchen der Finanzwirtschaft eine komplette Umstrukturierung des Finanzsektors gegeben.
    Leider war der Markt nicht frei, sondern die Regierungen haben sich eingemischt. Und das Problem zwar nicht gelöst, aber aufgepumpt und auf Wiedervorlage gelegt..
    Ebenso ist der Globalisierungs- und der Einheitswahn nicht dem wirklich freien Markt geschuldet, sondern den feuchten Machtträumen der (leider gewählten) Regierenden.
    Der freie Markt braucht sicher keine Zollschranken und Handelsbarrieren. Er braucht aber auch ganz sicher keine politische Union, Gurkenkrümmungsvorschriften und ähnlichen Unfug.

    Um nicht in den Verdacht zu kommen, glühender Anhänger irgendeiner Splitterpartei zu sein:

    Ich wäre solange für einen absolut freien und unregulierten Markt, wie es ausreichend viele Marktteilnehmer auf beiden Seiten gibt: Keine Mindestlöhne, keine Arbeitsschutzgesetze, wirklich nichts, außer einer völligen Transparenz was die Preise (alle Preise) und Vorgaben, was die Sicherheit und Umwelt betrifft. Freier Markt pur.
    Wo sich jedoch das Angebot in den Händen einiger weniger oder gar nur einem einzigen (Bsp: Wasser oder grundsätzlich zentrale Energieversorgung) Anbieter befindet, bestimmt der Staat die Marktregeln – weil es eben keinen freien Markt gibt, der ausgleichend etwas regeln könnte.
    Hier gäbe es schlicht keine privaten Anbieter, sondern nur öffentliche, die unter ständiger demokratischer Kontrolle stehen und nur einem eng definiertem Zweck dienen.

    Zu diesem Angebotsoligopol würde ich übrigens auch die Versorgung mit Geld zählen. Und somit nur ein einiziges staatliche Finanzinstitut zulassen, das außer der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, der Kontoführungen und der Vergabe von Krediten keine Funktion hätte. Also eine Bundesbank, bei der jeder Bürger sein Konto eröffnen kann und zu dem von ihr festgelegten Zinssatz Geld leihen oder anlegen kann.

    Das alles noch garniert mit direkter Demokratie und Volksentscheiden à la Schweiz und Regierungen nur noch in einer verwaltenden Funktion – fertig wäre mein Vorschlag.

    • Uhupardo sagt:

      „Ich wäre solange für einen absolut freien und unregulierten Markt, wie es ausreichend viele Marktteilnehmer auf beiden Seiten gibt: Keine Mindestlöhne, keine Arbeitsschutzgesetze, wirklich nichts, außer einer völligen Transparenz was die Preise (alle Preise) und Vorgaben, was die Sicherheit und Umwelt betrifft. Freier Markt pur.“

      Was dabei heraus käme, lesen Sie unter „Ursache 1, 2 und 3“ hier: Klick
      Dass das feuchte Unternehmerträume sind, ist völlig klar und allzu durchsichtig. Freiheit für Haifische im Becken, wen interessieren die Forellen? „Freiheit für den Stärkeren und die Nettozahler“ – solange das unter „liberal“ läuft, ist dieser Terminus zu Recht zum Schmuddelbegriff verkommen.

      • heimlich sagt:

        Wie war das mit pauschalen Urteilen? Geht das auch einigermaßen begründet?
        Wozu müssen „Forellen“ geschützt werden, wenn der Gaswasserscheißebetrieb mit seinen Leuten die Löhne verhandelt? Das findet ja auch heute bereits weitestgehend ohne Staat statt.
        Ein klein wenig Freiheit – und Eigenverantwortung, bei z.B. Berufswahl und Ausbildung – sollte man, bei aller berechtigten Kritik am Ausbeutern, Haien und Heuschrecken, doch auch in einer utopischen Zukunft fordern dürfen.
        Und – in meinem „Modell“ wäre der Staat als ziemlich starker Anbieter von Arbeitsplätzen durchaus in der Lage, durch entsprechende Angebote für einen gewissen Wettbewerbsdruck (um die Arbeitskräfte) Richtung Haie, Stärkere und Nettozahler zu sorgen. So ganz ohne Gesetzes- und Vorschriftsexzesse.
        Meine Überzeugung: So lange sich Anbieter und Nachfrager einigermaßen die Waage halten, funktioniert ein Markt, und zwar gänzlich ohne regulatorische Einmischung.

        • Uhupardo sagt:

          „Meine Überzeugung: So lange sich Anbieter und Nachfrager einigermaßen die Waage halten, funktioniert ein Markt, und zwar gänzlich ohne regulatorische Einmischung.“

          Sie haben Recht! In einer idealen Welt funktioniert jedes System, bzw. braucht man erst gar keins. Nur ist die Welt so nicht.

          Lassen Sie uns aber bitte ausmachen, dass jeder das liest und berücksichtigt und seinen nächsten Beitrag einfliessen lässt, was der andere vorbringt, denn sonst wird es nur noch ein lästiges Wiederholen von Beiträgen.

          Ihre zitierte Aussage hatten Sie schon im vorigen Beitrag sinngemäss. Daraufhin wurde Ihnen ein Link angeboten, der zeigt, dass sich Anbieter und Nachfrage (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) eben nicht „einigermassen die Waage halten“ und es jeden Tag weniger tun (müssen). Vielleicht lesen Sie es diesmal: Klick

      • heimlich sagt:

        PS: Wie ich beim Nochmaligen Lesen feststelle, schrieb ich in der Tat von „Vorgaben, was die Sicherheit und Umwelt betrifft“. Damit könnte man durchaus den Hauptursachen der Arbeitslosigkeit entgegensteuern. Produkte, unter zweifelhaften Umweltbedingungen hergestellt, könnten mit Strafzöllen oder einer -Steuern belegt werden.
        Somit wären zumindest einheimische Produkte oder Produkte für den Binnenmarkt nicht mehr überwiegend dem (nicht gewünschten) Kostendruck sondern vielmehr dem (sehr wohl gewünschten) Innovationsdruck ausgesetzt.
        Das viel geschmähte Wachstum könnte sehr wohl umgelenkt werden, weg von irgendwelchen Beträgen und hin zu einer besseren Lebensqualität, Unwelt, etc.

        Es geht überhaupt nicht darum, ein Rennen um die niedrigsten Kosten zu bestreiten, bei dem wir niemals gewinnen können, weil es auch überhaupt nicht unser Anspruch sein kann, der Billigste zu sein.
        Der Staat soll den Rahmen vorgeben und dort, wo es ihn geben kann, den Markt in Ruhe lassen.

        PPS: Produktivitätssteigerungen und Automation als Jobkiller? Ja, natürlich! Wenn 1 Roboter den Job von 3 Leuten erledigen kann, warum zum Teufel sollte man auf diese Möglichkeit verzichten wollen?
        Diese Leute wären zwar in der Produktionshalle überflüssig, würden aber dringend benötigt, wenn der Staat z.B. massiv die Ausbildung+Betreuung von jungen Menschen ausweiten würde, bzw. die Betreuung und Pflege von alten Menschen. Obendrein mit ordentlichen Gehältern.

        Und woher käme das Geld, um die ordentlichen Gehälter zu zahlen? Von den oben erwähnten Strafzöllen und -Steuern, dem „Gewinn“ und den Spareinlagen bei der Bundesbank (als einziges Finanzinstitut).

        • heimlich sagt:

          Übrigens ließe sich das auch mit dem BBM vereinbraen bzw. kombinieren!

        • Uhupardo sagt:

          Die Finanzierung von Ausbildung, Betreuung und vor allem flächendeckendem Recycling aller Rohstoffe werden Sie damit niemals finanzieren können, hiermit schon: Klick

          Solange Sie Produktion nicht regionalisieren, werden Sie auch nicht genug Arbeitsplätze schaffen, um z.b. in Deutschland mindestens 4 Mio. Arbeitslose von der Strasse zu bringen und ihnen einen Lohn zukommen zu lassen, der sorgenfreies Leben ermöglicht. Hiermit schon: Klick

          Was übrigens auch für Unternehmer die beste Lösung darstellt: Klick

    • Bonsta sagt:

      „Wo sich jedoch das Angebot in den Händen einiger weniger oder gar nur einem einzigen (Bsp: Wasser oder grundsätzlich zentrale Energieversorgung) Anbieter befindet, bestimmt der Staat die Marktregeln – weil es eben keinen freien Markt gibt, der ausgleichend etwas regeln könnte.“

      Was Sie meinen sind natürliche Monopole. Der Wahnsinn unserer Zeit ist ja gerade, diese natürlichen Monopole aufzulösen und dafür eine Art künstlichen Markt zu schaffen. Das funktioniert entweder gar nicht oder nur mit überdimensionalen Regulierungsbehörden, aber selbst dann eher schlecht als recht. Statt Entbürokratisierung schafft man ein Bürokratiemonster oder umgekehrt letztlich die Zerstörung von über Generationen geschaffener Infrastruktur.

      „Und somit nur ein einiziges staatliche Finanzinstitut zulassen, das außer der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, der Kontoführungen und der Vergabe von Krediten keine Funktion hätte.“

      Dito. Im Grunde ist das auch die einzige Aufgabe von Banken. Alles andere ist Humbug. Wenn sich massenweise hochintelligente Menschen mit teurem Studium Gedanken über „Finanzprodukte“ machen, die niemand mehr wirklich durchblicken kann, der Gesellschaft aber nichts nützen, sondern im Gegenteil sogar massiv schaden, ist das ökonomisch betrachtet eine ungeheure Rescourcenverschwendung.

      „Unter solchen Umständen hätte es dann entweder bereits vorher eine ausreichende Risikobewertung gegeben – denn wer weiß, dass er ohne Netz und Sicherheitsseil rumturnt, der bewegt sich sehr vorsichtig – oder es hätte dann spätestens nach dem ersten “globalen” Abrauchen der Finanzwirtschaft eine komplette Umstrukturierung des Finanzsektors gegeben.“

      Das Problem war, dass es eine Unzahl von Verbriefungen gab und eben auch Versicherungen, die Banken sich also gar keine Gedanken mehr machen mussten (scheinbar), aber dieses eben dazu führte, dass das gesamte Finanzsystem zu kollabieren drohte, wenn ein Glied der Kette reißt. Es gab praktisch auf dem Globus keine Bank mehr, die nicht irgendwelche „Giftpapiere“ im Schrank hatte. Der Staat musste sich einmischen, weil er zuvor zuviel deregulierte und alle glaubten, mit diesen neuen Instrumenten die Zeiten von schweren Krisen entgültig überwunden zu haben. Ein fataler Irrtum. Hätten die Staaten nicht eingegriffen, wäre das Chaos ausgebrochen. Sie stellen sich das viel zu einfach vor, wenn Sie glauben, man hätte es eben geschehen lassen sollen und dann eben alles auf Neustart gesetzt. Der Neustart wäre sicher gekommen, aber wann und was dann noch von der Zivilisation übrig geblieben wäre, weiß niemand. Das Risiko kann man nicht eingehen, wenn man nicht völlig wahnsinnig ist.

      „Der freie Markt braucht sicher keine Zollschranken und Handelsbarrieren.“

      Aber schwächere Wirtschaftszonen brauchen das, sonst verlieren diese über kurz oder lang. So wie Griechenland z.B. zur Zeit. Im Grunde weiß man das schon seit über 200 Jahren, denn es war die USA damals, die Handelsbeschränkungen einführte, weil sie von Großbritanien niederkonkurriert zu werden drohte. Übrigens nahm man es auch mit dem Patentrecht nicht so ernst, was man Jahrhunderte später China vorwerfen würde. Es muss Beschränkungen geben solange bis die Region konkurrenzfähig ist. Ansonsten bleiben zwei Alternativen: Verelendung oder Völkerwanderung – meistens in Kombination.

      „Ich wäre solange für einen absolut freien und unregulierten Markt, wie es ausreichend viele Marktteilnehmer auf beiden Seiten gibt“

      Es muss in diesem Fall ein ständiges Überangebot an Jobs geben, denn jemand auf der Suche nach einem solchen, ist eben nicht einfach nur „Marktteilnehmer“. Wie heißt es so trefflich: Der Arbeitsmarkt ist kein Kartoffelmarkt.

      „Keine Mindestlöhne, keine Arbeitsschutzgesetze, wirklich nichts, außer einer völligen Transparenz was die Preise (alle Preise) und Vorgaben, was die Sicherheit und Umwelt betrifft. Freier Markt pur.“

      Vielleicht ist es ihnen nicht aufgefallen, aber das ergibt so keinen Sinn. „Freier Markt pur“ verträgt sich nicht mit dem nur sieben Wörter zuvor gefallenem „Vorgaben“. Was denn nun?

  7. Peter sagt:

    Ehhh Uhupardo,

    hast du eingentlich verstanden was ein komplett freier Markt bedeutet? Oder was Kapitalismus bedeutet? Hast du überhaupt gelesen und verstanden, welche Ziele die „Partei der Vernunft“ verfolgt?

    Ich glaube, du mixt hier einfach Dinge zusammen, die nicht zusammen gehören. Beschäftige dich ein wenig mehr mit der Österreichischen Schule der Ökonomie und mit unserem Schuldgeldsystem, dann wirst du sicherlich ein anderes Bild erhalten und sowas nicht mehr schreiben.

    Besten Gruß
    Peter

    • Uhupardo sagt:

      Peter, ihr Ausmass an Sachargumenten in diesem Kommentar ist wirklich erschreckend komplett.

      Damit es aber hier nicht völlig inhaltsleer bleibt, lesen Sie ein bisschen zum Thema Schuldgeld-System: Klick

      • fidel sagt:

        Ach uhupardo, reicht die Arbeit von Jörg Gastmann wirklich als Quelle für das Geldsystem? Und gibt es keinen Verdacht, dass sich Gastmann das Geldwesen ein weing zu leicht macht?
        Wenn er schon die Wirtschaft total umkrempelt, warum nicht auch das Geldsystem…ist ja ganz einfach!

        Ist die Welt so einfach? Alle sind blöd und Teil des Problems?

        Die ganze westl. Welt hat 70-80% der 10 Punkte des marxschen Plans umgesetzt und uhupardo schimpft auf kranke Märkte?
        Ja sie sind krank, unfair und verrückt. Mehr Marx löst das Problem ganz sicher!
        http://theoriewiki.org/index.php?title=Karl_Marx

        • Uhupardo sagt:

          fidel, einmal mehr, mit 10 Zeilen Polemik und ohne jeden sachlichen Inhalt zum Thema. Sin comentarios.
          (Abgesehen davon, dass Sie Marx nicht verstanden haben, hat er hier absolut nichts zu suchen.)

          • fidel sagt:

            Unser Geldsystem wird von den Staaten dominiert 100%ig. Eine Kommision bestimmt die Zinsen 100%ig. Abweichungen werden durch die Zentralbanken korrigiert 100%ig, ganz so wie Marx es vordachte, wo ist die Polemik?

            Sämtliche uhupardo Wirtschaftslinks beziehen sich allein auf Gastmann. Das reicht Ihnen, sogar inhaltlich?

            • Uhupardo sagt:

              Es gibt reichlich andere Wirtschaftslinks in diesem Blog. Aber selbst wenn nicht, ist Ihr Anwurf bedauernswert hilfslos.
              Jeder zitiert den am häufigsten, den er für besonders kompetent hält. Das ist in unserem Fall Jörg Gastmann.
              Die Tatsache, dass Sie schlicht die Häufigkeit einer bestimmten Quelle geisseln möchten, weil Ihnen jede inhaltliche Argumentation fehlt, sagt alles. Dieses ist der letzte Text, der sich mit dem Thema des Artikels sachlich nicht auseinandersetzt, auch von Ihnen.

            • @ fidel das was Sie als das Vordenken von Marx erfassen,
              ist die Übergangsphase vom Kapitalismus über den Sozialismus in den Kommunismus hinein.
              Von Marx seinerzeit schon als möglichst! kurze Phase angedacht!
              Komischer Weise hören die meisten Menschen an der Stelle auf zu lesen, obwohl es weitergeht.
              Der Marx war kein wirklicher Freund der Sozen!

              Uhupardo hat recht Sie haben M/E nicht gänzlich erfasst.
              Aus unserer heutigen Sicht würde ich sagen das der Übergang NICHT nötig ist! sein müsste.
              Gerade aus dem von Ihnen genannten Grund selbst!.

              „Sämtliche uhupardo Wirtschaftslinks beziehen sich allein auf Gastmann. Das reicht Ihnen, sogar inhaltlich?“

              Eben genau darum fidel.

            • Hans Speck sagt:

              „Unser Geldsystem wird von den Staaten dominiert 100%ig.“

              … nur mal so:
              http://der-klare-blick.com/2013/02/die-privatisierung-des-weltgeldsystems/

              (ist nicht von Gastmann!)

        • Hans Speck sagt:

          Zum „Kerlchen Murks“: ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß eine ganze „wissenschaftliche“ Wirtschaftslehre mit Tausenden von Seiten „gescheiter“ Bücher über den Kapitalismus ein ganz bestimmtes Gebiet ganz offensichtlich und fast vollständig ausgespart hat?

          Zufall, oder?

          Daß dem Juden K.M. die Rolle und Bedeutung des Geldes, seine Schaffung und Wirkung, so völlig unbekannt gewesen sein soll, wage ich zu bezweifeln.

          Bitte mal drüber nachdenken, was da wohl die Aufgabe des Herrn K.M. gewesen sein mag und warum er (von wem auch immer) sein ganzes Leben lang finanziert wurde.

          • Hallo Hans Speck ……..Zum Murks….

            Ihr Link ist OK ich könnte Ihnen auch Prof. Bernd Senf oder Andere in dieser Richtung der Kapital-Kritik empfehlen.
            Ich war fast versucht Ihnen Hans Speck auch den Link zum Kapital Band 3 zukommen zu lassen.

            Sehen Sie, es ist nicht so, dass wir hier eine unüberbrückbare Differenz haben was die Geldschöpfung betrifft!

            Sie können aber das K-System nicht nur an der Schuld-Geld-Schöpfung festmachen.
            Wenn Sie das Zustandekommen des Werts der Ware Arbeit ausklammern also den Profit.

            Denn dann passiert Ihnen das Selbe, was Sie dem Juden K H M vorwerfen zu den scheinbaren Gunsten des F E.

            Ich muss Ihnen also Ihre Frage, die an mich gerichtet war, selbst stellen!

            „ein ganz bestimmtes Gebiet ganz offensichtlich und fast vollständig ausgespart hat?

            Zufall, oder?“

            tja denken Sie einmal auch darüber nach!.

            • Uhupardo sagt:

              Nicht so wichtig, aber einmal soll es angemerkt sein, ist später zitierbar:

              Hans Speck reagiert auf fidel und fordert ihn auf „drüber nachzudenken“. Danach fordert abfallwirtschaft (wahrscheinlich als Retourkutsche) Hans Speck auf „tja denken Sie mal drüber nach“.

              Die Aufforderung „mal drüber nachzudenken“ ist eine Frechheit, wenn man „mal drüber nachdenkt“. In einem Blog mit Kommentatoren verschiedenster Meinungen und Menschen ist es völlig klar, dass der andere „mal drüber nachdenkt“, denn sonst antwortet er gar nicht drauf. Die Aufforderung ist mindestens überflüssig; noch eher eine Gemeinheit, weil dem anderen klar gesagt wird „du denkst garantiert nur darüber nach, wenn ich dich dazu auffordere“.

              Ausserdem: Will ich denn überhaupt mit jemandem reden, der eine Aufforderung zum Nachdenken braucht?

              Soll jeder halten, wie er will, aber zumindest wer uns dazu auffordert, „mal drüber nachzudenken“, hat deswegen eine Breitseite sicher.

          • fidel sagt:

            Deregulierung ist genau so eine Blendgranate wie die Privatisierung des Geldwesens. Steuerzahlungsmittel bleibt Dollar, Euro etc. Privatisiert wurde „nur“ die Verwaltung (F.E.D.). Das reicht den Banken und die Staatsmacht kann sich jederzeit alles holen – immer. Giralgeld und Geldforderungen münden immer im Geldmonopol des Staates.

            Warum Gastmann in Geldforen durchfällt und warum libertäre Kapitalisten eigentlich naiv sind ist: “ Für einen Kredit verpfände ich das Finanzierte und hafte mit meinem Steueraufkommen (Staatshaushalt-ESM) für die Bonität der Währung, d.h. Eigentum gibt es nicht, weil 100% Steuer möglich ist.“

            Eigentum der letzten Instanz hat nur der Staat (feudal, demo-, republi..). Die Menschen kämpfen um vorübergehende Rechte an Untereigentum.
            Unser System adaptiert alle machtvollen Komponenten des Sozialismus/Marxismus + Kapitalismus, Noch nie arbeiteten die Menschen so hart, wie seit Ausrufung der westlichen „Freiheit“ als Vorbild.

            Goethe hat es in seinem Faust II schon geschrieben. Genau darauf gründet die Forderung nach privatem Geld (Hayek…), zur Befreiung der Menschen.

            • fidel sagt:Unser System adaptiert alle machtvollen Komponenten des Sozialismus/Marxismus + Kapitalismus,

              fidel der Marxismus kommt gänzlich ohne Geld, ohne Steuern, ohne Erbrecht und Besitzstände die nicht von der Person selbst genutzt werden aus.
              Die Straßenverkehrsordnung werden wir aber nicht antasten 🙂

              • fidel sagt:

                Ganz richtig – Besitzstandslos, genauso wie heute die Masse der Schuldner und Steuerzahler ist. Die Menschen strampeln sich ab und der Erfolg ist null.

                Dass trotzdem die (Straßenverkehrs-)Ordnung erhalten bleibt, bestätigt die Notwendigkeit von Herrschaft. Herrschaft und Freiheit schließen sich aus.
                Freiheit heißt nicht Chaos, weil Freiheit an der Freiheit des Anderen endet.

                Deregulierung und Privatisierung sind drollig, wenn alles pleite ist, einschl. der kapitalistischen Eroberer. Was bleibt ist Herrschaft und die wird gesichert, wie eh und je.

                • Definition-Interpretation-Problematik ein:
                  Hallo fidel

                  fidel sagt: „Ganz richtig – Besitzstandslos, genauso wie heute die Masse der Schuldner und Steuerzahler ist. Die Menschen strampeln sich ab und der Erfolg ist null.“

                  abfallwirtschaft sagte: „ohne Erbrecht und Besitzstände die nicht von der Person selbst genutzt werden.“

                  für mich ist das eben bei weitem nicht das Selbe wie für Sie.

                  Darüber hinaus fidel
                  Für den Fall das Sie sich partout Nicht an die Straßenverkehrs-Ordnung halten wollen, dann sind Sie halt als Geisterfahrer unterwegs! meinetwegen.

                  Solange Sie mir nicht als Geisterfahrer entgegen kommen, ist mir das Jacke wie Hose! fidel.
                  Was eigentlich exakt genau so gemeint ist! wie Ihre Kantsche Definition der Freiheit des Anderen.

                  „wenn alles pleite ist, einschl.“
                  fidel sollte Ihre Kleidung Ihnen den Dienst versagen, mit dem Ausruf wir sind Pleite!- informieren Sie mich bitte.

                  fidel manches Mal beschleicht mich der Gedanke das wir aneinander vorbei denken und schreiben!
                  Und das obwohl wir uns Grundsätzlich einig sind!

                  „Was bleibt ist Herrschaft und die wird gesichert, wie eh und je.“

                  fidel Sie haben recht und ich bin ganz! bei Ihnen.

  8. Marius sagt:

    Anmerkend zur Deregulierung möchte ich aus folgendem Text zitieren: http://www.anarchismus.at/gegen-den-kapitalismus/antiglobalisierungsbewegung/465-neoliberalismus-was-soll-das-denn-sein

    „Der Staat zieht sich nicht zurück. Märkte fallen nicht vom Himmel, ohne die staatliche Garantie z.B. des Privateigentums gibt es sie gar nicht. Keineswegs sind der Umbau des Sozialstaats oder die Deregulierung ein Rückzug des Staates. Die Reformen der Regierungen Reagan/Bush, Thatcher/Major und Kohl sind gerade nicht einfach ein Verschwinden des Staates aus bisher hoheitlich von ihm verwalteten Bereichen, sondern eine Durch-Staatlichung zur Einführung marktförmiger Mechanismen“

    Ein anderer Punkt:
    „Diejenigen, die an dem gesamten Schlamassel die Hauptschuld tragen, die ultraliberalen Deregulierer…“
    Wie sie richtig schreiben dreht sich das Verhältnis von Kapital und Arbeit in den 70er Jahren um. An diesem Punkt kam es zu Überproduktion bzw. Unterkonsumtion. Um weiterhin den Mehrwert verwerten zu können kamen Konsumentenkredite ins Spiel. Die Deregulierer perfektionierten dieses System. Gäbe es sie nicht wäre der Kapitalismus schon damals in eine existentielle Krise geraten.

    • exakt Marius
      bedenkt man die wenige Zeit im Nachkriegsdeutschland, die der Kapitalismus bis zum Verfall der Profitrate nach der Krise 1974/75 brauchte, was sich schon 1965 andeutete, Stichwort strukturelle Arbeitslosigkeit, kann man kaum noch von einem brauchbarem System reden.
      Zu mindestens nicht in Ländern wie unserem.

  9. Steuben sagt:

    Der Markt wäre ohne Staat nicht denkbar! Zumindest nicht das was für seit ca. 5000 Jahren darunter verstehen! Damit ist vor allem der überregionale Austausch von Handelsgütern und Rohstoffen gemeint. Nicht der Austausch zwischen zwei Dörfern die vielleicht 25 km auseinander liegen! In dem Moment wo der Markt „frei“ ist im Sinne von frei von Regulierung durch den Staat ist er auch schon nicht mehr frei, denn der „Markt“ wird von und durch Menschen gemacht und die handeln oft alles andere als rational! Was es in Wirklichkeit gibt ist Verhandlungsmacht und Verhandlungsohnmacht! Derjenige der die Macht hat diktiert die Bedingungen und wenn das heißt, dass in Afrika Menschen massenweise krepieren müssen damit der „Markt“ zu seinem Recht kommt, dann ist das eben so!

  10. Franz Honegger sagt:

    wenn man dem Steuer-finanzierten Filmchen mit den Gedanken des französischen Sozialisten folgt – und auch noch promoviert von Ihnen, lieber Uhupardo – dann bedeutet das, daß wir alle noch mehr Regulierung brauchen: mehr Regeln und folglich auch mehr Verwalter und Aufpasser, damit alle die Regeln einhalten.

    Und die Verwalter und Aufpasser lassen sich von den Leuten, die sie verwalten und auf die sie aufpassen, selbstverständlich durchfüttern.

    Ironisch gesagt: viel Spaß mit einem solchen System, Uhupardo!

    Hoffentlich bekommen Sie dann auch den erhofften sorgenfreien Job als Verwalter und/oder Aufpasser im System, wenn Sie ihn nicht ohnehin schon haben.

    Aber Vorsicht: das System prüft seine Systemlinge regelmäßig auf Treue.

    Sie werden in eine Situation geraten, in der sich zeigen wird, ob Sie korrupt sind oder nicht.

    Ihre Kinder und Enkelkinder werden anschließend vor Ihnen ausspeien, egal wie Sie sich entscheiden.

    • Uhupardo sagt:

      So viele Buchstaben für sachlich null Inhalt. Langeweile? Sin comentarios, Zeit zu schade.
      (Ihr nächster Beitrag beinhaltet Daten, Fakten, Argumente oder findet nicht statt.)

  11. […] Sie dazu auch: * Wikipedia – Blackwater/Academi * Die Deregulierer haben noch immer nichts begriffen * Back to Franco: Passiver Widerstand und Aufruf zu Demonstrationen werden […]

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