IMK-Institut Düsseldorf: Kaputtsparpolitik macht kaputt – ganz Europa

So langsam kann man die Gebetsmühle ganz schön leid werden. Immer und immer wieder dieselben einfachen Wahrheiten zu wiederholen, macht ganz fein müde. Aber gut, einmal noch – und diesmal der Einfachheit halber mit den Worten anderer -, weil man im Bemühen nicht nachlassen darf, auch wenn es Kraft kostet, denn sonst versinkt Europa wirklich bald im Bürgerkrieg – erst Griechenland, dann Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und am Ende ganz sicher Deutschland.

kaputtsparen

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut aus Düsseldorf kritisierte, die Reformauflagen als Gegenleistung für Milliardenhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds seien zu streng. „Die spanische Regierung zögert, weil sie sieht, dass diese Auflagen eine Wirtschaft zum Absturz bringen können. Dafür gibt es Beispiele – das sind Griechenland und Portugal“, sagte IMK-Direktor Gustav Horn in Berlin. Deshalb seien die Auflagen „unsinnige Sanktionspolitik“, die den gesamten Euroraum schädigten. „Die Medizin, die wir den Ländern zu schlucken geben, ist schlimmer als die Krankheit, an der sie leiden.“ Staaten, die sich an den ESM richteten, müssten die Auflagen vielmehr als Hilfe verstehen statt als Bestrafung, sagte Horn.

Noch klarer, treffender und voll auf den Punkt bringt es der Kommentar von almabu:
„Herbst 2012: Stimmung in der EU kippt, genug gespart, es reicht!“

Lesen Sie dazu unbedingt auch:
* Wer ist schuld an der Krise?
* Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt
* Das Manifest des 25-S in Spanien

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36 Kommentare zu “IMK-Institut Düsseldorf: Kaputtsparpolitik macht kaputt – ganz Europa

  1. Bonsta sagt:

    “Die spanische Regierung zögert, weil sie sieht, dass diese Auflagen eine Wirtschaft zum Absturz bringen können. Dafür gibt es Beispiele – das sind Griechenland und Portugal”

    Der Witz ist, dass es dafür nicht nur aktuelle Beispiele gibt, sondern umgekehrt, es kein einziges Beispiel dafür gibt, dass „austerity“ je in der Geschichte funktioniert hätte.

    Es ist wirklich nicht mehr zu glauben, manchmal kommt man sich vor, als ob man versucht, einem Schimpansen das Sprechen beizubringen. Aber selbst das scheint noch eher von Erfolg gekrönt zu sein:http://www.pressetext.com/news/20030102002

    Interessant der letzte Satz: „Diese Ansätze von Kommunikation geben Aufschluss über die Entwicklung des Menschen“

    Welche Entwicklung? Wir sind Affen und benehmen uns auch so! Wir haben es nur auf Grund unserer Spezialisierrung geschafft, uns immer nachhaltiger selbst in den Abgrund zu manövrieren. Während wir früher mit Steinen aufeinander losgingen, machen wir das heute mit Atombomben. Wenn man das Entwicklung in der Kommunikation nennen will, von mir aus 😀

    • uhupardo sagt:

      „Der Witz ist, dass es dafür nicht nur aktuelle Beispiele gibt, sondern umgekehrt, es kein einziges Beispiel dafür gibt, dass “austerity” je in der Geschichte funktioniert hätte. Es ist wirklich nicht mehr zu glauben, manchmal kommt man sich vor, als ob man versucht, einem Schimpansen das Sprechen beizubringen.“

      Ist es nicht ein Wahnsinn? Dieselbe „Hydraulik“ wie bei Leuten, die 1.200 Euro netto verdienen und mit Inbrunst Schwarz-Gelb wählen (PP in Spanien). Was geht in solchen Leuten vor? Oder geht da noch irgendetwas vor? Welche Scharnier quietscht da und warum hören sie es nicht?

      Da rennt ein kompletter Kontinent sehenden Auges in einen Bürgerkrieg (mindestens Bügerkrieg) und alle starren paralysiert weiterhin auf die Schlange, beschuldigen sich gegenseitig? Ist doch Kabarett der schlimmsten Form!

      • Ulrich Fiege sagt:

        „Da rennt ein kompletter Kontinent sehenden Auges in einen Bürgerkrieg (mindestens Bügerkrieg) und alle starren paralysiert weiterhin auf die Schlange, beschuldigen sich gegenseitig? Ist doch Kabarett der schlimmsten Form!“

        Der ganze Kontinent, nein, – ein kleines Dorf in Gallien ist unbesiegt (..) Das ist auch kein Kabarett sondern Geschichte, es ist alles schon mal passiert was wir jetzt erleben und wenn es so weiter geht, wie wir wissen folgte nach dem Ersten der zweite Weltkrieg, dazwischen gab es über dem großen Teich eine Depression und sehr viele Amerikaner hatten wie nach einem Krieg nichts mehr und waren Verarmt, darauf folgte Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Libyen und Syrien und jetzt ist Europa an der Reihe und die Länder werden geplündert. Es geht doch ums Geld, mehr nicht denn es ist die Politik oder Geschäftsphilosophie der Banken.

        Aber eine Frage hätte ich, wurde in Spanien in den letzten 20-30 Jahren das Bildungssystem ebenso deformiert wie in Deutschland oder starren die Leute aus anderen Gründen auf die Schlange?

        • uhupardo sagt:

          Das Bildungssystem musste man in Spanien wohl so wenig „deformieren“ wie in Deutschland, was gerade solche Dinge angeht. Denn gesellschaftspolitische Bildung hat es auch vor irgendwelchen Deformationen in beiden Ländern nicht gegeben. Zumindest nicht solche, die einen kritischen Standpunkt befördern könte.

          • Ulrich Fiege sagt:

            Politische Bildung gab es mal in Deutschland aber seit ungefähr 20 Jahren läuft ein anderes Programm und ich Frage deswegen, weil es evt Parallelen gibt die durch die Politik befördert wurden, um eben diese Ziele die gerade angestrebt werden von Banken zu erreichen. Dazu die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust der von einer aus England stammenden Politschranze gut für die Wirtschaft ist. Die nicht vorhandene Zeit sich irgendwo zu engagieren, um eben wie es in unserer Verfassung oder Grundgesetz heißt und geschrieben steht, „dem Frieden der Welt zu dienen“ fehlt also.
            Dazu bekommen wir ganz Automatisch amerikanische Verhältnisse in denen sich die Bürger dort zu 50%+ aus Spielfilmen wie den Terminator oder Miami Vice Politisch informieren. Deutschland sucht immer noch den Superstar höre ich gerade von meiner Frau, dachte der wäre schon gefunden?

      • Bonsta sagt:

        Fragen über Fragen. Du erwartest eine Antwort?

        Ok, ich versuche es mal. Obwohl mein erster Beitrag doch fast schon zynisch war, muss ich sagen, dass ich eigentlich immer (krampfhaft?) das Positive sehe.

        70% der Deutschen interessieren sich nicht (mehr) für Politik. Ist das Negativ? Ach was, im Gegenteil! Wer sich heute freiwillig Bundestagdebatten oder solche Politschwafelshows wie Will und Jauche anschaut, kann den Schuss nicht gehört haben. Es ist sehr erfreulich und absolut verständlich, dass davon kaum mehr einer Notiz nehmen will. Und diejenigen, die sich das nach wie vor antun, denen ist garantiert nicht mehr zu helfen. Aber das ist ja glücklicher Weise nur eine kleine Minderheit.

        Von denen, die nun FDP/CDU (und noch ein paar andere Parteien) wählen, sind viele, aber bei weitem nicht alle unter diesen 70%. Die machen ihr Kreuz weil man das eben so macht. Ein weiterer ganz erheblicher Teil von diesen 70% geht jedoch überhaupt nicht mehr zur Wahl.

        Negativ? Ach was, ganz im Gegenteil! Mag sein, dass einige unter den Nichtwählern sind, denen Wahlen einfach egal sind, die auch so ganz zufrieden mit der Situation sind. Ein ganz anderer, auch erheblicher Teil, hat schon lange gemerkt, dass er gar keine Wahl mehr hat und hat die (scheinbar) einzig vernünftige Konsequenz gezogen, nämlich gar nicht mehr zu wählen.

        Wenn man das so betrachtet, haben eigentlich schon recht viele das „Quitschen“ gehört. Sie wissen nur noch nicht, wo das Geräusch her kommt.

      • sorry uhupardo aber ein Kontinent rennt überhaupt nirgends wo hin.
        der Kontinent heißt Eurasien, was Sie meinen nennt sich EU oder €-Zone.

    • Ja es fehlt an Bildung, die Werte und Charakter schafft.
      Wurde ersetzt durch Ausbildung für die Ausbeutung.

  2. almabu sagt:

    Hier ein interessantes Interview eines alten Schröder-Mannes, der zur Vernunft gekommen scheint:

    http://derstandard.at/1348284859020/Nida-Ruemelin-Finanzkrise-Philosoph-Griechenland-Merkel-Ratingagenturen-Demokratie

    • uhupardo sagt:

      Man kann dankbar dafür sein, wenn solche Leute zur Einsicht kommen. Man kann auch denken „wenn sie heute das sagen und vorgestern das Gegenteil davon, werden sie beim nächsten Mal auch das Gegenteil davon sagen“.

      • Ulrich Fiege sagt:

        „Die EU hat ein massives Demokratiedefizit und verschärft mit ihrer Politik die Finanzkrise, meint Julian Nida-Rümelin.“

        sagt genau der Richtige, in Regierungsverantwortung als Kultur und schön Wetter Minister ist er mit seinem kompletten Büro, nur die Putzfrau durfte nicht mit, nach Brasilien geflogen, das Ziel der Reise war Austausch, Konversation und Essen und trinken. Eigenes für den Flug charterte er einen Jumbo der Fahrbereitschaft der Regierung, wenn ich mich richtig entsinne waren es um die 30 Personen die er mitgenommen hat. Wäre er zu Fuß gegangen würde er uns heute mit seinen Ergüssen verschonen.

  3. fidel sagt:

    Ja, wenn die Gewerkschaft das sagt, muss es richtig sein!

    Die Bankenbilanzsummen im Euroraum sind 34 000 000 000 000 € schwer. Das meiste davon sind Schulden. Die bei Rentenversicherungen gelagerten Staatsanleihen sind „noch“ nicht dabei.

    Für diese Ausleihungen sind Waren und Dienstleistungen erbracht worden. Offenbar können die Konsumenten (Staat, privat, Firmen) die Zinsen und Tilgungen aus dem Bruttosozialprodukt der Eurozone 12 500 000 000 000 € nicht erarbeiten.

    Also machen wir noch mehr Schulden und alles wird gut? Spätestens dann, wenn die EZB per mouseklick die Staaten finanziert.

    Wie sich das gehört, teilen wir dann ganz sozial die Verarmung.

    ——–

    Mit Austerität wurde das ganze zerstörte Europa nach dem II Weltkrieg aufgebaut. Austerität heißt Steuern und Konsumverzicht. Die Generationen, die auf den Schlachtfeldern verbluteten, bezahlten unseren heutigen Standard mit Armut, europaweit.

    Wenn Volkswirtschaften heute verarmen, dann weil insgesamt zuwenig gespart wurde. Per Kredit zukünftige Einnahmen heute zu verbrauchen ist eben nicht intelligent. Das ist das Versagen der Politik und der kleinen Schuldner.

    Die Konsequenzen sind nicht durch Demokratie, Demonstrationen, Enteignungen, Revolutionen oder sonst etwas abzuwenden.

    Der bankrotte Laden muss, genau wie nach dem Krieg wieder aufgebaut werden – mit Konsumverzicht, Sparsamkeit und Geduld.

    Dazu brauchen wir verantwortungsvolle, freie, fleißige Europäer und keine Politiker oder arbeitsscheue Funktionäre.

    • uhupardo sagt:

      Sie haben in einem Ihrer Sätze die Hälfte vergessen, aber wir sind immer gern behilflich, wenn es denn der Erleuchtung dient, und vervollständigen das für Sie::

      „Wenn Volkswirtschaften heute verarmen, dann weil insgesamt zuwenig gespart wurde. Per Kredit zukünftige Einnahmen heute zu verbrauchen ist eben nicht intelligent. Das ist das Versagen der Politik und der kleinen Schuldner,“ die bis heute 4,5 Billionen (mit „B“) Euro aufgebracht haben, um Zockerbanken zu retten.

      • fidel sagt:

        Ja, hätten wir doch die Banken pleite gehen lassen!!! Zu allererst die Staatlichen!

        Dann hätten wir sofort die härteste vorstellbare DEFLATION + DEPRESSION bekommen. Massensterben von (auch heute) toten Firmen. Massenpleiten von Privatleuten.
        Mehrere Staatspleiten einschl. der BRD selbst und viele Laternenorden.

        Uhupardo, die Politik „managed“ die Krise. Die wissen, dass wir Pleite sind, aber auch auf der Titanic brauchte es Offizierinnen und Führungspersonal.

        Sie werden es erleben, die Krise ist irgendwann währungsreformiert worden und die alten Parteien regieren weiter – weil schuld waren die Anderen. (Spekulanten, Märkte usw.)

        Und anders als auf der Titanic ist das unfähige Führungspersonal nicht, größtenteils, ersoffen.

        • uhupardo sagt:

          Wir haben Sie doch längst verstanden: „Der freie Markt regelt alles“ und „Banken retten ist alternativlos“.
          Passt schon, verlangt nur keine seriöse Beschäftigung damit.

          • fidel sagt:

            Ach Uhupardo, lassen wir die Marktphilosophie.

            Die Politik kämpft ums Überleben. Jede Partei um ihren Einfluss, jeder um sein Amt, alle um ihre Pfründe.

            Die waren bis 2008 so sehr damit beschäftigt ihren Erfolg zu geniesen, dass sie die Krise nicht kommen sahen.

            Man hat das Geldschöpfungsmonopol missbraucht, und nichts geahnt – vom Geist in der Flasche.
            Banken waren nur willige Erfüllungsgehilfen und durch Posten mit Politikern durchsetzt.

            Inflationierung klingt gut, ändert aber nichts am Zustand des Patienten – nämlich Pleite.

            Auch wenn es im den USA ruhiger ist, die Lunte brennt, der nächste Abschwung im Anmarsch.
            Etwas unter 50 Mio. Lebensmittelmarkenempfänger und ca. 20% Arbeitslose, sprechen für sich.

        • Andreas Schmitt sagt:

          Du hast nichts verstanden, niemand hat die Banken gerettet. Die Einlagen wurden gerettet auf Kosten der Staatsverschuldung. Man hat die Verluste sozialisiert. Die Banken hätten die Einlagen(Guthaben) Passivseite der Bilanz entwerten und entsprechend die Verbindlichkeiten(Kredite) Aktivseite der Bilanz streichen können. Für die Banken wäre das egal, weil bilanz neutral, ein Nullsummenspiel. Aber die Reichen hatten was dagegen, und zum Ersten Mal in der Geschichte der Welt haben alle Staaten der Welt an gleichem TAG für die Vermögen der Reichen garantiert! Wie konnte man das durchziehen? IWF UND BIZ! Aber das willst du nicht wissen und nicht versehen, und wenn schon, dann findest du das prima.

          • fidel sagt:

            Giralgeld entsteht ohne Einlagen – durch Bilanzverlängerung. Hätten wir Einlagen wäre der Schaden endlich.
            Buchen wir die „Luft“-Kredite aus, sind die Schuldner entlastet. Dies glit für alle Schuldner, –> einfach auf die Ausbuchung warten. Das ist das Ende unseres „ungedeckten“ Schuldgeldsystemes.
            Niemand wird mehr eine Leistung für einen Euroschein erbringen.

            Der Umweg über die Staatsverschuldung heißt, dass der Staat der Gläubiger der letzten Instanz wird. Zusammen mit der Finanzierung der Staatsschulden per EZB, sind die Vermögen der Reichen wertlos.

            Wie bei Monopoly, die Bank gewinnt immer. Die Politik weis was sie tut.

            In der Konsequenz bekommen wir Staatswirtschaft, die leider nicht funktionieren kann, weil es keinen Grund gibt, gegen Verluste zu kämpfen….mir gehört ja nichts.

            Das ist nicht das Schlimmste, sondern der totalitäre Staat, der seinen Untergang zu verhindern suchen muss.

  4. Karin Dorr sagt:

    Das deutsche Manifest:

    
Wir, das deutsche Volk, die wir unter den Folgen einer Krise leiden, die wir nicht selbst zu verantworten haben, sind zusammengekommen um dieses Manifest zu verfassen. Wir rufen alle Bürger auf, sich uns anzuschließen. 
Wir sind mit einer Situation konfrontiert, die alle Grenzen des Ertragbaren sprengt. Wir sind die Opfer eines beispiellosen Angriffes, bei dem die Finanzkrise als Vorwand dient, unser Leben und unsere Freiheit zu zerstören.
 Die Täter sind jene, die sich mit der Komplizenschaft aller parlamentarischen Kräfte als unantastbare Herrscherclique über uns erhoben haben. Sie manipulieren alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft, um ihre überzogenen Privilegien zu erhalten und ihre maßlose illegale Bereicherung fortzusetzen.



    Wir erleben, dass uns jede Möglichkeit genommen wird, diesen beispiellosen sozialen Raubzug zu stoppen. Die Regierungen, die uns systematisch ausplündern, tun das genaue Gegenteil von dem, wozu sie ihren Wählern gegenüber verpflichtet wären.
Es gibt für uns keine Gerechtigkeit vor den Gerichten – aber sie, die Banker, Politiker und Geschäftsleute, die die Situation verursacht haben, werden nicht zur Rechenschaft gezogen.
 Wir erleben, wie die politische Elite unsere Grundrechte und unsere Freiheit mit Füßen tritt, und wie wir Opfer staatlicher Repression werden, sobald wir eine Änderung der Situation verlangen.
 Wir wissen, dass die Probleme so gravierend sind, dass eine Lösung nicht durch die üblichen Mechanismen des politischen Systems und schon gar nicht von dieser Elite für uns, die Menschen, zu erreichen ist.


    Deshalb fordern wir den Rücktritt der gesamten Regierung, die unser Land in die Irre leitet, die Benzin ins das Feuer gießt und die uns in die Katastrophe führt. 
Wir fordern die Auflösung des Parlaments und sofortige allgemeine Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung. Diese Versammlung wird, unter Beteiligung aller gesellschaftlichen Kräfte, eine neue Verfassung erarbeiten, da wir die derzeitige Verfassung als nicht mehr gültig betrachten, denn sie wurde in Hinterzimmern verfasst, von einer kleinen Herrscherclique. 
Es müssen aber die Menschen selbst sein, die für den Staat, in dem sie leben wollen, die Rahmenbedingungen schaffen und nicht, wie geschehen, von einem Machtzirkel diktiert werden, der ausschließlich seine eigenen Interessen vertritt.


    Wir fordern eine grundlegende Revision der Staatsverschuldung Deutschlands und ein Moratorium für den Schuldendienst – solange bis eindeutig feststeht, welchen Teil der Schulden die Nation tatsächlich zu verantworten hat – und zwar nachdem jener Teil davon abgezogen wurde, der nur den privaten Interessen weniger gedient hat und nicht für Zwecke verwendet wurde, die allen Bürgern zu gute gekommen sind.
 Wir fordern strafrechtliche Ermittlungen gegen all jene, die in Verdacht stehen, sich an diesen Transaktionen bereichert zu haben, und wir verlangen, dass sie im Falle einer Verurteilung mit ihrem Privatvermögen haften.

    
Wir fordern eine Reform des Wahlgesetzes, damit Wahlergebnisse tatsächlich den Wählerwillen des souveränen Volkes widerspiegeln, was derzeit in keiner Weise der Fall ist.
 Wir fordern die sofortige Aufhebung aller Reformen, die auf den Weg gebracht wurden, weil sie eine Katastrophe für unser Land sind und ein Verrat am demokratischen Auftrag, der ihnen vom Volk erteilt wurde.
 Wir fordern eine gerechte Steuerreform. Dabei müssen zuallererst die Reichen und Privilegierten zur Kasse gebeten werden.


    Wir fordern die Aufhebung der von der Regierung verordneten Amnestie für Steuerhinterziehung, da sie eine unerträgliche Verhöhnung aller ehrlichen Steuerzahler darstellt. 
Wir fordern die Abschaffung aller Privilegien bei der Ausübung politischen Verantwortung und die Umsetzung strengster Kontrollmechanismen zur Erfüllung dieser Aufgaben. 
Wir fordern, dass die vorhandene Arbeit unter allen Arbeitnehmern gerecht verteilt wird. Es ist ein großer Trugschluss zu glauben, dass Jene, die noch in Arbeit sind, nur mehr und härter arbeiten müssen. Dies nützt nur den Interessen und der Gier Weniger und es entspricht nicht den Interessen der einfachen Menschen.
Dieser Prozess wird das Resultat sein, der Bündelung aller sozialen Kräfte, die für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen. 

Wir sind die überwältigende Mehrheit.
 Wir sind das Volk.
 Was wir verlangen ist richtig. 
Wir werden Sie nicht davonkommen lassen.

    • Sorry aber was heißt da im ersten Satz ……………Wir, das deutsche Volk, die wir unter den Folgen einer Krise leiden, die wir nicht selbst zu verantworten haben,

      Wieso gibt es keinerlei Mitverantwortung?
      Wegen der selbst verschuldeten Unmündigkeit? E.Kant

  5. almabu sagt:

    „Wir, das deutsche Volk, die wir unter den Folgen einer Krise leiden, die wir nicht selbst zu verantworten haben, sind zusammengekommen um dieses Manifest zu verfassen…“

    An diesem Deutschen Manifest stört mich vor allem der naive, nationale und tendenziell „rechte“ Ansatz.

    Diese Dinger funktionieren alle gleich: Wir fleissigen, ehrlichen, arbeitsamen Deutsche ziehen uns beleidigt in unseren nationalen Schmollwinkel zurück, stellen politisch und wirtschaftlich alles in Frage, lagern die Schuld, Verzeihung natürlich die Alleinschuld, bei anderen ab, im Ausland.

    Viele haben anscheinend noch immer nicht verstanden, dass wir nicht allein auf der Welt sind!

    Der Exportweltmeister-Autismus und in der Folge die exorbitanten Handelsbilanzüberschüsse sind kein Grund zu Jubel, Stolz und Freude! Er ist vielmehr genauso schädlich und asozial, wie es einst der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in unsere Nachbarländer war. Heute marschiert die gedopte deutsche Wirtschaft ein! Sie richtet aber bei der Vernichtung von Arbeitsplätzen und damit Existenzgrundlagen einen mindestens ebenso große Schaden an wie Stukas, Panzer oder die V2.

    Warum sagt eigentlich die EU nichts gegen den staatlich subventionierten deutschen Niedriglohnsektor? Das ist Lohn-, das ist Stückkostendoping! Disqualifikation! Medaillen zurück!

    Wir haben es hier mit einem Länderübergreifenden sozialen Konflikt, einem Klassenkampf (ja, ich weiss!) zu tun, bei dem Arbeitslose und abhängig Beschäftigte, aber auch die gesamten Unter- und Mittelschichten der betroffenen Länder, sowie AUCH deren nationale Klein- Mittelständische Firmen betroffen sind. Sie alle müssten sich zumindest auf europäischer Ebene zusammenfinden und organisieren um ihre GEMEINSAMEN Interessen zu schützen und zu verfolgen!

    So wie es jetzt läuft, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der freie Kapitalverkehr und Gewinntransfer und die Verrechnung von Steuern gegen Verluste im Ausland abgeschafft wird. Letzteres ist auch so eine versteckte Subvention.

    Ein Land, das aus dem Euro „geht“, wird sich verständlicherweise durch Zollschranken schützen.

    Wir müssen begreifen, dass wir in Deutschland heutzutage nicht autark sein können! Wir sind auf Import und Export von Rohstoffen, Energie, Gütern und Dienstleistungen zwingen angewiesen und entsprechen kooperativ müssen wir uns IN EIGENEM INTERESSE verhalten!

    Mann stelle sich einfach den Wahnsinn vor, dass eine fragwürdige, zehn Jahre alte Firma wie Facebook, mit der Kohle von ihrem Börsengang ein in über hundert Jahren gewachsenes Unternehmen wie SIEMENS hätte locker aufkaufen können. Ein paar Wochen später war Facebook dann schon erheblich weniger Wert und in einigen Jahren gibt es den Laden dann nicht mehr? Das ist doch nicht normal…

    • fidel sagt:

      Wenn ein Fiat Doblo 15.450€ kostet und ein VW Caddy 15.856€ ist klar wer das Rennen um den Kunden gewinnt. Zum gleichen Preis deutsche Qualität aus polnischer Montage (außer €-Zone)…während in Italien die Autowerke um Auslastung ringen.

      Die Währungsgemeinschaft ist eine Fehlkonstruktion, die in den PIIGS Staaten schwere Schäden angerichtet hat, finanziert durch das Target2 Zahlungsbilanzsystem.

      Dadurch sind die Exporterfolge nichts als Pyrhussiege, Waren gegen Schuldscheine und Zahlungsversprechen….

      Die Jahre seit Maastricht sind tatenlos vergeudet worden. Gewalt (ESM) ist kein Ersatz für die gesunde Entwicklung einer Volkswirtschaft.

      Die vermeintlich rasante Entwicklung durch Kreditfinanzierung lenkte die Ressourcen in die falschen Ziele. Mit Häusern (=schneller Gewinn) kann man keine Waren produzieren, wenn man Schulden abtragen will.

      ——-

      Während des „braunen“ Sozialismus in Deutschland wurden von den 10. Punkten des kommunistischen Manifestes 8 umgesetzt, dann war der Spuk zuende.

      Hitler verschaffte sich Zustimmung bei Schuldnern, indem er Gläubiger enteignete – kommt hier etwas bekannt vor?

      • uhupardo sagt:

        Daran ist viel Wahres.
        (Wir sollten das diskriminierende Akronym „PIIGS“ zumindest in diesem Blog bitte weglassen.)

        • Andreas Schmitt sagt:

          Der fidel, heißt er so, weil er ständig schwätzt?; will es nicht verstehen. Mein Freund, man kann Exporte auf Pump nur dann finanzieren, wenn man entsprechendes Vermögen bei der Bank besitzt. Es heißt, die Deutschen haben das Geld und die begehrte Ware, z.B. U-Boote und Pillen von Bayer, aber die Griechen haben kein Geld, wollen aber U-Boote und Aspirin. Da sagen einige vermögenden Deutschen, ist kein Problem Freunde, wir liefern euch das auf Kredit, wir brauchen nur Versicherung, Sicherheiten etc.. Und so sind die Deutschen Exportweltmeister geworden. Man hat das Vermögen nicht in Deutschland investiert, warum auch, wer kann sich noch einen Mercedes leisten? 25% Arbeiter arbeiten für 6 € Stundenlohn.
          Egal, ich sehe schon, wenn fidel nicht mehr weiter weiß, dann kommt als Totschlagargument Adolf H. und als nächster Honecker.

    • almabu sagt:

      Ich habe heute beim SPIEGELFECHTER einen Redebeitrag von Oskar Lafontaine entdeckt, der ganz gut zu meiner obigen Argumentation passt:

  6. Johannes Eber sagt:

    Wenn wir schon beim sparen sind: immerhin gelten knapp 8 Millionen Personen in Deutschland als Niedriglohnbezieher. Sie verdienen weniger als 9,15 Euro brutto in der Stunde. Ihr Anteil wuchs von 17,7 % der Beschäftigten im Jahr 1995 auf 23,1 % im Jahr 2010. Damit gehört Deutschland zu den OECD-Ländern, in denen in den letzten 15 Jahren Niedriglohn-Beschäftigung am stärksten zunahm, so das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Ist das der XXL-Aufschwung in Deutschland?

  7. almabu sagt:

    Aber ja doch, das ist der Aufschwung! Mit den akuten Niedriglöhnen wurde auch die Zeitbombe gestartet, die in wenigen Jahren die deutschen Sozialversicherungssysteme sprengen wird. Hier wird eine Gesellschaft bewusst verarmt, enteignet und in kurzer Zeit Hunger und Not preisgegeben!

  8. almabu sagt:

    Merkel wird am Dienstag “die faulen Südländer” in Griechenland besuchen. Schon kursiert im web (soll von telepolis sein?) ein Witz zum Anlass:

    Angela Merkel on visit to Athens at Passport Control:
    “Name?”; “Merkel” she answers.
    “Occupation?” and she replies, “No, just visiting.”

    • uhupardo sagt:

      Dazu passt (kein Witz), die Aussage eines kanarischen Politikers von gestern:„José Manuel Soria (der Ölminister, wir erinnern uns?) ist die Angela Merkel der Kanarischen Inseln.“

      • almabu sagt:

        Wer hat dieses hochzweifelhafte Kompliment verteilt? Davon abhängig war es Hohn oder Anerkennung;-)

        • uhupardo sagt:

          Gustavo Matos, der Beauftragte für Gemeindepolitik in der PSC-PSOE. Und die Frage erübrigt sich doch. 🙂 Heutzutage mit Merkel verglichen zu werden (in Spanien), ist in etwa die Höchststrafe.

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