Protest: Erneute „Enteignung“ von Lebensmitteln im Supermarkt

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Knapp 50 Leute sind es diesmal, die Grundnahrungsmittel im Supermarkt von Mérida „enteignen“ und so gegen die drastischen Sparmassnahmen der Madrider Regierung protesieren. Sie füllen die Einkaufswagen im Carrefour mit Öl, Salz, Zucker, Nudeln, Milch und Gemüse. Als sie während dem Marsch durch die Regale „El pueblo unido jamás será vencido“ anstimmen, stimmen die meisten der anwesenden Supermarkt-Kunden ein und singen mit. Am Ende bringen sie vier Einkaufswagen an der Kasse vorbei nach draussen. Die Waren werden von der Polizei beschlagnahmt.

Angeführt von Víctor Casco, einem linken Parlamentsmitglied der Region Extremadura, und Manuel Cañada, der die Plattform bürgerliches Grundeinkommen leitet, spielten sich ähnliche Bilder ab wie zuvor schon in Ecija und Arcos de la Frontera, wie Sie am 7. August in unserem Bericht „Protest im Supermarkt: „Wenn man das Volk enteignet, müssen wir die Enteigner enteignen!“ lesen konnten. Victor Casco fasste das Geschehen in einer einzigen Twitter-Botschaft zusammen: „Wir sind viele hier! Jetzt gehen wir zur Polizei-Wache. Friedlich – aber ungehorsam gegenüber der Macht.“

Später unterstrich er das und bekräftige, das sei kein Protest gegen Carrefour sondern – wie wir auch der Supermarktleitung erklärt haben – gegen die Situation, dass es 90.000 Menschen in Extremadura gibt, die keinerlei Unterstützung erhalten und nicht wissen, was sie heute essen sollen!“ – Die Tatsache, dass die im Carrefour anwesenden Kunden sich sofort weit mehrheitlich mit dem „Überfall“ solidarisierten, sollte ihm weiteren Auftrieb verliehen haben.

Lesen Sie dazu bitte auch:
* Schuldenkrise? Sind Sie jetzt endlich wach?

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5 Kommentare zu “Protest: Erneute „Enteignung“ von Lebensmitteln im Supermarkt

  1. dank sagt:

    When injustice becomes law, resistance becomes duty.

  2. fischi sagt:

    Ich glaube das solche Aktionen erstmal ziemlich skurril anmuten.
    Aber vor einer Zeit habe ich gelesen, dass in den USA, weiss nicht mehr in welchem Bundeststaat, mehr Gefängnisplätze wie Schulplätze sind.
    Irgendwie müssen die Mensch auch zu was zum essen kommen, und wenn man keine Unterstützung bekommt was dann?

  3. uhupardo sagt:

    Damit wir wieder nach Spanien zurück kommen: Vor wenigen Tagen war ich auf der Wache der Policia Nacional. Die Beamten waren schrecklich aufgeregt und sauer. Man hat einen Mann festgenommen, dessen Papier nicht in Ordnung waren (ich weiss nicht, weshalb er festgenommen wurde), will ihn ausweisen.

    Doch gerade eben kam ein Schreiben von seinem Anwalt. Sinngemäss: „Mein Klient, Señor X ist derzeit nicht, wie die Polizei behauptet, illegal in Spanien. Er befindet sich im Gefängnis, einer staatlich spanischen Einrichtung. Es ist also unmöglich zu behaupten, sein Status sei illegal.“

    Echter Stress auf der Wache: Sie sahen momentan keine Möglichkeit, diesen Standpunkt zu entkräften.

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