Spanien demonstriert heute in mehr als 50 Städten gegen die Regierung

7oct madrid

In Madrid sind es etwa 70.000 und 5.000 in Sevilla. Manchmal kommen auch nur 500 Demonstranten zusammen wie auf den Kanarischen Inseln – doch überall im Land protestieren die Menschen heute gegen ihre Regierung und für ein Referendum unter dem Motto „Sie wollen das Land ruinieren, wir müssen das verhindern“. Vor einem möglichen Generalstreik am 14. November hatten die Gewerkschaften und 150 andere Organisationen für den heutigen Sonntag zu Demonstrationen aufgerufen. Ein weiterer Schritt hin zum erwarteten heissen Herbst in Spanien.

„Es gibt keinen Zweifel mehr am Wahlbetrug“, lautete die klare Aussage am Ende des Protestmarsches in Madrid.  Das Programm von Mariano Rajoys Partido Popular habe nicht einmal ansatzweise die Massnahmen enthalten, die die Regierung später, nach etlichen Dementi, umsetzte.  Deswegen müsse in jedem Fall ein Referendum her, lautet die Forderung. Der Staatshaushalt 2013 werde nur „mehr Rezession und mehr Arbeitslosigkeit“ bringen.  Der Plan, am 14. November den nächsten Generalstreik anzuberaumen, der am selben Tag auch in Portugal stattfinden soll, fand überall den Applaus der Demonstranten.  Bisher verlaufen die Protestveranstaltungen in 57 Städten ohne nennenswerte Zwischenfälle.

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14 Kommentare zu “Spanien demonstriert heute in mehr als 50 Städten gegen die Regierung

  1. almabu sagt:

    Täuscht mich mein Eindruck, dass die Berichterstattung der Medien geringer ist, als beim 25-S? Der Generalstreik wird, womöglich in mehreren Europäischen Staaten gleichzeitig, gegebenenfalls erst bei einem EU-Gewerkschaftertreffen in zwei Wochen verabschiedet. Da ich nicht davon ausgehe, dass Rajoy einlenken könnte, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch stattfinden!

    • uhupardo sagt:

      „Täuscht mich mein Eindruck, dass die Berichterstattung der Medien geringer ist, als beim 25-S?“

      Jein. In Spanien wird durchaus und auch breit darüber berichtet. Wie sich das in D und anderswo darstellt, ist eine ganz andere Frage (wahrscheinlich wie immer: so gut wie gar nicht).

      Das Thema ist eventuell ein anderes, wozu wir noch einen eigenen Artikel planen. Er wird sich beziehen auf diesen Absatz aus dem Artikel des 25-S: „Die Diskussionen unter den Demonstranten vor diesem riesigen Polizei-Aufgebot drehen sich oft um dasselbe Thema. Das lässt sich etwa so zusamenfassen: “Wenn wir hier friedlich demonstrieren, erreichen wir kaum oder gar keine Präsenz in den Nachrichtensendungen und Zeitungen in Europa und anderswo. Ja, natürlich ist Gewaltfreiheit richtig, aber solche Veranstaltungen bewirken kaum etwas …”

      • almabu sagt:

        Wenn Demos gar im Vorfeld von der PP „gemanaged“, das heisst bezüglich, Anlass, Form, Ort und Zeit „abgestimmt“ werden, dann werden sie überhaupt nicht mehr wahr genommen werden!

        Zum Ballspiel: Mahnwache, Morgens um 6 Uhr, an einer Müllkippe ausserhalb von Madrid…

      • uhupardo sagt:

        „Jein. In Spanien wird durchaus und auch breit darüber berichtet. Wie sich das in D und anderswo darstellt, ist eine ganz andere Frage (wahrscheinlich wie immer: so gut wie gar nicht).“

        Sieh da, soeben wenigstens 15 Sekunden in den Tagethemen zu den spanischen Protesten von heute – Facebook-Angst macht lernfähig.

      • almabu sagt:

        Die ARD-Tagesschau berichtete in der 7. oder 8. Minute als erste Auslandsnachricht kurz über die Demos in Spanien.

  2. Andreas Schmitt sagt:

    Die Tagödie nimmt ihren Lauf. Das Schlimme aber ist die Tatsache, daß sogar bei sofortiger 180 Grad Wende eine riesige Arbeitslosigkeit weiter herrschen würde. Das Kapital will nicht diese Menschen auf seine Kosten ernähren und versorgen. Das Kapital will Zinsen, Mieten, Pachten und Gewinne haben, aber die Arbeitslosen sind nicht in der Lage das zu leisten. Wo gibt es da noch eine Lösung? Das ist die ultimative Krise in Europa, die Menschen demonstrieren in Spanien, aber wissen sie eigentlich wofür? Wollen sie wieder arbeiten, um den Reichtum zu vermehren, der sie in die Armut treibt? Es muß die Systemfrage gestellt werden, wir brauchen den Raubtierkapitalismus à la Deutsche Bank & Konsorten nicht mehr! Erst dann werden die Menschen ihre Masken fallen lassen, erst dann erkennen wir Freund und Feind.

    • uhupardo sagt:

      Die Erkenntnis, diesen Artikel nicht nur zu lesen, sondern wirklich zu begreifen und dann die unvermeidlichen Rückschlüsse daraus zu ziehen und die entsprechenden Forderungen zu stellen, dauert eine ganze Weile, auch in Spanien:
      https://uhupardo.wordpress.com/2012/07/13/wer-ist-schuld-an-der-krise/

      … in anderen Ländern ist es sogar ein Sakrileg, wenn man nur drüber reden will.

      • Andreas Schmitt sagt:

        Diese Forderungen wurden schon gestellt, zumindest in Deutschland von Ökonomen im Bundestag. Die Politiker, die Gewerkschaften und die Vermögenden wollen es nicht und sie wollen weiter die Länder vor die Wand fahren. Aber wir dürfen nicht viel von drittklassigen Politikern und Gewerkschaftsbossen erwarten. Wie du selbst schreibst, kaum jemand möchte die wahre Ursache der Krise nennen, wie wollen sie denn die Krise bekämpfen, ohne die Krankheit zu erkennen.Es ist ein Chaos, einige versuchen dabei noch von Hegel aufgeschnappte Gedankenspiele durchzuziehen, die Staaten wollen sie abschaffen und hoffen, daß dann die Völker aufhören zu existieren. Völlig irre!

        • uhupardo sagt:

          „wie wollen sie denn die Krise bekämpfen, ohne die Krankheit zu erkennen.“

          Das ist überhaupt der Kernsatz fast jeden Themas in der Krise.

          • Andreas Schmitt sagt:

            Allerdings es fanden genug Experten Anhörungen im deutschen Bundestag statt. Mittlerweile weiß jeder Politiker, Gewerkschaftsboss und Unternehmer was kommen wird. Sie wollen es nicht ändern, sie handeln wie im Zitat :“Ich fürchte keine anderen Meinungen. Diese sind mir schlicht egal.“ Ende. Deutschland wird ab 2020 regierungsunfähig, vieleicht eher, weil die Schuldenbremse und Fiskalvertag auf die Haushalte von Kommunen und Ländern voll durchschlagen werden. Und jetzt schmiert die Automobilindustrie, das Zugpferd der deutschen Wirtschaft, ab. Wie soll man dann den Spaniern, Griechen usw noch helfen können, ohne bereit zu sein, die Steuern für Reichen zu erhöhen bzw. überhaupt wieder einzuführen. Denn eins ist klar, der deutsche Michel, der geborene Egoist, wählt bald extrem Rechts, also noch mehr Kürzen, Ausländerhass, Sozialabbau. Denn der Michel begreift nicht den Trick der Staatsverschuldung! Ob das ein Spanier begreift?
            AStA WEHO/Attac – Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup 2 von2 ab Minute 5.50

  3. gast sagt:

    wir brauchen dringend Hilfe…..
    Petition für Banken, die den Menschen dienen ist eingereicht
    Wichtige Information zur Petition Bankwesen ID-36735 – an Alle

    http://tv-orange.de/2012/10/petition-fuer-banken-die-den-menschen-dienen-ist-eingereicht/

    • Andreas Schmitt sagt:

      Noch eine Nebelkerze! Die Banken dienen ja den Menschen, die Frage muß man aber Stellen dürfen, wieviel Geld dürfen denn diese Menschen besitzen? Darf ich eine Billion € bei der Sparkasse München auf dem Konto haben? Und die anderen nichts? Egal ob ich dafür Zinsen kriege, wie komme ich zu diesem Vermögen? Eben, wieder vergessen sind die Mieten, Pachten und Gewinne der Unternehmer! Diese Leute haben keine Ahnung von der Volkswirtschaft. Nichts als Nebel.

  4. Immer Gewerkschaften. Generalstreik mag sinnvoll sein. Aber auch die Gewerkschaften sind auch nur ein Teil dieses Systems. Sie werden die Probleme auch nicht lösen.

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