Bundestrainer Jogi Löw will weniger arbeiten

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Anders kann man seinen Vorschlag kaum verstehen: „Der Terminkalender ist übervoll. Da wäre Abhilfe nötig. Ob es aus sportlicher Sicht sinnvoll ist, zweimal gegen Länder wie Kasachstan, Andorra, San Marino oder die Färöer anzutreten, darüber kann man schon diskutieren“, sagte Löw dem „Kicker“. Wenn solch eine Aussage von einem beliebigen Bundestrainer kommt, na schön. Aber ausgerechnet von Löw?

Zwei Spiele gegen Kasachstan stehen an für die deutsche Nationalmannschaft: erst am Freitag in Astana, dann am Dienstag in Nürnberg. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob und inwieweit das sportlich reizvoll ist. Selbstverständlich ist es zu verstehen, dass Löw lieber gegen Spanien, Frankreich oder Brasilien spielen möchte als gegen die Faröer Inseln. Bis dahin alles in Ordnung. Doch was bedeutet denn sein Vorschlag, eine „Vor-Qualifikation“ einzuführen, in der sich die Fussball-Zwerge gegenseitig eliminieren, bevor sie dann gegen die „Grossen“ antreten dürfen?

Erstens würde es das bedeuten, was Joël Wolff, Generalsekretär des luxemburgischen Verbands, einwendet: „Dadurch würde man diese kleinen Länder komplett isolieren und aus Europa eliminieren. Das ergibt keinen Sinn. Wir können das nicht akzeptieren.“ – Spiele gegen die grossen Fussball-Nationen sind für ihn „überlebenswichtig“, in sportlicher wie in finanzieller Hinsicht. Diesen Standpunkt könnte auch ein Jogi Löw begreifen.

Viel wichtiger aber ist ein anderer Punkt: Wenn Bundesliga-Trainer maulen, dass ihre Spieler durch den vollen Terminkalender einer Nationalmannschaft überstrapaziert und vermehrtem Verletzungsrisiko ausgesetzt werden, muss man für diesen Standpunkt Verständnis aufbringen. Aber was bewegt denn Jogi Löw, wenn er Vor-Qualifikationen der Fussballzwerge fordert, wodurch sich automatisch deutlich weniger Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft ergeben würden und nicht etwa ein Ersatz der Faröer Inseln durch Brasilien?

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Fühlt er sich überarbeitet, der Herr Bundestrainer? Reklamiert er mehr Freizeit für sich? Sollte sich der Chef-Coach der deutschen Mannschaft nicht im Gegenteil darüber freuen, wenn er mehr statt weniger Gelegenheit zum Testen bekommt? Vielleicht kann man dann auch gegen einen kleinen Gegner einmal ausprobieren, ob derjenige, der bisher 16 Bundesliga-Tore geschossen hat (Kießling), nicht doch eine Bereicherung für die Mannschaft wäre, statt ausschliesslich Mario Gomez mitzunehmen, wenn Klose schon ausfällt – nur so als Beispiel? In jedem Fall erscheint es seltsam, dass ausgerechnet Löw weniger Spiele für die Nationalmannschaft fordert. Es sei denn, er fühlt sich hemmungslos überfordert …

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5 Kommentare zu “Bundestrainer Jogi Löw will weniger arbeiten

  1. fakeraol sagt:

    Sorry Uhu, auf https://uhupardo.wordpress.com/2013/03/18/wichtig-vertrauen-der-finanzmarkte-klinisch-tot-vertrauen-der-kleinsparer/ darf sich ein Reschke noch minutenlang darüber beschweren (aaanstrengend, der Typ), daß die Deutschen sich mit jeder Klatschmeldung einlullen lassen, und hier fällt der nächste Sack Reis um?
    Fussball? Brot und Spiele? Was interessieren mich denn die Alüren eines Jogi Löw? Ich will meinen Nachtisch nicht aufessen, wieso berichtet darüber niemand?
    Der Mann kan vor mir aus auf der Stelle aus dem Stand tot umfallen und es würde mich nicht für 2 Sekunden interessieren. Gibts auf der Welt nichts bedeutenderes zu berichten, über Menschen, deren Leben mir tatsächlich am Herzen liegt? Was machen die spanischen Proteste? Werden immer noch (trotz anderslautendem Gerede) Wohnungen geräumt dort? Was ist aus den Protesten auf den zentralen Plätzen der Stadte geworden, ist davon noch etwas übrig? Sind die Leute alle nachhause gegangen? Gibts in Spanien irgendwelche sichtbaren Reaktionen auf die zyprische Enteignung?

    • Uhupardo sagt:

      Bisher haben wir noch niemanden gezwungen, einen Artikel zu lesen, bei dem schon in der Überschrift klar ist, worum es geht. Das ist auch bei Ihnen nicht anders. Nicht lesen ist weiterhin legitim.

  2. Mr. Moggi sagt:

    Ich empfinde die Nachrichten aus der Welt des Fussballs immer als angenehm leicht. Wo doch sonst alles so schwer ist.

  3. […] Präsident Sandro Rosell mit einem (weiteren) nationalistischen Vortrag lächerlich macht und Jogi Löw angestrengt versucht, seine Überarbeitung zu verringern, erklärt Madrids Trainer Mourinho, wie […]

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