54-Jähriger hängt sich eine Stunde vor der Zwangsräumung im Patio auf

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Miguel Ángel Domingo hat die angespannte Situation nicht mehr ausgehalten. Der 54-Jährige hängte sich heute Morgen im Patio seines Hauses auf, nur eine Stunde bevor die Beamten zur Zwangsräumung seines Hauses erschienen. Sein Bruder fand ihn nach dem Frühstück gegen neun Uhr an einem Strick baumelnd im Patio seines Hauses in Granada und verständigte die Polizei. Während die Beamten noch im Haus waren, erschien wenig später das Zwangsräumungskommando plötzlich in der Tür und stellten per Datenabgleich fest, dass das Haus nicht mehr geräumt werden musste; nur noch die Leiche wurde zwangsgeräumt.

Dies ist nur eine von vielen Geschichten, die sich derzeit in Spanien abspielen. Wie Sie im Bodenfrost-Blog lesen können, liegt die durchschnittliche Zahl der Zwangsräumungen in diesem Land derzeit bei über 500 – pro Tag! Niemand macht sich eine Vorstellung, welche Dramen sich dabei abspielen. Miguel Ángel Domingo ist einer von diesen Fällen. Im Jahr 2007 hatte er eine Hypothek im Wert von 240.000 Euro unterschrieben. Unten in seinem Haus hatte er einen Kiosk mit Zeitungen, Schreibwaren und vielem anderen; seine Schwester einen kleinen Laden, in dem sie Früchte und Gemüse verkaufte. Beide waren in dem Stadtviertel von Granada bekannt und sehr beliebt.

Dieser Vorfall schliesst sich nahtlos an das an, was in den vergangenen Tagen in Granada passierte. Erst am Dienstag hatte sich eine ganze Gruppe der Bewegung „Stoppt Zwangräumungen!“ (stop desahucios), zugehörig zu den Protestlern des 15-M, im Haus einer Bewohnerin der andalusischen Stadt zusammen gefunden. Die Frau heisst Raquel Muñoz, eine alleinerziehende Mutter mit drei kleinen Kindern. Ihre Zwangsräumung ist für den 30. Oktober angesetzt. Ende 2009 war sie arbeitslos geworden. Unzählige Male war sie in der Filiale der grossen Bank BBVA vorstellig geworden, hatte gefleht, man möge ihr doch bitte eine Ratenzahlung für die Schulden einräumen. Es hatte alles nichts genutzt. Die Bank blieb hart und besteht auf Zwangsräumung zum Monatsende.

desahucios Bankia

In Madrid schlafen seit Tagen mehr als 50 Menschen im Freien vor der grössten und wichtigsten Bankia-Filiale nahe der Puerta del Sol. Sie protestieren ebenfalls gegen geplante Zwangsräumungen bei denen 60 Familien ihre Unterkünfte verlieren würden. Sie wollen nicht weichen, bis sie einen erschwinglichen Mietzins und Schuldennachlass erreicht haben, versichern sie. Bruno, einer von ihnen, versteht die Welt nicht mehr: „Diese Zockerbank Bankia, die mit unzähligen Milliarden vom Steuerzahler gerettet werden musste, nachdem ihre Manager ebenso viele Milliarden durch den Schornstein gejagt haben, spielt jetzt den harten Kerl und will nicht einmal mit uns verhandeln? Kann es so viel Ungerechtigkeit wirklich geben? Und niemand tut etwas dagegen?“

Nein, es tut tasächlich niemand etwas dagegen; auch nicht nach ausdrücklicher Aufforderung: Sechs Richter hatten in einem ausführlichen Gutachten „die Übergriffe des Systems der Zwangsräumungen“ angeklagt und auf „sofortige Änderung“ gepocht. Das oberste Richtergremium Spaniens, Consejo General del Poder Judicial, hatte jedoch gerade vor einer Woche diesen Änderungsvorschlag und die Fakten des Gutachtens nicht einmal diskutieren wollen. Sie reichten den Text schlicht und einsilbig an die Politik weiter mit der Aufforderung „tätig zu werden, falls die Sachlage das verlangt“.

So werden also weiterhin Banken – auch die durch Milliardenbeträge „geretteten“ Zockerbanken – Wohnungen, Häuser und Ladenlokale zwangsräumen lassen, um dann nicht zu wissen, wie und zu welchem Preis sie den Immobilienballast wieder loswerden sollen. Auf der Strecke bleiben die Menschen, die Schicksale und ein paar Verzweifelte, die sich lieber das Leben nehmen, als auf Zwangsräumung zu warten. Von ganz wenigen dieser Fälle werden Sie in der Presse erfahren. Das Elend spielt sich leise ab, im Familienkreis, entzogen den Scheinwerfern der Öffentlichkeit. Einige hundert Male jeden Tag in Spanien.

Lesen Sie dazu bitte auch:
* Wie es jetzt (nicht) weiter geht
* “Das ist der sozialste Staatshaushalt in der Geschichte!”
* Prügelnde Polizisten sollen nicht mehr gefilmt werden dürfen

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38 Kommentare zu “54-Jähriger hängt sich eine Stunde vor der Zwangsräumung im Patio auf

  1. bodenfrost sagt:

    Vielen Dank für die Verlinkung.

    Der Tod von Miguel Ángel Domingo ist empörend, erschütternd.Nein, ich glaube nicht, dass die Sprache Worte dafür besitzt, was ich angesichts dieses Elends empfinde, bei der gleichzeitigen maßlosen Ignoranz und Arroganz der Politiker und Banken.

    Manche spanische Zeitungen nannten den Tod von Miguel Ángel Domingo eine Tragödie. Dieser Ausdruck ist in meinen Augen nicht passend. Eine Tragödie klingt nach einer Naturkatastrophe, etwas, an dem niemand schuld ist, für das niemand verantwortlich ist. Das ist hier nicht der Fall. Seit Monaten hilft niemand den Menschen und Familien, die ihr Dach über dem Kopf verlieren und keine Perspektive haben, jemals wieder auf die Füße zu kommen. Es musste so weit kommen und ich fürchte es wird weitere Fälle dieser Art geben.

    Die derzeitige Rechtslage in Spanien sieht doch vor, dass die Schulden auch nicht erlassen werden, wenn Haus/Wohnung gepfändet sind, so dass die Betroffenen nicht nur auf der Straße sitzen, sondern auch noch einen Berg von Schulden am Hals haben, den sie nie im Leben begleichen können. Habe ich das richtig verstanden?

    • Uhupardo sagt:

      Die Verlinkung braucht keinen Dank, sie hat deutlich Arbeit erspart. Muchas gracias also. 🙂

      Die Antwort auf die gestellte Frage ist derzeit ein klares JEIN! Es lohnt sich, diesen Text zu lesen, auch wenn man sich nicht für Hypothenrecht interessiert: Klick

      • bodenfrost sagt:

        Danke, das werde ich eingehend studieren, um auf dem Laufenden zu sein.

        Gerade habe ich in Noticias Gran Canaria gelesen, dass sich vor zwei Tagen schon ein junger Mann das Leben nahm, weil ihm nach Arbeitslosigkeit die Zwangsräumung drohte. Das ist alles grauenvoll.

        • Uhupardo sagt:

          Exactamente.
          Und in den 15 h Nachrichten von TVE kam Miguel Angel Domingo exakt die drei Sekunden lang vor, die es brauchte, um diesen Satz zu sagen: „En Granada, la policía investiga el suicidio de una persona que ha sido encontrada ahorcada horas antes de ser desahuciada”.

  2. sternenstaub1012 sagt:

    Auch wenn es keiner liest :
    Mein aufrichtiges Beileid an die Familie und Freunde.

    Vor Wochen hat genau dieses Thema ein gruener, deutscher Politiker erwaehnt, wo er der Regierung die Selbstmorde anlastete.
    Ein Niederschreien dieses Mannes begann, und das Schweigen darueber, macht es ja nicht ungeschehen .
    Diese Ignoranz zu diesen Selbstmorden, und da schliesse ich auch die Bevoelkerungen ein, sind nicht mehr zum Aushalten.
    Dann kommen dann auch noch Leute daher, die solche Menschen, die Selbstmord begehen, verurteilen, zu feige zum leben, Schwaechlinge usw .
    Fuer mich ist das kein Selbstmord, fuer mich sind das erweiterte Morde.
    Es werden Millionen Existenzen gerade zerstoert und die stellen das noch als humanitaeren Akt dar, das man uns am Leben laesst.
    Ich moechte auch nicht die Kriegsopfer abwerten, die gebombt wurden und werden, aber ich frage mich manchmal, welcher Krieg hier schlimmer ist : die realen Bomben mit Tod, oder dieser Psychokrieg der Politiker und Banken, die Menschen in den Selbstmord zu treiben.

    saludos

  3. Herr Lehmann sagt:

    Auch grüne BRD-Politiker wollen Banken, Pardon, den „Euro“ retten…

  4. ST.Haben sagt:

    Furchtbar, diese Schicksale.Ich verstehe natürlich, das die Betroffenen nicht so ohne weiteres aus ihren Verträgen gelassen werden, Unterschrift bleibt Unterschrift. Jedoch müssen sich Staat und Banken sicher je nach Lage der Fälle, die sich bestimmt ähneln, doch auf Vorgehensweisen einigen die dem Menschen das einräumen was nur irgend geht.

    Staatshilfe hilft ja in diesem Fall auch der Bank und schon allein deshalb steht sie auch für die Betroffenen in der Verantwortung. Ist jedoch eine Zwangsräumung nicht zu verhindern, zb wegen Arbeitslosigkeit ohne Perspektive und das dauerhaft, muss es auch da Modelle geben, die dem Betroffenen als „kleine Beihilfe“ weiter zur Seite steht. Mit gutem Willen geht dies, und die Betroffenen würden sich nicht im Stich von der Gesellschaft gelassen fühlen. Spanien und jeder Gesellschaft würde dies sicher guttun und dies würde die Gesellschaft und die Zusammengehörigkeit stärken.

  5. flurdab sagt:

    Was haben die Banken von gräumten Häusern?

    Sie können die Menschen genauso gut darin wohnen lassen bis sie einen Käufer für die Immobilie gefunden haben.

    Man sollte die Namen der Opfer in irgendeiner Weise sammeln und auflisten. Wir hören ja immer nur von den Einzelnen, dabei werden es viel mehr sein.

    Mein aufrichtiges Beileid.

    • ST.Haben sagt:

      Ja sicher, ich meine das es sicher intelligente Modelle geben könnte wenn man nur wollte. Das Problem wird aber sein, es lief, das muss man sagen auf beiden Seiten sehr unvernünftig ab. Die Banken machten Finanzierungen möglich die von den Kunden realistisch betrachtet nicht leistbar waren. Nicht zuletzt weil diese Modelle letztendlich mit Voraussetzung gewesen wären auf lange Zeit, trieben sie doch an sich die Häuserpreise und die Nachfrage danach auf immer neue Höhen. Auch für die Kunden gab es keine Hinterfragen des Booms, war Staatsverschuldung ja Verschuldung an sich wohl nicht beachtenswert. Wer sich so gegenseitig belügt und etwas vormacht wird sicher im Schadensfall nur wenig Rücksicht aufeinander nehmen.

      • Andreas Schmitt sagt:

        In einer Geldordnung, die wie der Euro auf Kreditgeld aufbaut und damit jedem Guthaben eine Schuld in gleicher Höhe gegenübersteht, bedeutet mehr Staatsverschuldung auch mehr VERMÖGEN bei dem Gläubiger! Ist das immer noch nicht klar? Wer Staatsschulden reduzieren will, der muß auch sagen, welches Vermögen dabei vernichtet wird. Und da sagen die Reichen und Vermögenden dieser Welt, halt ihr Politiker, nehmt doch die Arbeiter aus, und uns laßt bloß in Ruhe. Das läuft hier ab, es werden Staatsschulden reduziert, aber durch Rentenkürzung, Arbeitslosengeldkürzung, Blindenhilfe wird gestriechen, und… Das Vermögen der arbeitenden Bevölkerung wird vernichtet, nicht das der Reichen! Endlich muß das jeder begriffen haben. Alle Schulden plus alle Vermögen ist gleich NULL. Ja, unser Geldsystem in Summe ist IMMER NULL. Es geht immer nur um Verteilung von den Früchten der Volkswirtschaft. Und da meinen manche, ihnen gehören alle Birnen und Äpfel, und die Masse soll ins Gras beißen!
        Und die Deutschen sprengen sich mit ihren Häusern in die Luft, das ist die Antwort an die Banken! http://www.chiemgau24.de/traunstein/fassungslosigkeit-inzell-explosion-ch24-433000.html
        „Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein ….. mitteilte, sei bei der Behörde am Mittwoch ein Brief eingegangen, in dem das Paar Ermittlungen zur Vorgeschichte der Versteigerung gefordert habe. Dies sei kein klassischer Abschiedsbrief gewesen, sagte der Sprecher. Die zeitliche Abfolge von Versteigerungstermin, Brief und Explosion deute aber darauf hin, dass das Paar die Explosion selbst verursacht habe. Eine Verzweiflungstat des Mannes und seiner Frau liege nahe. Die Staatsanwaltschaft Traunstein nahm die Ermittlungen auf.“

        • ST.Haben sagt:

          Also ich will nicht direkt widersprechen aber ich glaube nicht, das aus einer Verschuldung immer zwangweise eine Zahlungsunfähigkeit ergehen muss. Selbst wenn einem Vermögen eine Schuld gegenübersteht. wird diese ja in der Regel durch Arbeit und Innovation erwirtschaftetet und so haben beide was davon. Aber Vorsicht ist angesagt und Weitsicht. Ich kann bei Blindheit nicht jedesmal das System der anderen ( welches unser Verhalten letztlich ist, nicht mehr und nicht weniger ) verantwortlich machen. Es gibt sicher Verführung aber es gibt auch Ahnungslosigkeit in Wirtschaftsfragen. Und das kostet, letztendlich uns alle.

  6. Michael Thuma sagt:

    Sehr traurig und erschreckend.

    In diesem Fall kann man durchaus die Akteure mitverantwortlich machen und sollte es letztendlich auch tun. Wobei nicht ganz klar ist wer ‚man‘ ist und insbesondere welcher ‚man‘ kann respektive wollte, wenn er denn könnte.. Ansonsten neige ich nicht dazu die beteiligten Menschen ohne Prüfung der Sachlage in die Verantwortung zu nehmen.

    Es reicht, ob des Anreizsystems im spanischen Bankenunwesen, ist aber in keinem anderen Europäischen Land, wirklich besser – eben allein relativ, einfach nicht aus die Ausrede – Befolgung von Regeln – gelten zu lassen. Die Regeln des Finanzsystems sind eigenen regeln, ich nenne sie, der ‚Familien‘. Gaukler und Scharlatane haben in der Gesellschaft ihren Platz als Menschen aber in der Wirtschaft eher wenig Berechtigung zu wirken.

    Für mich ein Zeichen, dass hinter dem Hype eher eine gezielte organisierte Bereichungsstrategie steht an der an kaum einer mehr zweifelt. Investmentbanken, das Spiel läuft in den U.S. seit den ersten Tagen der Siedler und dem Eisenbahnbau. Ein Kontinent der noch nicht mal wirklich besiedelt war hatte Zugang zu Ressourcen aus Indien und China … und auch damals wurden die Siedler vertrieben. Das Spiel läuft seit Jahrhunderten. Die Investmentbanken zocken Europa ab, das ist der Punkt. Offensichtlich haben sie dabei prominente Unterstützung.

    Das Geschäft der Geldverleiher war nie ein sehr ruhmreiches. Ansehen einer Bank ist sehr relativ, immer relativ zu anderen Banken. Mir fällt dazu Kurt der Rosenkäfer ein – Rollt eine immer größer werdende Mistkugel vor sich her und behauptet er sei ein Rosenkäfer. Irgendwann kann er sie nicht mehr Rollen und vermutlich rollt sie mal über ihn drüber. Das wäre der Moment, in dem Gott über des Banker’s Werk richtet und seine Schöpfung vollendet.

    Interessant – diese Woche las ich über die Kriterien, die ein Staat erfüllt Investoren gerecht zu werden. Ranking von > 100 Ländern. Ein Punkt – Schutz der Investoren. In der Umkehrung möchte ich sagen wäre besser – hohe Punktzahl in einem neuen Punkt – Schutz der Bevölkerung vor Investoren zu haben. Das ist eine solide Basis, damit solche traurigen Vorkommnisse nicht mehr vorkommen aus diesem Titel. Das entstandene Zwangssystem ist mit ein Grund für die augenscheinlich gefühlte Visionslosigkeit des Herrn der Suizid beging und der war sich vermutlich gar nicht bewusst, dass er selbst in einem ’sauberen‘ Schuldgeldsystem zu dem systemischen Verlierer gehört, aber in konkreten Fall einfach eine ehrbarer Siedler war der seiner Zeit wurde beraubt im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist ausgesprochen bedenklich.

    • Christian Müller sagt:

      Schon 2004 hatte ich im spanischen Freundeskreis vor hohen Preisen gewarnt (deutlich höher als vergleichbares in Deutschland), die Antwort lautete, ein Eigenheim gehört zu unserer Kultur!
      Sobald sich ein potentieller Käufer nur die Frage stellte, bspw. 800 Euro als Miete oder für die Hypothek, ist eine Mietzahlung natürlich verschwendetes Geld.

      Wie jetzt auch in Deutschland fehlte eine gesunde Eigenkapitalbasis und ein realistischer Kaufpreis zum Einkommen. Eine Hypothek ist ein Darlehen mit dem Objekt als Sicherheit, deshalb ist der Zins niedriger als beim Ratenkredit oder gar dem Dispokredit.

      Bei Übernahme vom US-Modell, welche Bank sollte in Zukunft eine Hypothek vergeben?
      Nur, wenn die ganze Familie (Eltern, Großeltern, usw.) eine Bürgschaft unterzeichnet. Bei Jobverlust vom Hypothekennehmer gehen alle Familienmitglieder Pleite (verlieren Haus & Wohnung) und auf der Gegenseite noch weniger Käufer, weil freiwillige Bürgen fehlen!

      Nein, die Krise ist noch für viele Jahre angelegt, auch wenn an der Küste einige Ausländer (vor allem Russen) überteuerte Objekte erwerben (sich dafür die Perlen aussuchen).

  7. Don Furioso sagt:

    In Irland sieht man reihenweise Auswanderungen, nicht nur der Jobs wegen, sondern wegen der Schulden. Manche Hochqualifizierte leben jetzt irgenwo in Australien, Neuseeland, USA oder Kanada, möglichst unterm Radar, bloß weg vom Mann mit dem Kuckuck, weg von der Schuldensklaverei.

  8. Tom sagt:

    Eine Hypothek im Wert von 240.000 Euro, im Alter von 49 Jahren, als Selbständiger mit einem Kiosk mit Zeitungen und Schreibwaren.
    Dieser Schritt ist auch nicht ohne.

  9. Gestern sprang ein dritter (in einer Woche) Mann vom Balkon, bevor er aus seiner Wohnung verwiesen wird. In Valencia, Spanien. http://www.lasprovincias.es/v/20121026/sucesos/hombre-lanza-vacio-cuando-20121026.html

  10. bodenfrost sagt:

    Europapress meldet einen weiteren Selbstmordversuch aufgrund einer bevorstehenden Zwangsräumung, dieses Mal in Burjassot (Valencia). Ein Mann sprang vom Balkon, als die Gerichtsvollzieher an seiner Wohnung klingelten, und überlebte verletzt.

    Das sind schrillrote Alarmsignale, die jeden (nicht nur in Spanien) aufschrecken sollten. Wer bei solchen Meldungen noch gleichgültig bleibt, ist vermutlich aus Stein.

    • flurdab sagt:

      @ Bodenfrost

      aber du liest doch auch hier, das die Menschen es hätten besser wissen müssen.
      Natürlich ist das Kreditvolumen viel zu hoch und jeder hätte das erkennen müssen.
      Was vergessen wird ist die Propaganda, die von den Kreditgebern betrieben wurde.
      Das Seltsame ist, das immer wenn es bricht, irgend jemanden die Eigenverantwortung einfällt.
      Es gibt keine Eigenverantwortung ohne vorherige Aufklärung.

      • Andreas Schmitt sagt:

        Was hätten die Menschen besser wissen müssen?
        Für die Kreditvergabe und die Bonitätsprüfung ist allein die Bank zuständig. Punkt, niemand sonst, und die Bank trägt ALLEIN das Risiko. So ist es in den USA, und so sollte es in Europa sein. Dann würden die Menschen nicht vom Balkon in den Tod springen müssen, sondern einfach neue Bleibe suchen, und neu anfangen können. Übrigens, nach 7 Jahren ist jeder Deutsche schuldenfrei, voraugesetzt, man beantragt die Privatinsolvenz.
        Was heute passiert ist einfach pervers, die Oligarchen erlauben sich alles, die Politiker wollen sie nicht aufhalten.
        Und noch mal: Das Schuldenvolumen entpricht dem Vermögensvolumen, und in der Summe sind sie im System EINE NULL. Fallen die Kredite aus, dann müssen auch die Vermögen vernichtet werden. Aber die Reichen erlauben diese Bereinigung nicht! Uns das ist das Ende, so ist das Römische Imperium untergegangen, weil die Reichen darüber bestimmten, daß die Schulden nicht erlassen werden konnten. Nicht mal Zinsen konnten die Römer am Ende an die Gläubiger zurückzahlen, so verschuldet waren sie bei den Reichen! Und da schwärmen manche in Deutschland vom römischen Recht, völlig irre.
        Wir werden es sehen, die Lage wird Monat für Monat, und Jahr für Jahr schlechter, es kommt kein Aufschwung nach Europa mehr, das ist durch Fiskalpakt und Schuldenbremsen ausgeschlossen. Sie werden die 30er Jahre erleben!

      • ST.Haben sagt:

        Doch gibt es Eigenverantwortung ohne Aufklärung, deswegen heißt es lebenslanges Lernen. Du musst dich in vielen Dingen selbst bilden und dich darum bemühen. Das Leben ist zu umfangreich, die Möglichkeiten zu zahlreich und zu individuell als das alles nach Schablone laufen kann. Es gibt auch viele Menschen die sicher nur ein paar Dinge anders gemacht haben und trotz Schulden heute ausgezeichnet klarkommen. Und letztendlich heißt es: Dummheit schützt vor Strafe nicht.

        • flurdab sagt:

          Also ist Betrug legal?
          Seltsam, wenn ich jemanden betrüge kassiere ich eine Verurteilung.
          Wenn Banken und Versicherungen das tun bleibt es folgenlos.

    • Andreas Schmitt sagt:

      Für die Leute mit schwachen Nerven gibt es immer noch eine Lösung. Die kommt aus dem Monopoly-Spiel. Wo ist man vor der Niederlage in diesem Spiel am besten geschützt, wenn auf allen Feldern schon die Hotels stehen? Genau, im Gefängnis!
      Es kommen mindestens 7 magere Jahre, also suchen sie sich eine Straftat aus, die entsprechend honoriert wird. Am besten sie werfen eine Scheibe bei der Bank ein. -es ist nicht leicht, da braucht man dicke Steine. Und nicht weglaufen, sich auf den Boden legen und die Schläge der Polizei mit dicker Kleidung abfedern. Dann wird alles besser! Krisenfreies Leben vom Staat!

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  20. fakeraol sagt:

    Die Menschen sehen vor Verzweiflung keinen anderen Ausweg mehr, als ihr Leben zu beenden.
    Und die Politiker machen ungerührt weiter.
    Die preisen diese Toten mit ein, sie nehmen sie ungerührt in Kauf.
    Das ist Mord durch strukturelle Gewalt und da Gefahr im Verzug ist, ist es unmittelbar notwendig, diese strukturellen Mörder aufzuhalten, mit allen Mitteln.
    Reden, Protestieren, Petitionen schreiben, Unterschriften sammeln u.s.w. hat nicht geholfen, es sind diese Politiker, die uns garkeine andere Wahl lassen, als mit ihnen genauso umzugehen, wie sie mit diesen Menschen.

  21. […] vierten Stock in den Tod * 52-Jährige stürzt sich wegen Zwangsräumung vom Balkon in den Tod * 54-Jähriger hängt sich eine Stunde vor der Zwangsräumung im Patio auf * Wieder ein Freitod vor Zwangsräumung * Heftplaster gegen Zwangsräumungen […]

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